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am anfang II ...

Nutzer: anastassja
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geschrieben am: 13.04.2002    um 17:56 Uhr   
AM VIERTEN TAGE
gingen drei von vier milliarden menschen zugrunde.
die einen an den krankheiten,
die der mensch gezüchtet hatte,
denn einer hatte vergessen, die behälter zu schließen,die für den nächsten krieg bereitstanden.
und ihre medikamente halfen nichts.
die hatten schon zu lange wirken müssen
in hautcremes und schweinelendchen.
die anderen starben an hunger,
weil etliche von ihnen den schlüssel
zu den getreidesilos versteckt hatten.
und sie fluchten gott,
der ihnen doch das glück schuldig war.
es war doch der liebe gott!

AM FÜNFTEN TAGE
drückten die letzten menschen den roten knopf,
denn sie fühlten sich bedroht.
feuer hüllte den erdball ein,
die berge brannten, und die meere verdampften,
und die betonskelette in den städten
standen schwarz und rauchten.
und die engel im himmel sahen,
wie der blaue planet rot wurde,
dann schmutzig braun und schließlich aschgrau.
und sie unterbrachen ihren gesang für zehn minuten.

AM SECHSTEN TAGE
ging das licht aus.
staub und asche verhüllten die sonne,
den mond und die sterne.
und die letzte küchenschabe,
die in einem raketenbunker überlebt hatte,
ging zugrunde an der übermäßigen wärme,
die ihr gar nicht gut bekam.

AM SIEBTEN TAGE
war ruhe.
endlich.
die erde war wüst und leer,
und es war finster über den rissen und spalten,
die in der trockenen erdrinde
aufgesprungen waren.
und der geist des menschen
irrlichterte als totengespenst über dem chaos.
tief unten
in der hölle aber
erzählte man sich die spannende geschichte
von dem menschen,
der seine zukunft in die hand nahm,
und das gelächter dröhnte hinauf
bis zu den chören der engel.

(aus: "die letzten kinder von schewenborn")



anastassja
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