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Huldigung an die Rose ...

Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 24.01.2002    um 14:41 Uhr   


Kennt ihr Legenden und Geschichten, die von Rosen handeln

Wenn ja, so ist dies hier der Ort um sie nieder zu schreiben ;-)

Die Rose gilt nicht nur als Blume der Liebe, ihr wurden auch im Laufe der Zeit unzählige Gedichte gewidmet und Legenden angedichtet ...

Der Sage nach soll die rote Rose durch das Blut Aphrodite's Duft und Farbe gewonnen habe. Es wird berichtet, ein Dorn habe die Göttin verwundet ...

Den gelben Rose sagt man nach, dass Adam und Eva unsäglich betrübt, darüber waren, aus dem Paradies verwiesen zu werden. Ihr Kummer ging dem strengen Engel am Tor so nahe, da erbarmte er sich und übersah gnädig, dass Eva noch schnell eine gelbe Rosen-Ranke brach, um wenigstens das Haar damit zusammenzuhalten. Später, nachdem Adam den ersten Ackerfleck in der Wildnis bestellt hatte, pflanzte Eva den Zweig aus Eden in die Erde. Sie wärmte ihn mit ihrem Hauch und begoss ihn mit Tränen, bis er zu sprießen begann, dornig zwar, aber mit hundertfältiger Blüte ...


Verneigt sich ...
und wünscht allen Licht und Sonne ...

Geändert am 24.01.2002 um 14:46 Uhr von Aoifa

Geändert am 24.01.2002 um 14:49 Uhr von Aoifa
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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 24.01.2002    um 14:56 Uhr   

WILLIAM SHAKESPEARE schrieb über die Rose ...

Was west und schön ist, du erhoffst ein Mehr
von ihm: die Rose Schönheit soll nicht sterben.
Und gibt sie, die gezeitigte, die Krone her,
so wahre, was sie war, ihr zarte Erbe.

Doch du, ins eigne Auge eingeengt,
verbrauchst dich selbst, dass deine Flamme loht,
du darbst und hungerst, überreich beschenkt,
und bist, der dich am grausamsten bedroht.

Kein Schmuck wie du, den sich ein Jahr je gab;
kein solcher Herold seiner Farbenfreuden;
doch du: die eigne Knospe ist dein Grab,
ein einzig Knausern bist du im Vergeuden.

Denk an die Welt und war ihr Erbteil ist,
du, der du nicht sattgräbst und es frisst.





Auch Eugen Roth verfasste ein Gedicht über "Die Rose"

Als sich die Rose erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust:
Hat sie, dass es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nicht gewusst.

Nur, dass sie glühnder noch werden müsste,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht,
Spürte sie - ach, dass zum Tode sie rüste
So wildes Leben,
Bedachte sie nicht ...

Als dann am Abend mit Mühe der Stengel
Ihre hingeatmete Süße
Noch trug,
Hauchte sie, fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
"War es genug?"


Sich auf viele Gedichte mit und über die Rose freut ...
und lachend verschwindet ...

Geändert am 24.01.2002 um 14:57 Uhr von Aoifa

Geändert am 24.01.2002 um 15:12 Uhr von Aoifa
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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 24.01.2002    um 15:06 Uhr   

FRIEDRICH HEBBEL huldigte der Rose mit den Worten ...

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot:
Da sprach ich schaudernd in Vorübergehn:
So weit im Leben ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.





RUDOLF G. BINDING schrieb das Gedicht "Rosenhag"

Es blühen dir Rosen jeglichen Tag
in einem verschwiegenen Rosenhag
-und du weißt nichts davon.

Von Blut darin ein Brunnen springt,
und Blut die Blätter der Rosen durchdringt
-und du weißt nichts davon.

Und weil ich sie dir nicht schneiden mag,
verwelken dir Rosen jeglichen Tag
-und du weißt nichts davon.

So blühen sie auf, so gehen sie hin;
und ist in allen mein Herzblut darin
-und du weißt nichts davon.

Nur manches Mal, da brech ich dir
eine rote Rose von meinem Spalier
als ein Lied, das nicht welken mag.



Selbstverständlich sind auch eigene Gedichte willkommen ...
alle lieb grüsselt ... wech is ...
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Nutzer: Windel_Winnie
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geschrieben am: 24.01.2002    um 19:07 Uhr   
Die Rosen im Süden.

