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Die Ausreißerin

Nutzer: Gast_Shaya
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geschrieben am: 10.12.2001    um 22:58 Uhr   
Weißt du was das Leben wirklich Lebenswert macht? Das ist die Freiheit!
Und diese Freiheit brauche ich.

Ich brauche die Freiheit zu tun was ich will und zu lassen was ich (nicht) will... Die Freiheit auch einfach mal auszuflippen und mich ganz gehen zu lassen, hysterisch loszulachen, nur um im nächsten Augenblick in Tränen auszubrechen und wie ein verängstigtes Kind in die finsterste Ecke meiner Seele zu kriechen, dort wo niemand hinein darf...

Ich brauche diese Freiheit um atmen zu können...
...aber du nimmst sie mir. Du nimmst sie mir ungewollt, aber du tust es!
Und ich zerbreche daran...
Ich werde überschüttet mit zu viel Liebe, erdrückt von übermäßig viel Nähe.

Etwas in mir zerspringt wie Glas in Abermillionen winzige Splitter. Sie hinterlassen keine tiefen, aber um so schmerzvollere Wunden in meiner Seele.

Blutige Tränen quillen aus meinen Wunden hervor und färben meine Haut in ein schuldiges Rot...

Vielleicht bin ich einfach nur zu egoistisch?


Wenn ich nicht verbluten will.. und meine Seele nicht zerspringen soll... bleibt mir nur eins:
Ausreißen und mir meine Freiheit zurückholen...
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Nutzer: Gast_Lioneas
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geschrieben am: 10.12.2001    um 23:22 Uhr   
flieh...flieh...nur die flucht macht dich glücklich...flieh weit fort und dreh dich nicht um...nur so kannst du frei sein
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Nutzer: Azze
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geschrieben am: 10.12.2001    um 23:54 Uhr   
Genau das Thema, was mich momentan beschäftigt. Würde mich freuen, deine Meinung dazu etwas differenzierter zu hören @ Shaya...

Wenn du magst, Chatpost an meinen Nick.

Gruss Azze
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Nutzer: Gast_Shaya
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geschrieben am: 11.12.2001    um 21:22 Uhr   
ehem..räusper...ich kann dir offplay mal anvertruaen das shaya inplay nicht davon laufen wird lio..so leicht mach ich es dir nicht.. zwinkert frech

und abgesehen vom inplay kann ich nur sagen:
was birngt mir das dauernde weglaufen denn?... nichts als schmerzen...für mich und auch alle anderen die ich blind von mir stosse in meiner panik das sie erkennen könnten was mit mir los ist...

was bringt mir das weglaufen und WO zum teufel soll ich denn noch hinlaufen? alle dunklen ecken meiner seele habe ich schon ausprobiert..doch sie bieten mir alle keinen schutz mehr!



...jede flucht reisst mich nur noch tiefer rein...und jedes verweilen tötet meine seele weiter ab...
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Nutzer: Gast_Shaya
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Registriert seit: 08.08.2001
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geschrieben am: 11.12.2001    um 21:32 Uhr   
vor langer zeit schon einmal irgendwo im forum niedergeschrieben doch grade auch wieder sehr passend...es mag sich vielleicht mit dem vorigen beitrag von mir beissen...doch wer den sinn versteht, versteht auch das es sich nicht beisst..ganz im gegenteil



Bitte höre, was ich nicht sage! Laß dich nicht von mir narren. Laß dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache. Denn ich trage tausend Masken- Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tu als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber laß dich dadurch nicht täuschen, um Gottes willen, laß dich nicht von mir narren.
Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden.
Aber glaub mir nicht, bitte, glaub mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, das es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Das ist das einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann: dass ich wirklich etwas wert bin.
Aber das sage ich dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, dass dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen- und dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.
Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätze. Ich erzähle dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb laß dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.
Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens wille rede und was ich nicht sagen kann. Ich verabscheue Versteckspiel. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber du musst mir helfen. Du musst deine Hand ausstrecken, selbst wenn es das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur du kannst diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen nehmen. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Jedesmal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst, jedes Mal, wenn du zu verstehen versuchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel- sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel!
Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass du das weißt.
Ich möchte, dass du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin- wenn du willst.
Bitte, ich wünschte, du wolltest es. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere. Du allein kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus Angst und Unsicherheit befreien- aus meiner Einsamkeit.
Übersieh mich nicht. Bitte- bitte, übergeh mich nicht! Es wird nicht leicht für dich sein. Die lange andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung.
Bitte versuche diese Mauern einzureißen, mit sicheren Händen, aber mit zarten Händen: ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer bin ich, magst du fragen? Ich bin jemand, den du sehr gut kennst. Denn ich bin jedermann, den du triffst, jeder Mann, jede Frau, die dir begegnen.


Geändert am 11.12.2001 um 21:33 Uhr von Shaya

Geändert am 11.12.2001 um 21:35 Uhr von Shaya

Geändert am 11.12.2001 um 21:38 Uhr von Shaya

Geändert am 11.12.2001 um 21:41 Uhr von Shaya
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