| "Autor" |
~~Ohne Worte~~ |
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geschrieben am: 07.04.2003 um 07:46 Uhr
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"Mädchen im Spiegel"
Sie steht vor diesem großen Spiegel.
Schwer atmend wischt sie ihre Tränen beiseite - sinnlos.
Immer mehr Tränen rinnen aus ihren Augen.
Sie wandern über ihre hageren Wangen,
ihren dünnen Hals entlang
über ihren ausgehungerten Körper hinunter.
Manchmal, so wie jetzt,
begreift sie, dass sie dünn ist.
Manchmal läßt sie dieser Schlankheitswahn für wenige Sekunden los.
Sie blickt auf ihren Körper und
findet sich plötzlich wieder fett
und so unglaublich häßlich.
Ihre Knochen knacksen seltsam als
sie ihre Hand hebt um durch ihr
stumpfes, dünn gewordenes Haar zu streichen.
Sie packt einen Büschel,reißt ihn heraus.
Sie sieht ihr Gesicht und verspürt eine tiefe Wut.
Es ist, als wolle sie sich
die Erinnerung weghungern,
sie auf diese Weise auslöschen.
Mit jedem Gramm, dass verschwindet
rückt ihr Wahrnehmungsvermögen etwas mehr
in den Schleier der Taubheit.
Sie fühlt sich besser, bestätigt.
Sie ist in einem Zustand der völligen Selbstlosigkeit -
als ob sie sich selbst losgeworden wäre.
Und mit diesen Gefühl hat sie die Wahrheit verspürt.
Sie ist nicht mehr sie selbst.
Sie ist das Mädchen im Spiegel,
das von einem unbändigen Willen kommandiert wird,
im Scherbenmeer verloren.
(von Keisha)
das bluemele
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