Aus den Knospen, die euch deckten,
Süße Rosen, mein Entzücken,
Lockte euch der heiße Süd;
Doch die Gluten, die euch weckten,
Drohen jetzt, euch zu ersticken,
Ach, ihr seid schon halb verglüht!

Und dem Freunde, dem erschreckten,
Deucht, er muß euch eilig pflücken,
Daß ihr nicht zu schnell verblüht!

(Friedrich Hebbel)


Gruß


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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 25.01.2002    um 07:57 Uhr   

Bedankt sich bei Windel Willi für das Gedicht ...
und stellt zwei neue vor ...


PIERRE DE RONSARD huldigte der Rose mit dem Gedicht "Die Rose"

Wie man an ihrem Zweig im Monat Mai die Rose
In ihrer Jugend sieht, in ihrer ersten Pracht,
Wie sie mit ihrer Glut den Himmel neidisch macht,
Der morgens sie besprengt, der weinend-wolkenlose:

Die Anmut ruht sich aus, die Lieb' auf ihrem Blatte,
Erfüllend Busch und Baum mit ihrem süßen Hauch;
Doch martert Regen sie, quält Hitze ihren Strauch,
So löst sie sich vom Stiel und Stirbt, die todesmatte:

So hat im ersten Glanz, in deiner schönsten Zeit,
Als Erd' und Himmel dich geziert mit ihrem Kleid,
Die Parze dich gefällt zu frühem Aschenlose.

Nimm meine Träne denn zum Schmuck dir in die Gruft,
Den Krug hier voller Milch, den Korb voll Blumenduft,
Dass tot wie lebend du nur Rose seist, nur Rose.



THOMAS MANN fand für die Rose folgende Worte ...

Die Rosenzeit war ihre ganze Wonne.
Sie zog sich die Königin der Blumen an Stöcken in ihrem Garten,
schützte sie sorgfältig, mit gebotenen Mitteln,
gegen fressende Raupen, und immer standen, solange
die Glorie nur währte, auf den Etageren und
Tischchen ihres Boudoirs Sträuße von wohlerquickten Rosen,
knospenden, halb- und vollerblühten, roten namentlich
(denn weiße sah sie nicht gern), von eigener Zucht oder Gaben
der Aufmerksamkeit von Besucherinnen, denen ihre Passion
bekannt war. Sie konnte lange, mit geschlossenen Augen,
ihr Gesicht in solchem Strauße bergen und, wenn sie es wieder
daraus erhob, versichern, das sei Götterduft;
als Psyche sich mit der Lampe über den schlafenden Amor
beugte, habe sein Hauch, hätten seine Locken und
Wangen ihr Näschen gewiss mit diesem Wohlgeruch erfüllt;
Es sei Himmelsarom, und sie zweifle nicht, dass man
Als seliger Geist dort oben in Ewigkeit Rosenduft atmen werde.



Wünsche allen einen guten Start in den neuen Tag ...
Bussi gibz ... und wech is ...
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Nutzer: KuttelDaddeldu
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geschrieben am: 25.01.2002    um 12:41 Uhr   
Der lieblingskriegerin auch mal ein gedicht hinterläßt


Weiße Rosen


1

Du bissest die zarten Lippen wund,
Das Blut ist danach geflossen;
Du hast es gewollt, ich weiß es wohl,
Weil einst mein Mund sie verschlossen.

Entfärben ließt du dein blondes Haar
In Sonnenbrand und Regen;
Du hast es gewollt, weil meine Hand
Liebkosend darauf gelegen.

Du stehst am Herd in Flammen und Rauch,
Daß die feinen Hände dir sprangen;
Du hast es gewollt, ich weiß es wohl,
Weil mein Auge daran gehangen.

2

Du gehst an meiner Seite hin
Und achtest meiner nicht;
Nun schmerzt mich deine weiße Hand,
Dein süßes Angesicht.

O sprich wie sonst ein liebes Wort,
Ein einzig Wort mir zu!
Die Wunden bluten heimlich fort,
Auch du hast keine Ruh.

Der Mund, der jetzt zu meiner Qual
Sich stumm vor mir verschließt,
Ich hab ihn ja so tausendmal,
Vieltausendmal geküßt.

Was einst so überselig war,
Bricht nun das Herz entzwei;
Das Aug, das meine Seele trank,
Sieht fremd an mir vorbei.

