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geschrieben am: 08.05.2002 um 16:06 Uhr
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ist zwar ganz schön viel, hoffe es liest trotzdem jemand...
Gelassen stand ich auf und ging langsam zum ausgang der u-bahn station pankow. Den kopf nach vorn gerichtet stieg ich die treppe aufwärts, weg von dem ganzen müll. Ich ging, setzte mich in irgendein café, bestellte einen capucino und hoffte, dass das gefühl, das sich in meinem bauch breitgemacht hatte, bald verschwinden würde. Ich spürte, wie meine kehle von dem warmen milchkaffee durchströmt wurde. Mein blick glitt an dem geländer hinauf und hinab. Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren. Ich versuchte meine gedanken zu ordnen, blieb aber immer wieder an erinnerungen kleben. Ich bezahlte und starrte währen des gehens gedankenverloren in die ferne. Mein blicl irrte umher, suchte etwas, an dem er sich auruhen konnte. Vergeblich! Mit der bahn fuhr ich in richtung ruhleben, stieg schönhauser allee aus und ging in die arcarden. Dort angekommen führten mich meine schritte als allererstes zu kiepert. Ich fragte dort den netten verkäufer nach einem buch, in dem es um wasser geht. Dieser lächelte mich daraufhin milde an und meinte dann, dass ich besser zu einem reiseveranstalter gehen sollte. Vergeblich versuchte ich ihm klar zu machen, dass ich keine reiseunterlagen suchte, sondern ein buch, das von wind, wasser und dem meer handelt. Irgendwann landete ich dann doch bei tui und betrachtete dort die angebote, währen die erzählfreudige verkäuferin unaufhörlich redete. Letzendlich entschloss ich mich den katalog über griechenland mitzunehmen und ihn abends bei einem glas wein näher zu betrachten. Ich ging noch mal schnell bei h&m gucken, kaufte mir ein dunkles shirt, meiner stimmung entsprechend, und lief dann langsam nach hause. Noch immer war ich mir nicht darüber klar geworden, wie das heute alles passieren war. Als ich vor der haustür stand fiel mir auf, dass ich mal wieder meinen schlüssel verlegt hatte, ich klingelte bei meiner nachbarin. Diese war aber nicht da. In der wartezeit verdrückte ich, auf der flurtreppe sitzend, mein brot. Gegen neun tippte mir dann meine nachbarin auf den rücken. Ich war wohl eingeschlafen. Sie schimpfte ein bisschen mit mir, von wegen ich sei so unselbständig, und verlasse mich ständig auf andere leute. Letzendlich hat sie mir dann doch noch die tür aufgesperrt. Schlaftrunken wankte ich in meine wohnung, wünschte ihr noch eine gute nacht und warf dann die tür ins schloss. Ich lehnte mich an die wand, meine tasche rutschte mir aus der hand. Ich ging ins bad, und stellte mal wieder fest, dass ich grauenhaft aussah. Ich lies mir badewasser ein, ging in die küche, setzte mich dort auf einen hocker, in die ecke von meiner kleinen küche, und öffnete eine flasche wein. Aus dem blauen schrank holte ich mir ein glas, das mir irgendwann ein freund geschenkt haben musste und goss mir ein. Ich roch am wein, glaube es war beordeaux, und nahm den ersten schluck. Nach etwa zehn minuten hatte ich schon zwei gläser getrunken. Die wanne rauschte verdächtig voll und ich lief schnell ins bad. Das blaue wasser kräuselte sich noch einwenig nachdem ich den wasserhahn abgestellt hatte. Ich holte mir das grosse orange handtuch aus dem schrank, das ich sonst immer mit in die schwimmhalle nehme, und legte es auf den toilettendeckel. Aus der flasche mit dem badeschaum lies ich eine kappe voll in die wanne laufen. Dann holte ich mir aus dem flur den reisekatalog, streifte meine klamotten ab und rutschte, mit den füßen voran in die wanne. Meine hände hingen an beiden seiten über den rand, doch mit dem kopf war ich schon längst im warmen wasser.die augen geschlossen genoss ich für ein paar sekunden die beruhigende welle der geborgenheit. Als ich wieder auftauchte und nach luft japste sah ich mir das reieprospekt genauer an und hatte dabei die impression, dass das alles was dort abgebildet war eigentlich gar nicht soweit entfernt von hier ist. Während ich noch versuchte mich für ein hotel zu entscheiden, guckte ich meine blaue spielzeugmöwe, die seit eine freundin ihr kind mitgebracht hatte nur noch ein auge besaß, an. