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Der Sommer: Die Existenz jenseits der Tore

Nutzer: Windir
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geschrieben am: 21.05.2002    um 20:30 Uhr   


Damals...
...als sie noch keine Angst hatten...
Damals...
...als ich noch unwissend war...

Zufrieden war ich. Aber als es
dem Unbewußten entsprang...

...Damals und auch einst, wurde ich zu
Dem, was ich nun bin.

Dir Macht erfasste das meine,
wie die Angst das Blut der anderen.
Damals... war ich fern seiner Herde, ja
Damals...

Sonnenfinsternis - Zeit der Einsamkeit.
Sonnenfinsternis - Zeit der Sehnsucht.

Die Sonne auf des Skolls'. Zeichen verschlungen,
Herden zusammengetrieben, ihrer Existenzs Beraubt...

Sonnenfinsternis - Erinnerungen Durchregnen meine Gedanken.
Sonnenfinsternis - Reue untergräbt meinen Hass.

Wenige konnten fliehen - anderwertige.

Doch, was mit der Muttermilch
in meine Seele gelangt war,
lernten sie erst zu spät -
nun, da meine Vasallen aufbrachen.

Sonnenfinsternis - Zweifel entspringen der Einsamkeit
Sonnenfinsternis - Unendliche Leere...

Mein Thron auf den Leibern verstorbener Freunde.
Auf Mächten, deren Sinn man nur langsam versteht.
Des Fliehens müde, banden sie mich einst
freien Willens in die misstrauischen Hände.
Einst die magischen Fesseln erwartend,
die einstigen Freunde wiederzuerlangen.

Gekerkert und verraten,
als vor Jahrhunderten
die letzten wahren Freunde starben...

Trauer and Hass
ließen meine Kräfte vergessen,
aber... verbanden mich mit der Existenz
Jenseits der Tore.

Sonnenfinsternis - Quelle unfassbaren Leids
Sonnenfinsternis - unendliche Macht...

Sonnenfinsternis - Zeit zu Herrschen
Sonnenfinsternis - meine Zeit...

Unter neuen Wolken.
Ein Wind der Verwesung...

w
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 22.05.2002    um 06:43 Uhr   

Es war ein Traum.


Unter ewig neuen Wolken schallen
wie Gelächter die Rufe der Raben,
sturmzerfleddert und höhnisch,
regenschwer dräuen die Himmel
auf den Schultern der Welt.

Das leise Wispern des Schicksals
summend in silberner Spinnenseide,
wo Geburt, das Werden und Schuld
in geheimnisvollem Tanze wiegen,
wie heller Schatten niederfällt.

Ich entsinn mich, daß die Wölfe
heulten und an Braumkronen, dunkel
und tosend in den Armen der Winde,
die uns der Norden gesandt hat,
machtvoller Drachenflügelschlag.

Dann abgewandt, ein neues Fragment,
ein anderes Gefühl.

Das Flackern von Feuer im Geist.
Der Rauch hatte schwer in Kleider,
in Haut, selbst in die Gedanken
hineingefressen. Ich weiß, daß es
weh tat, doch daran erinner ich
mich nicht mehr.

Der Blick fällt auf zwei Narben.
Auf Handgelenken, fein und schmal,
so hell - und brennend - wie Eis.
Alles wiederholt sich, alles,
alles ist ähnlich, ist gleich.

An diesem Punkt bin ich aufgewacht,
nur für einen kurzen Augenblick.
Ich will mich erinnern an die
wabernden Schatten. War von Furcht
ich beseelt?

Es fühlte sich an, als schlösse
jemand mit sanftem Druck meine Lider,
und erneut sank ich in Schlaf,
tief und traumlos, und doch...

ich hatte gesagt: ich will mich
erinnern. (Es ist an der Zeit.)

Und nun ist es so ernst geworden,
denn wir gehen einem Ende entgegen.
Ich weiß, daß Du nach uns gerufen
hast. Wie viele noch ihre Stimme
zur Antwort erheben, vermag ich
nicht zu sagen.

Es ist so seltsam.
Wenn ich ansetze, um ein Gedicht
zu schreiben, schreibe ich es ganz
oder gar nicht... manchmal ist es
einfach noch nicht reif.

Dies aber muß ich aufschreiben,
denn ich will mich erinnern.
Daran erinnern, wo ich war, als
all dies geschah.

Es ist dunkel um mich,
ich hab es dazu gemacht.

Jemand hat einmal zu mir gesagt:
wenn man durch einen Jungel gehen muß, voll von
mörderischen reissenden Bestien, schnell wie Schatten
und gierig nach Blut, dann gibt es zwei Wege, das zu tun...
(wenn man mal davon absieht, aus lauter Angst nicht
zu gehen.)

Erstens kann man die Beute sein oder zweitens der
Jäger.

Auf diese Weise gehe ich in die Finsternis. Was
immer mir begegnen mag, meine Sinne sind wachsam, und
ich weiß, daß mir nichts geschehen kann - wenn ich
es nicht will. (natürlich ist auch ein Trick dabei.)

Seit Tagen gelange ich nicht mehr richtig zur Ruhe.
Ich will mich erinnern.
Es wäre an der Zeit...
aber etwas fehlt noch.
Sonnenfinsternis.






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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 22.05.2002    um 08:27 Uhr   


Der Trick.


"Auf diese Weise gehe ich in die Finsternis. Was
immer mir begegnen mag, meine Sinne sind wachsam, und
ich weiß, daß mir nichts geschehen kann - wenn ich
es nicht will. (natürlich ist auch ein Trick dabei.)"


Warum eigentlich nicht dem Trick einen kurzen Auftritt
gewähren... ein Trick ist er dennoch, und auch wenn man weiß, wie er funktioniert, muß ihn doch erst noch
beherrschen.