3

So dunkel sind die Straßen,
So herbstlich geht der Wind;
Leb wohl, meine weiße Rose,
Mein Herz, mein Weib, mein Kind!

So schweigend steht der Garten,
Ich wandre weit hinaus;
Er wird dir nicht verraten,
Daß ich nimmer kehr nach Haus.

Der Weg ist gar so einsam,
Es reist ja niemand mit;
Die Wolken nur am Himmel
Halten gleichen Schritt.

Ich bin so müd zum Sterben;
Drum blieb' ich gern zu Haus
Und schliefe gern das Leben
Und Lust und Leiden aus.



Theodor Storm
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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 25.01.2002    um 17:22 Uhr   

Bedankt sich stürmisch bei dem ollen Ricolaner und dem ollen Seebär ;-)
und schickt ihnen gerührt ...*und nicht geschüttelt* ein Dankesbussi oder auch zwei

Wünsche Euche einen Super-Abend ...
lachend verschwindet ...
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Nutzer: zwiebelinchen
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geschrieben am: 25.01.2002    um 17:29 Uhr   
.. ach wie gern wär ich ein röselein,
dass man auch küsst die blätter mein ..

da es nicht kann sein,
bleib ich allein.
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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 25.01.2002    um 17:33 Uhr   

Nene ... so leicht werdet ihr die Kriegerin nich los ;-)
Ein oder zwei Gedichte hat sie noch ...


GOTTFRIED BENN schrieb "Wenn erst die Rosen verrinnen"

Aus Vasen oder vom Strauch
Und ihr Entblättern beginnen,
Fallen die Tränen auch.

Traum von der Stunden Dauer,
Wechsel und Wiederbeginn,
Traum - vor der Tiefe Trauer:
Blättern die Rosen hin.

Wahn von der Stunden Steigen
Aller ins Auferstehn,
Wahn - vor dem Fallen, dem Schweigen:
Wenn die Rosen vergehn.





BERTOLT BRECHT machte sich auch so seine Gedanken über die Rose ...

Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?
Plötzlich dunkelrot und jung und nah?
Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen.
Aber als wir kamen, war sie da.

Eh sie dar war, ward sie nicht erwartet.
Als sie dar war, ward sie kaum geglaubt.
Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet.
Aber war es so nicht überhaupt?



Allen einen guten Start ins Wochenende wünscht ...
winkerz und nun endgültig wech is ...
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"Autor"  
Nutzer: zwiebelinchen
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geschrieben am: 25.01.2002    um 17:53 Uhr   

h wie betörend ist der Rose Duft
wenn sie erblüht.

Ein jedes Auge bekommt einen Glanz,
das sie erspäht.

Ein Zauber umgibt sie in ihrer Pracht,
sie ist Magie.

ein Jüngling verschenkt sie
in lauschiger Nacht.

Die Maid mit großem Entzücken
sich läßt von der Rose Anblick beglücken.

Noch getrocknete Rosenblätter
überstehen die Zeit
und alle Wetter.

@
-{---





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Nutzer: KuttelDaddeldu
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geschrieben am: 26.01.2002    um 09:43 Uhr   
moin lieblingskriegerin,

ist zwar kein rosengedicht, aber es kommen rosen darin vor :-)

Frühling

Die Bäume im Ofen lodern.
Die Vögel locken am Grill.
Die Sonnenschirme vermodern.
Im übrigen ist es still.
Es stecken die Spargel aus Dosen
die zarten Köpfchen hervor.
Bunt ranken sich künstliche Rosen
in Faschingsgirlanden empor.

Ein Etwas, wie Glockenklingen,
den Oberkellner bewegt,
mir tausend Eier zu bringen,
von Osterstören gelegt.

Ein süßer Duft von Havanna
verweht in ringelnder Spur,
ich fühle an meiner Susanna
erwachende neue Natur.

Es lohnt sich manchmal, zu lieben,
was kommt, nicht ist oder war.
Ein Frühlingsgedicht, geschrieben
im kältesten Februar.


Joachim Ringelnatz

(wer sonst ?)
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geschrieben am: 26.01.2002    um 12:03 Uhr   

Sendet zwiebelinchen und Kuttel besonders liebe Dankesgrüsse
und setzt die "Serie" mit nachfolgenden Gedichten fort ...


