| "Autor" |
Das Tor |
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geschrieben am: 17.02.2002 um 00:55 Uhr
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Ihre Reise durch die Tage -
Stumme Pfade durch die Nacht -
Hat sie nun nach langer Klage
An ein großes Tor gebracht.
Vor dem steingetränkten Bogen
Und dem Schwingentor der Pein
Steht ein Wächter, kalt verloren,
Lässt sobald niemand herein.
Schweigend stellt er seine Frage,
Seine Worte gleichen Eis;
Und als Antwort klingt das Klage-
Lied der Schwalb* in seinem Geist.
Als er ihr stilles Lied vernommen
Sieht er sie verstehend an.
Sie ist ans End des Wegs gekommen,
Weit öffnet er das Tor sodann.
Und als sie schon drauf zugegangen,
Da folgt er ihr ein kleines Stück.
Und spricht: "Noch bist du hier gefangen
Von dort führt dich kein Weg zurück."
"Ich möcht nicht mehr gefangen sein!"
Entgegnet sie mit sterbender Ruh
Dann geht sie vorwärts, tritt bald ein,
Und ewig schließen ihre Lider sich mit den schweren Tore zu.
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*Ovid: Metamorphosen: Nachdem Philomela von Tereus vergewaltigt wird, schneidet er ihr die Zunge heraus. Später wird sie in eine Schwalbe, ihre Schwester Prokne in eine Nachtigall verwandelt.
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Arrasdin
Geändert am 17.02.2002 um 01:02 Uhr von Arrasdin Geändert am 17.02.2002 um 01:02 Uhr von Arrasdin |
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