| "Autor" |
SilenceStar |
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geschrieben am: 25.03.2002 um 19:03 Uhr
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Ruhig liegt der Wald dar. Nur leise weht ein Wind durch die Äste der großen, alten Bäume, deren Blätter in der Dunkelheit der Nacht tanzen. Das Feuer auf der Lichtung kaum verglommen und die letzten Wesen nun entschwunden, erscheint ein neues Licht und wirft das warme, glänzende Hell auch in die tiefsten Schatten.
Fröhlich schwirrt das kleine Licht umher, und nach und nach sammeln sich um es tausende kleiner Sterne vom Firmament. Freudig erscheint ihre Begrüßung. Allzu lang sahen sie einander nicht und genießen nun die Nähe und Wärme der Freundschaft.
Das kleine Licht inmitten seiner Freunde, wischt sich die feuchten, violett-leuchtenden Augen vor Glück, drückt die ihm nächsten Freunde und schwirrt dann voran.
Fröhlich tanzend übers Himmelszelt. Einen jeden grüßend, der ihnen begegnet. Doch plötzlich hält das kleine Licht. Vielsagend leuchte seine violetten Augen und schließlich schwebt es einsam, fast würdevoll zur Erde herab und landet dort als in ein nachtfarbenes Cape gehülltes Wesen. Langsam richtet sich der Blick erneut gen Himmel, ein letztes Winken ihren Freunden zuwerfend. Schließlich geht sie allein tiefer in das dunkle Grün des Waldes hinein. Lange erscheinen ihr die wenigen Minuten die sie ging, doch nun ist sie angelangt. Ehrfürchtig schaut sie auf zu der großen, uralten Eiche, die fast schon majestätisch vor ihr steht und ihren dunklen Schatten auf sie wirft. Die Hand der Gestalt wandert zur Kaputze des Capes und lässt diese langsam über das schwarze lange Haar nach hinten gleiten. Als einzigst heller Punkt erglühen noch immer ihre violetten Augen weiterhin auf die alte Freundin gerichtet.
Langsam kniet sie nieder, den Blick senkend und greift unter ihr weites Cape. Elegant zieht sie einen kleinen Beutel hervor und öffnet ihn. Einen nach dem anderen holt sie kleine, farbige Steine hervor und legt sie um sich halbkreisförmig mit der Öffnung gen Eiche gerichtet sanft zu Boden. Ihr Werk begutachtend steckt sie den Beutel ein und wendet dann den Blick hilfesuchend hoch zu den Wipfeln der Eiche.
"Bist du nicht die Herrin der Welt und gabst du ihr nicht das Leben?", leise, fast ängstlich ertönt die Stimme der jungen Frau.
Hoffend blickt sie weiterhin in die Äste der Eiche.
Plötzlich zieht eine leichte, warme Brise auf, die tröstend den Körper der nächtlichen Gestalt umspielt und leise, geflüsterte Worte murmelt:
"So ist es!"
Neuen Mut packend, erhebt die junge Frau erneut die Stimme, nun kräftiger mit einem zärtlichem Unterton.
"Bist du es nicht, die dieses Leben schützt auf eben ihre eigne Art und Weise?"
Erneut umspielt sie ein leichter Hauch und lässt ihr weites Gewand in die Dunkelheit wehen. Ihr bloßer Körper leuchtet im Licht des Mondes, der wie schützend über ihr am Firmament ruht. Das lange Haar weht im Wind, doch die Augen sind weiterhin zur alten Eiche gerichtet.
"So ist es!"
Langsam gleiten die Hände der jungen Frau zu der auf ihrem nackten Busen ruhenden Kette und hebt sie über ihren Kopf. Die altsilberne Doppelaxt an der Kette schwingt im Rhytmus des Windes und spiegelt das Licht des Mondes. Langsam erhebt sich die Gestalt und geht auf die Eiche zu. Fast zärtlich gleiten ihre Hände mit der Kette zu einem Ast der Eiche und hängen sie dort nieder. Erneut kniet sie sich auf den Boden, den Blick gen Wipfel gerichtet.
"So flehe ich dich Mutter der Erde an...beschütze mein Kind wie du es mit deinem tust."
Ein rotes Leuchten erglimmt an der Stelle der Eiche an der die Kette hängt, doch im nächsten Augenblick ist diese auch schon verschwunden, das rote Glimmen jedoch bleibt. Langsam gleitet es von der Eiche zu dem nackten Wesen und lässt sich wärmend an deren Busen nieder.
"Dein Kind ist bei mir sicher Herrin Escarpas!"
Leicht haucht es über die Wange der jungen Frau und gleitet dann zur Eiche zurück um dort auf dieselbe Art und Weise zu verschwinden wie es erschien.
Eine einsame, jedoch glückliche Träne stiehlt sich aus dem Auge der jungen Frau, die nun wieder gehüllt in das lange Cape dasteht und einen letzten dankbaren Blick auf die Eiche wirft.
Langsam jedoch wendet sie sich ab und breitet die nun sichtbaren weiten, schwarzen Flügel auf ihrem Rücken aus, stößt sich sachte vom Boden und gleitet Richtung Himmel.
Dort hält sie erneut kurz an. Zitternd schwebt sie in der warmen Nachtluft und traut sich nicht einen Blick zurückzuwerfen. Schließlich tut sich ein weißglänzendes, waberndes Portal vor ihr auf und sie schwebt leise seufzend hindurch.
Nun ist es wieder ruhig auf der Lichtung und alles ist wie zuvor, das Feuer verglommen und die alten Bäume ruhig. Doch langsam geht die Sonne auf am Horizont und bringt neue Hoffnung für jedes Wesen. |
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