HANS CHRISTIAN ANDERSEN schrieb ein wundervolles Gedicht mit dem Titel "Der Rosenelf"

Inmitten eines Gartens wuchs ein Rosenstrauch,
der war ganz voller Rosen,
und in einer davon, der schönsten von allen,
wohnte ein Elf; er war so winzig klein,
dass kein menschliches Auge ihn sehen konnte,
hinter jedem Blatt in der Rose
hatte er so wohlgestalt und hübsch,
wie ein Kind nur sein konnte,
und hatte Flügel an den Schultern,
hinab bis zu den Füßen.
Oh, es war ein Duft in seinen Zimmern,
und wie hell und schön waren die Wände!
Sie waren ja die feinen hellrosa Rosenblätter.



CLEMENS von BRENTANO ( den ich besonders schätze ) schrieb in "Des Knaben Wunderhorn" ...

Drey Winterrosen

Es ritt ein Herr mit seinem Knecht,
Des Morgens in dem Thaue,
Was fand er auf der Heide stehn?
Ein wunderschöne Jungfraue.
"Gott grüß euch Jungfrau hübsch und fein,
Gott grüß euch Auserwählte,
Wollt Gott ich sollt heut bey euch seyn,
In euren Armen schlafen."

"In meinen Armen schlaft ihr nicht,
Ihr bringt mir denn drey Rosen,
Die in dem Winter wachsen sind,
In voller Blüt erschlossen."

Er schwang sich in den Sattel frei,
Dahin so thät er traben,
Da wo die rothen Röslein stehn,
Um Fräuleins Gunst zu haben.

Der Röslein warn nicht mehr denn drey,
Er brach sie an den Stielen,
Er schütt sie der Magd in Geren frei,
Nach allem ihren Willen.

Da sie die rothen Röslein sah,
Gar freundlich thät sie lachen:
"So sagt mir edle Röslein roth,
Was Freud könnt ihr mir machen?"

"Die Freud, die wir euch machen wohl,
Die wird sich auch schon finden,
Jetzund geht ihr ein Mägdlein jung,
Aufs Jahr mit einem Kinde."

"Geh ich mit einem Kindelein,
So muß es Gott erbarmen,
Hab ich doch nur eine halbe Nacht,
Geschlafn an deinen Armen."

"So klage nicht mein Töchterlein,
Und weine nicht so sehre,
Es ist geschehn; manch Jungfräulein
Kam noch zu großen Ehren."

Das hat gesungen ein Reuter gut,
Ein Berggesell hat ihn verdrungen,
Er trinkt viel lieber den lautern Wein,
Denn Wasser aus kühlem Brunnen


Die Kriegerin wünscht allen einen friedlichen Samstag ...
Bye ... Bussi ... wech is ...
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geschrieben am: 28.01.2002    um 12:38 Uhr   


Aus der Feder von FRIEDRICH von FLOTOW stammt "Letzte Rose, wie magst du so einsam hier blühn?"

Deine freundlichen Schwestern
Sind längst, schon längst dahin.
Keine Blüte haucht Balsam
Mit labendem, labendem Duft,
Keine Blätter mehr flattern
In stürmischer Luft.
Warum blühst du so traurig
Im Garten allein?
Sollst im Tod mit den Schwestern,
Mit den Schwestern vereinigt sein.
Drum pflück ich, o Rose,
Vom Stamme, vom Stamme dich ab,
Sollst ruhen mir am Herzen
Und mit mir, ja mit mir im Grab.



STEFAN GEORGE beschrieb die "Novemberrose"

Sag mir blasse Rose dort
Was stehst du noch an so trübem Ort?
Schon senkt sich der Herbst am Zeitenhebel
Schon zieht an den Bergen Novembernebel.
Was bleibst du allein noch blasse Rose?
Die letzte deiner Gefährten und Schwestern,
fiel tot und zerblättert zur Erde gestern,
und liegt begraben im Mutterschosse.
Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!
Ich warte noch eine kleine Weile.
Auf eines Jünglings Grab ich stehe:
Er vieler Hoffnung und Entzücken.
Wie starb er? Warum? Gott es wissen mag!
Eh ich verwelke eh ich vergehe.
will ich sein frisches Grab
noch schmücken...
am Totentag.


