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"Autor"

Beziehungen unter die Lupe genommen ;-)

Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 25.02.2002    um 01:00 Uhr   

Tja, es scheint tatsächlich nicht nur Gedichte mit Herz-Schmerz zu geben ...
einige Dichter beschäftigen sich tatsächlich mit dem Leben nach dem ersten leidenschaftlichen Kuss .....

Ein wundervolles Gedicht zu diesem Thema ist von Kurt Tucholsky und trägt den Titel ...

DANACH

Es wird nach einem happy end
Im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht blos noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen -
da hat sie nu den Schentelmen.
Na, un denn – ?

Denn jehn die beeden brav ins Bett.
Na ja Â… diss is ja auch janz nett.
A manchmal möcht man doch jern wissn:
Wat tun se, wenn sie sich nich kissn?
Die könn ja doch nich imma penn …!
Na, un denn – ?

Denn säuselt im Kamin der Wind.
Denn kricht det junge Paar 'n Kind.
Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba.
Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba.
Denn wolln sich beede jänzlich trenn …
Na, un denn – ?

Denn is det Kind nich uffn Damm.
Denn bleihm die beeden doch zesamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare:
vorn doof und hinten minorenn ...
Na, un denn – ?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuss und Schnurrbartzeit -
Ach, Menschenskind, wie liecht det weit!
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr !
Der olle Mann denkt so zurück:
Wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch und Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.


Grins und wech ...
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"Autor"  
Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 25.02.2002    um 01:03 Uhr   

Ein weiteres aus der Serie stammt ebenfalls aus der Feder von Kurt Tucholsky und heisst ...


Der Ehekrach

"Ja-!"
"Nein – !"
"Wer ist schuld?
Du!"
"Himmeldonnerwetter, lass mich in Ruh!"
– "Du hast Tante Klara vorgeschlagen!
Du lässt dir von keinem Menschen was sagen!
Du hast immer solche Rosinen!
Du willst bloß, ich soll verdienen, verdienen –
Du hörst nie. Ich red dir gut zu …
Wer ist schuld – ?
Du."
"Nein."
"Ja."

– "Wer hat den Kindern das Rodeln verboten?
Wer schimpft den ganzen Tag nach Noten?
Wessen Hemden muss ich stopfen und plätten?
Wem passen wieder nicht die Betten?
Wen muss man vorn und hinten bedienen?
Wer dreht sich um nach allen Blondinen?
Du – !"
"Nein."
"Ja."
"Wem ich das erzähle…!
Ob mir das einer glaubt – !"
– "Und überhaupt -!"
"Und überhaupt -!"
"Und überhaupt – !"

Ihr meint kein Wort von dem, was ihr sagt:
Ihr wisst nicht, was euch beide plagt.
Was ist der Nagel jeder Ehe?
Zu langes Zusammensein und zu große Nähe.

Menschen sind einsam. Suchen den andern.
Prallen zurück, wollen weiter wandern …
Bleiben schließlich … Diese Resignation:
Das ist die Ehe. Wird sie euch monoton?
Zankt euch nicht und versöhnt euch nicht:
Zeigt euch ein Kameradschaftsgesicht
und macht das Gesicht für den bösen Streit
lieber, wenn ihr alleine seid.

Gebt Ruhe, ihr Guten! Haltet still.
Jahre binden, auch wenn man nicht will.
Das ist schwer: ein Leben zu zwein.
Nur eins ist noch schwerer: einsam sein.


Wünsche allen eine friedliche Nacht und süsse Träume ...
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"Autor"  
Nutzer: schlau
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geschrieben am: 25.02.2002    um 11:37 Uhr   
in der ehe ist gewöhnlich einer der dumme.
nur wenn zwei dumme heiraten, das kann mitunter gutgehn... ;-)

auch vom kurt
 
alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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"Autor"  
Nutzer: KäptnD
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geschrieben am: 10.04.2002    um 06:02 Uhr   
"20 Jahre lebten meine Frau und ich glücklich zusammen, dann haben wir geheiratet"

(aber fragt mich nicht von wem das ist)
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"Autor"  
Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 12.04.2002    um 12:04 Uhr   


