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"Autor"

Eine Kurzgeschichte

Nutzer: Niclara
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geschrieben am: 10.01.2003    um 19:23 Uhr   
Sie saß vor dem Computer und starrte gebannt auf den mit kleinen Buchstaben und Bilder übersäten Bildschirm. Ihre Finger flogen über die Tastatur und fügten ihre Gedanken blitzschnell dem Buchstabenmeer im Computer hinzu. Nachdem sie die Enter-Taste gedrückt hatte folgte eine kurze Zeit bangen Wartens bis die Antwort auf dem Computer aufflammte. Während ihre Finger abermals die Tastatur überflogen und wie ferngesteuert, weit von ihr weg, aus Gewohnheit eine Antwort formulierten, war sie mit ihren Gedanken beim letzten Abend. Genauer beim Gespräch mit ihren Eltern. „Warum bringst du nie Freunde mit nach Hause?“, hatte ihre Mutter gefragt. „Warum ziehst du dich von uns zurück?“, hatte ihr Vater gefragt. „Warum sitzt die Mia immer vor dem Kasten?“, hatte ihre kleine Schwester gefragt. Die erste Frage war vorsichtig, die zweite beinah verzweifelt und die dritte fast schon boshaft gewesen. Immer musste sich ihre Schwester einmischen...im Mittelpunkt stehen... Mias Gedanken wanderten wieder zum Geschehen auf dem Monitor. Der Rest des Zimmer war dunkeln, einzig das grelle Geflimmer des Bildschirm spendete Licht...warf bizarre Bilder auf die Wände...auf ihr Gesicht. Das fast kränklich blasse Gesicht mit den wässrig wirkenden blauen Augen. „Gespenst“, sagten die Anderen in der Schule zu ihr. „Du Gespenst“, sagte auch ihre Schwester, wenn die Eltern gerade einmal nicht hinhörten. Aber sie war kein Gespenst. Sie hatte eine Identität. Abgespeichert auf der Festplatte. Sie hatte Freunde. Nicht in der Schule. Wozu auch? Sie hatte wirkliche Freunde mit denen sie täglich über den Computer sprach. Gute Freunde, die sie gut kannte. Wirkliche Freunde, echt Freunde...Aber ihre Eltern konnten das nicht begreifen. Wie schon? Sie sahen nur ihre Schwester. Ein letztes Mal an diesem Tag bannte der Computer ihre gesamte Aufmerksamkeit. Dann schaltete sie ihn ab. Mit einem mechanisch klingenden, immer leiser werdenden Summen verdunkelt sich der Raum. Bis sie schließlich ganz im Dunklen saß...Leere...“Morgen wieder“, dachte sie „Morgen wieder“, sprach sie es erleichtert aus um die Leere des Raumes zu füllen.

(So..die Geschichte habe ich ursprünglich für die Schule geschrieben. Zum Thema Kommunikationsprobleme. Was haltet ihr davon?)
Nic
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"Autor"  
Nutzer: Azze
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Anzahl Nachrichten: 884

geschrieben am: 11.01.2003    um 11:09 Uhr   
Hi Niclara, finde ich ziemlich gut und treffend, grade so aus dem Leben eines "Hardcorechatters"... lacht

Gruss Azze
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Nutzer: Gast_dying_angel
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Anzahl Nachrichten: 1191

geschrieben am: 11.01.2003    um 13:36 Uhr   
..Mh, so schön wie Chatten doch ist und sein kann. So nett, wie die Leute im Chat auch sind. Und so prima wie man dabei abspannen und abschalten kann, so sollte man doch nicht vergessen, wie die Realität ist.
Noch nirgens habe ich eine Beschäftigung gefunden, bei der die Zeit so schnell verrinnt wie beim Chatten und auch noch nirgens war ich so >abwesend< wie wenn ich vor meinem Bildschirm sitzte. Sicher, ich chatte auch sehr gern und wohl auch >oft<. Doch man darf, so meine ich, zwischen den ganzen Kabeln, chattern, und virtuellen Welten nicht die Realität vergessen und Entzugserscheinungen haben, wenn einmal der Pc nicht gestartet wird. Man darf echt nicht vergessen, dass virtuelle Freunde, die wahren nicht 100%ig ersetzten können! (denke ich)


Mh, ansonsten gefällt mir deine Geschichte eigentlich sehr gut. Zeigt ziemlich anschaulich wie es um einen passieren kann!


greetz...

...†..DyINg..
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"Autor"  
Nutzer: Niclara
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Registriert seit: 10.12.2002
Anzahl Nachrichten: 17

geschrieben am: 12.01.2003    um 16:21 Uhr   
Hui. Sehr schön, dass euch meine Geschichte gefällt. Meinem Lehrer hat sie auch gefallen. grins
Ich hab mir gerade das Internet als Problembereich herausgesucht, weil ich mit dir einer Meinung bin dying angel. Auch ich liebe das Chatten, doch manchmal bedeutet es auch eine ganz schöne Versuchung sich einfach fallen zu lassen und die Realität zu vergessen. Zum Glück habe ich aber, anders als als die Mia in meiner Geschichte, Familie und Freunde, die das nie zulassen würden.
Nic
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