Alle lieb grüßt ...
und einen guten Start in die neue Woche wünscht ...
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geschrieben am: 09.02.2002    um 09:16 Uhr   


Möchte diesmal in einer Geschichte vom "Armen Poeten und der Rose" berichten...

Es wird berichtet, dass eines Nachts ein rabenschwarzer Vogel - und hier gehen die Meinungen auseinander; die einen behaupten es wäre ein Raabe, andere bestehen darauf es wäre ein Drude gewesen - über die Grafschaft Rath flog. Und just als er über das Haus des armen Poeten Lenz flog, just in diesem Augenblick ließ er einen Samen fallen. Als der Dichter am nächsten Morgen erwachte, sah er an der Stelle, wo das Samenkorn hingefallen war, eine Rose ihre Blätter entfalten. Er verliebte sich auf der Stelle in sie und eilte ins Haus um ihr ein paar Zeilen zu schreiben; eilte zu seinem Schreibtisch, tauchte die Feder ins Faß und begann in schöner Schrift ein Gedicht zu schreiben.

Als er geendet hatte ging der Poet wieder hinaus und befolgte einen jeden der Ratschläge. Den ganzen Tag saß er bei der Blume und betrachtete sie. Gegen Abend schlug er sogar ein Zelt neben der Rose auf und holte, ob der Frische der Nächte, einen Schlafsack. Auf einmal setzte die Rose mit hoher Stimme zu sprechen an. "Schläfst du schon", fragte sie den Poeten. Als dieser den Kopf schüttelte berichtete sie ihm die Sage um die Rose

Einst, als die Welt noch jung war
und Mensch und Tier in Einklang
und -tracht lebten
gebar die Mutter der Blumen
eine rote Blume
und gab ihr den Namen Rose

Sie hatte einen süßlichen Duft
Und egal ob Mensch oder Tier
Liebte sie und roch an ihr

Da gab ihr die Mutter der Blumen
Stacheln, zu piksen Mensch und Tier
Und das tat sie auch

"Dies ist die Geschichte der Rosen", endete die Rose Sie beugte sich zu ihm hinüber und drückte ihre Blätter auf seine Wange, wobei sie flüsterte: "Gute Nacht."

Als er am nächsten Morgen Hunger verspürte, ging er ins Haus. Er wollte sich gerade ein Brot schmieren, als ihn eine krächzende Stimme zurückrief: "Herr Poet, bleibt hier".
Verwundert drehte sich Lenz nach der Stimme um; doch er entdeckte nichts. Ein Zweites Mal krächzte die Stimme, "Herr Poet, bleibt hier", ein zweites Mal blickte er hin. Erst beim dritten Mal entdeckte er in der Kaminstelle einen drudenähnlichen Vogel. "Was willst du von mir", fragte der Dichter. "Dir ein Kompliment machen. "Ich glaube, du bist echt der richtige", sprach der Vogel. "So gut wie du, hat noch niemand die Blume behandelt." Der arme Poet fühle sich geehrt. "Aber sei vorsichtig!" warnte ihn der Vogel. "Wenn sie nicht gepflegt wird, verlierst du sie."

Das wollte der Dichter nun natürlich nicht. "Wie muss ich sie behandeln, dass sie nicht verloren geht?" wollte er wissen. "Du mußt ihr viel, sehr viel Liebe entgegenbringen." Er machte eine Kunstpause, seufzte und fuhr dann fort: "Es ist schwer, aber es muss sein. Es ist dein Schicksal. "

Der Jüngling schmierte sich schnell sein Butterbrot und ging noch einmal hinaus. Doch bevor er sein Brot aß, goss er die Blume. Die Tage verstrichen und aus Tagen wurden Monate. Aus den Monaten wurden Jahreszeiten und als ein Jahr fast vorbei war, schien er sie zu verlieren.

Ende des 1ten Teils..............



Geändert am 09.02.2002 um 09:25 Uhr von Aoifa

Geändert am 09.02.2002 um 09:27 Uhr von Aoifa
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geschrieben am: 09.02.2002    um 09:19 Uhr   


Der Poet und die Rose .... Teil 2

Aus unergründlichen Gründen brauchte der König alle Rosen des Landes. Der rabenschwarze Vogel führte mit dem Poeten ein langes Gespräch darüber. "Die Gelehrten des Königs", begann er, "haben eine vor kurzem herausgefunden, dass die Prinzessin des Landes einst einen armen Poeten heiraten wird. Und so ist sie von einer Hexe, die dem Königshaus sehr nahe steht, in eine Rose verwandelt worden. Doch diese ist nun verlorengegangen. Und der König sucht nun alle Rosen, um sie zurückzugewinnen."