Ein Mensch von gründlicher Natur

Macht bei sich selber Inventur.
Wie manches von den Idealen,
Die er einst teuer musste zahlen,
Gibt er, wenn auch nur widerwillig,
Weit unter Einkaufspreis, spottbillig.
Auf einen Wust von holden Träumen
Schreibt er entschlossen jetzt:
"Wir räumen!"
Und viele höchste Lebensgüter
Sind nur mehr alte Ladenhüter.
Doch ganz vergessen unterm Staube
Ist noch ein Restchen alter Glaube,
Verschollen im Geschäftsbetriebe
Hielt sich noch ein Quentchen Liebe,
Und unter wüstem Kram verschloffen
Entdeckt er noch ein Stückchen Hoffen.
Der Mensch, verschmerzend seine Pleite,
Bringt die drei Dinge still beiseite
Und lebt ganz glücklich bis zur Frist,
Wenn er noch nicht gestorben ist.
(Eugen Roth)


Erfolgloser Liebhaber

Ein Mensch wollt sich ein Weib erringen,
Doch leider konnts ihm nicht gelingen.
Er ließ sich drum, vor weitern Taten,
Von Frauen und Männern wohl beraten:
"Nur nicht gleich küssen, tätscheln, tappen!"
"Greif herzhaft zu, dann muss es klappen"
"Lass deine ernste Absicht spüren!"
"Sei leicht und wahllos im Verführen!"
"Der Seele Reichtum lege bloß!"
"Sei scheinbar kalt und rücksichtslos!"
Der Mensch hat alles durchgeprobt,
Hat hier sich ehrenhaft verlobt,
Hat dort sich süß herangeplaudert,
Hat zugegriffen und gezaudert,
Hat Furcht und Mitleid auferweckt,
Hat sich verschwiegen, sich entdeckt,
War zärtlich kühn, war reiner Tor,
Doch wie er's machte - er verlor.
Zwar stimmte jeder Rat genau,
Doch jeweils nicht für jede Frau!


Wünsche allen einen erfolgreichen Start ins Wochenende ;-)


Geändert am 12.04.2002 um 12:06 Uhr von Aoifa
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"Autor"  
Nutzer: Gast_pipil
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geschrieben am: 12.04.2002    um 16:49 Uhr   
in einer ehe sucht man gemeinsam eine lösung für probleme, die ohne ehe gar nicht vorhanden wären.....

macht sich dann mal an die problemlösung.......


pipil
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"Autor"  
Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 12.04.2002    um 17:01 Uhr   
..pipil..dazu brauchts keinen Trauschein ;o)

für mich heißt Beziehung auch "Arbeit" :-)

ein schönes Wochenende auch von mir

fratz
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"Autor"  
Nutzer: schlau
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geschrieben am: 12.04.2002    um 19:03 Uhr   
ähnlichkeiten mit lebenden personen sind ... rein zufällig? *grinz*
 
alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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"Autor"  
Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 13.04.2002    um 14:36 Uhr   

Mal wieder einen Beitrag ausgegraben hat ...

Modernes Märchen

Sie waren so sehr ineienander verliebt,
wie es das nur noch in Büchern gibt.
Sie hatte kein Geld. Und er hatte keins.
Da machten sie Hochzeit und lachten sich eins.

Er war ohne Amt. So blieben sie arm.
Und speisten zweimal in der Woche warm.
Er nannte sie trotzdem: "Mein Schmetterling".
Sie schenkte ihm Kinder, so oft es nur ging.

Sie wohnten möbliert und waren nie krank.
Die Kinder schliefen im Kleiderschrank.
Zu Weihnachten malten sie kurzerhand
Geschenke mit Buntstiften an die Wand.

Und aßen Brot, als wär's Konfekt,
und spielten: Wie Gänsebraten schmeckt.
Dergleichen stärkt wohl die Phantasie.
Drum wurde der Mann, blitzblatz! ein Genie.

Schrieb schöne Romane. Verdiente viel Geld
und wurde der reichste Mann auf der Welt.
Erst waren sie stolz. Doch dann tat's ihnen leid,
denn Reichtum schadet der Heiterkeit.

Sie schenkten das Geld einem Waisenkind.
Und wenn sie nicht gestorben sind ...

(Erich Kästner)


und ein weiterer Beitrag ...

Kleines Solo

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.

Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist ...
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

(Erich Kästner)


Wünsche allen ein wunderfröhliches Wochenende ...
und eine märchenhafte, traute Zweisamkeit ;-)
Geändert am 13.04.2002 um 14:39 Uhr von Aoifa
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Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 21.04.2002    um 20:34 Uhr   

Habe bei Erich Kästner noch etwas zum Thema gefunden ;-)


Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten,
(und man kann sagen, sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden,
wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter,
da weinte sie plötzlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon viertel nach vier.
Und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Cafe im Ort,
und rührten in ihren Tassen.
Am Abende saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort.
Und konnten es einfach nicht fassen.


Na dann wollen wir mal hoffen, dass er nicht der einzige ist, der sich zu dem Thema äußerte ...
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