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"Autor"

Gestern

Nutzer: KäptnD
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Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1508

geschrieben am: 09.04.2002    um 01:56 Uhr   
Gestern

Ah du bist in dem Alter wo man anfängt sich Fragen links und rechts zu stellen
Und weil man keine Antwort kriegt wird man unsicher
Und wenn man unsicher ist dann fängt man an die Leute anzubellen

Findest jeden blöde
der 20 Jahre älter ist als du
Kann ja sein nur in 20 Jahren trifft das dann auf dich zu
Du findest deine Eltern öde
Aber schau mal deine Mutter die hat dich runde 270 Tage in sich rumgeschleppt
Und obs dir in den Kram reinpasst oder nicht du bist nun mal ein Teil von ihr


Gestern war gestern noch von heute
Und heut ist morgen Schnee von gestern
Nur eins vergessen viele Leute
Irgendwann ist jedermann auch du von gestern

Jede Zeit hat ihre Wahrheit ihre Idole
Ihren Glauben und ihren Aberglauben
Vieles wiederholt sich
In der Liebe wirst Du dieselben Fehler machen wie ich, wetten?
Und irgendwann wirst du merken oder auch nicht
Die Beste muss nicht immer die schönste sein

Jede Generation glaubt sie sei schlauer als die vor ihr
Ich glaub ich sei schlauer als die vor mir
Und du glaubst du seist schlauer als die vor dir
Aber wir sind nur Teil eines Ganzen,
wie bei einem Edelstein Du und ich wir sind nur Facette
Winzig kleine Glieder in einer langen langen Kette




T & M: Stephan Sulke
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"Autor"  
Nutzer: _Billi_
Status: Profiuser
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Registriert seit: 03.10.2002
Anzahl Nachrichten: 11

geschrieben am: 03.10.2002    um 23:05 Uhr   
Warum gabst du uns die tiefen Blicke

Warum gabst du uns die tiefen Blicke,
Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,
Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke
Wähnend selig nimmer hinzutraun?
Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,
Uns einander in das Herz zu sehn,
Um durch all die seltenen Gewühle
Unser wahr Verhältnis auszuspähn?

Ach, so viele tausend Menschen kennen,
Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz,
Schweben zwecklos hin und her und rennen
Hoffnungslos in unversehnem Schmerz;
Jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden
UnerwartŽte Morgenröte tagt.
Nur uns armen liebevollen beiden
Ist das wechselseitge Glück versagt,
Uns zu lieben, ohn uns zu verstehen,
In dem andern sehn, was er nie war,
Immer frisch auf Traumglück auszugehen
Und zu schwanken auch in Traumgefahr.

Glücklich, den ein leerer Traum beschäftigt!
Glücklich, dem die Ahndung eitel wär!
Jede Gegenwart und jeder Blick bekräftigt
Traum und Ahndung leider uns noch mehr.
Sag, was will das Schicksal uns bereiten?
Sag, wie band es uns so rein genau?
Ach, du warst in abgelebten Zeiten
Meine Schwester oder meine Frau.

Kanntest jeden Zug in meinem Wesen,
Spähtest, wie die reinste Nerve klingt,
Konntest mich mit einem Blicke lesen,
Den so schwer ein sterblich Aug durchdringt.
Tropftest Mäßigung dem heißen Blute,
Richtetest den wilden irren Lauf,
Und in deinen Engelsarmen ruhte
Die zerstörte Brust sich wieder auf;
Hieltest zauberleicht ihn angebunden
Und vergaukeltest ihm manchen Tag.
Welche Seligkeit glich jenen Wonnestunden,

Da er dankbar dir zu Füßen lag,
FühltŽ sein Herz an deinem Herzen schwellen,
Fühlte sich in deinem Auge gut,
Alle seine Sinnen sich erhellen
Und beruhigen sein brausend Blut!

Und von allem dem schwebt ein Erinnern
Nur noch um das ungewisse Herz,
Fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern,
Und der neue Zustand wird ihm Schmerz.
Und wir scheinen uns nur halb beseelet,
Dämmernd ist um uns der hellste Tag.
Glücklich, dass das Schicksal, das uns quälet,
Uns doch nicht verändern mag!


Johann Wolfgang von Goethe


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"Autor"  
Nutzer: _Billi_
Status: Profiuser
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Registriert seit: 03.10.2002
Anzahl Nachrichten: 11

geschrieben am: 03.10.2002    um 23:09 Uhr   
Wo du bist und wo ich sei
Wo du bist und wo ich sei,
ferneweg und nahebei;
überall und auch indessen
werdŽ ich deiner nicht vergessen;
dein gedenkŽ ich still erfreut,
selbsten in der Einsamkeit;
ja, im dicksten Publikum
schwebt mein Geist um dich herum.


Wilhelm Busch


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