Lenz dachte an Soldaten, die seine Rose gefangen nehmen würden. Und ihn auch? "Doch habe keine Angst", beruhigte ihn der drudenhafte Vogel. "Gegen echte Liebe können die Soldaten des Königs nichts machen. Denn die Rose hat auch Zauberkräfte, die durch deine Liebe gestärkt werden." Hier stoppte der Vogel und legte den Schnabel auf Lenz Schulter. Der Dichter spürte, wie ihn eine Kraft durchströmte. "So", sprach der Vogel, "geh in den Garten zu deiner Prinzessin oder Rose und gieße sie nochmals."

Kaum hatte der Schreiberling die Rose gegossen, als er auch schon drei Soldaten auf dem Weg ankommen sah. Sie ritten auf Pferden. Er nahm neben ihr Platz. "Leg deine Hand um meinen Körper. Keine Angst. Ich ziehe die Dornen ein.", flüsterte die Rose Der Autor tat wie ihm geheißen und wieder war es wieder wie beim Vogel. Er spürte, wie er von einer starken Kraft durchströmt wurde. Gleichzeitig spürte er aber auch, dass er Kraft abgab. "Küss mich jetzt", sprach sie. Der Poet legte seine Lippen auf die Blütenblätter.

Als die Soldaten auf ihren Pferden zum Garten kamen - das Tor aber nicht öffneten; die Pferde sprangen über das Tor - hielten die beiden Liebenden sich noch enger aneinander fest. Einer der Reiter preschte vor - blieb aber drei Meter vor der Rose stehen. Der Zweite preschte auch heran, passierte den ersten und blieb zwei Meter vor den sich liebenden Stehen. Erst der dritte Reiter ritt bis auf einen Meter an sie heran.

Da begann etwas wundersames. Die Rose begann stärker zu blühen, wuchs und wuchs, bis sie den Poeten um eine Kopflänge überragte und begann wieder zu verwelken. Der Poet wollte sie schon gießen, doch sie schüttelte nur stumm den Kopf.

Der dritte Reiter begann zu sprechen: "Seid Ihr es, Prinzessin?" Die Rose schwieg und aus ihr wuchs eine wunderschöne Jungfrau. Die Reiter wandten die Köpfe ab, so geblendet waren sie von ihrer Schönheit. Einzig Lenz blickte sie verzückt an. "Ja, ich bin es. Reitet zurück zum Schloss und verkündet, die Prophezeiung sei in Erfüllung gegangen." Und sie beugte sich zum armen Poeten hinüber und fragte ihn: "Willst du mein Gemahl werden?"

Der Dichter nickte stumm und sie küßten sich lange.
Indessen waren die Reiter zurück zum Schloß gekehrt und ließen die Hochzeit ausrichten. Der Vogel, der wirklich ein Drude war, wurde Brautzeuge. Es wurde eine große Hochzeit und nicht nur Edelleute waren geladen, nein alle Menschen des Landes hatten eine Einladung bekommen. Und so lebten sie in Frieden zusammen und der ehemals arme Poet wurde als König für seinen Reichtum bekannt.



Geändert am 09.02.2002 um 09:35 Uhr von Aoifa

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Geändert am 09.02.2002 um 09:41 Uhr von Aoifa
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Nutzer: KäptnD
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Anzahl Nachrichten: 1508

geschrieben am: 11.02.2002    um 18:01 Uhr   
Rote Rosen

Wir haben nicht das Glück genossen
In indischer Gelassenheit;
In Qualen ist's emporgeschossen,
Wir wußten nichts von Seligkeit.

Verzehrend kam's in Sturm und Drange;
Ein Weh nur war es, keine Lust!
Es bleichte deine zarte Wange
Und brach den Atem meiner Brust.

Es schlang uns ein in wilde Fluten,
Es riß uns in den jähen Schlund;
Zerschmettert fast und im Verbluten
Lag endlich trunken Mund auf Mund.

Des Lebens Flamme war gesunken,
Des Lebens Feuerquell verrauscht,
Bis wir aufs neu den Götterfunken
Umfangend, selig eingetauscht.



(Theodor Storm)
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