Wie anfangen.

Was wäre denn, wenn es eben doch etwas gibt, was einem
etwas anhaben kann, etwas bösartiges, dunkles, das
jeden Widerstand untergrabend sich in die Seele frißt...
Was wäre, wenn man sich nicht verteidigen kann, ganz
gleich was man auch versucht?

Diese Frage allein macht vieles schon im Vorfeld unmöglich,
denke ich. Zweifel. Und wie auf die meisten Fragen muß
auch hier jeder selbst die Antwort für sich finden.

An diese Stelle gehört ein Zitat, wenn ich es auch nicht
im genauen Wortlaut widergeben kann.

-

"Versuch nicht, den Löffel zu verbiegen. Das ist nämlich
nicht möglich. Versuch stattdessen einfach, Dir die
Wahrheit vorzustellen."

"Die Wahrheit?"

"Den Löffel gibt es nicht."

(aus: Matrix.)

-


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Nutzer: Windir
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geschrieben am: 22.05.2002    um 09:16 Uhr   
die wahrheit
was ist die wahrheit?
ist nicht alles lüge?
sind wir denn existent?
leben ist nicht wahrheit

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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 22.05.2002    um 09:23 Uhr   


man könnte auch fragen:

ist denn nicht alles wahrheit?

(es gibt so viele wahrheiten, wie es meinungen gibt.)

und genau da liegt das geheimnis.

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Nutzer: Windir
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geschrieben am: 22.05.2002    um 09:27 Uhr   
ist eine meinung denn nicht lüge? selten gibt es der meinung tiefe...

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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 22.05.2002    um 09:32 Uhr   


nun stelle man sich vor, man halte einen ganz normalen,
handelsüblichen zauberwürfel in den händen... so einen mit
den verschiedenen bunten seiten

klar, man kann mehr als nur eine seite sehen...
aber die grüne, die unten liegt, vielleicht nicht.

nun stelle man sich vor, wir wären viel kleiner...
und sehen von verschiedenen seiten auf den würfel

du siehst die rote seite, ich sehe die blaue...
bedeutet, daß ich rot nicht sehen kann, daß es nicht
existiert? vielleicht.
da du es aber sehen kannst, existiert es vielleicht auch
doch.

das sind meinungen.

zwischen wahrheit und lüge ist weniger unterschied
als man denken könnte.


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Nutzer: Windir
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geschrieben am: 22.05.2002    um 16:41 Uhr   
meinst du das wir existieren?
glaubst du das wie existieren?
weißt du das wir existieren?

die existenz kann lüge sein,
unser wissen ist übertragen, eingebrannt
doch wer hat sie erfunden?

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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 23.05.2002    um 07:16 Uhr   

*lachen muß, heiter*
meine güte, so viele fragen, und auf nicht eine
habe ich eine anwort.

das liegt daran, daß ich eigentlich immer nur
fragen finde. und finde ich eine einzige antwort
unter tausenden, dann wachsen daraus mindestens
zwei neue fragen, wahrscheinlicher aber tausend.

ich glaube auf jeden fall daran, daß etwas
existiert. aber was das ist, woher es kommt und
von wem es stammt, das vermag ich nicht zu sagen.
zu finden versucht hab ich jenseits der pfade
des glaubens, im kreuz der christen, in den gedanken
vieler sogenannter heiden, doch erkannte ich schnell:
dort ist es nicht.

ich glaube tatsächlich, daß es auf das denken jedes
einzelnen menschen - und fühlt er sich noch so
unwichtig - ankommt.

zwar werden wir durch die welt beeinflußt und geformt,
und zur welt gehören nunmal auch menschen... und
viel ist unglaublich traurig und schlecht... aber wir
formen auch die welt.

wie schade nur, daß sie so groß ist, daß die meisten
ihre kleinen erfolge als unwürdig ansehen.

ja, ich glaube daran zu existieren. ob ich es wirklich
tue, das weiß ich nicht. vielleicht bin ich nur ein
traum eines gottes, vielleicht mein eigener, vielleicht
sind wir nur ein spiegelbild einer anderen, besseren
(oder schlechteren) welt. vielleicht bilden wir uns auch
nur ein zu sein.

spielt das allerdings überhaupt eine rolle? würde das
wissen darum die möglichkeiten ändern, die wir haben?
*selbst nicht sicher ist*

an diesen fragen werden sich noch ganz andere als wir
die köpfe einschlagen.

für mich an sich gibt es nur eines, was zählt, und das
ist das leben... und wer glaubt, daß vom begriff "leben"
zum begriff "existenz" kein unterschied liegt, der irrt.

((mit 30 bin ich tot... mit 70 lieg ich dann im grab...))

so hast du es mal geschrieben.

unwissenheit darüber, was nun mit uns eigentlich ist,
quält mich nicht mehr. ich hab mich zwischen alle fronten
gestellt, und eines tages - sehr bald schon - werde ich
mich entscheiden, ob ich wieder auf eine seite wechsle,
oder ob ich nicht meinen standpunkt zu einer ganz eigenen
seite, zu einem ganz eigenen reich mache.

*nun ihre gedankengänge endet, weil dazu neigt, zu sehr
abzuschweifen*


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geschrieben am: 23.05.2002    um 20:10 Uhr   
wir formen die welt,
leider zu einem klumpen asche.
wir formen uns selbst,
zu verdammten toten.

das einzige, was mir in den kopf kommt
ist das:
wenn es ein traum eines gottes sein sollte
oder einer anderen gestalt,
dann muss dieses wesen sehr schlecht träumen
oder dessen phantasie und gedanken werden
schlecht beeinflusst...

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