| "Autor" |
Sie liebt ihn.... |
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geschrieben am: 03.04.2002 um 15:17 Uhr
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Er hat sich auf der Couch im Zimmer niedergelassen, seine Blicke verfolgen die farbenprächtigen Bilder, welche sich im Kasten einige Meter entfernt von ihm abspielen. Er trägt ein vom vielen schweiß gelb gefärbtes Hemd. Neben ihm auf einem Pappkarton stehen ein Dutzend leere Flaschen, deren Inhalt damit beschäftigt ist, sich im inneren seines Kopfes auszubreiten und eine dumpfe leere zu erzeugen. Kerzengerade steht sie am Herd in der Küche. Ihr Blick ist ausgezehrt, in monotonen Bewegungsabläufen führt sie den Kochlöffel in ihrer Hand. Die vielen offenen Wunden, welche sich in dichten Abständen auf ihrem ausgemergelten Körper verteilt vorfinden, sind unter langen Kleidern gut versteckt. Als auch die letzte der Flaschen geleert ist, und sie spürt, wie er langsam unruhig wird, bricht Panik in ihr aus. Ihre leeren Augen blicken ängstlich suchend umher, sie möchte ihn nicht wütend machen, sie liebt ihn doch so sehr. Sie hört seine Schritte, wie sie langsam näher kommen. Er greift nach dem Bügeleisen neben Ihr. Seine geräuschvollen Laute sind ungezügelt und voller Zorn, ohne auch nur einen Augenblick des Zögerns, wirft er das Eisen in ihre Richtung. Sie schließt die Augen. Weicht aus. Das Schreien des Kindes dringt aus dem Nebenraum. Sie hält sich die Hände an die Ohren. Er schlägt auf sie ein. Das Eisen löst schmerzen aus. Sie schreit. Er möchte nicht, dass sie schreit. Die Nachbarn könnten sich beschweren. Er drescht weiter auf sie ein. Als er endlich ablässt und sich aus der Küche entfernt, erhebt sie sich langsam wieder. Sie verstummt. Sie wird ihn nicht verraten, sie kann es nicht. Sie liebt ihn doch. Das Kind schreit lauter, sie eilt ins Zimmer, um es zu beruhigen, es könnte ihn stören. Er hält das Kind in Händen, es brüllt lauter als zuvor. Sie wagt es nicht, ihm das Kind abzunehmen. Er packt es an den kleinen Beinen und schleudert es an die Wand. Sie sieht zu. Das Kind schreit. Sie weint. Er schnappt sich eine Flasche Wein, öffnet sie und flößt sie dem Kind ein. Sie weint. Das Kind schlägt verzweifelt um sich, sein Schreien wird leiser, es möchte nicht schlucken. Er lacht. Er hat spaß. Als das Kind verstummt, lässt er es fallen und verlässt den Raum. Sie eilt zu ihrem Kind, nimmt es in den Arm. Schüttelt es, mag nicht recht glauben, dass es nicht mehr schreit. Als sie begreift, flüchtet sie aus dem Zimmer und kehrt kurz später mit einem Beutel zurück, hektisch packt sie das Kind hinein und verlässt damit die Wohnung. Sie wird ihn nicht verraten, sie kann es nicht. Sie liebt ihn doch so.
Cheona |
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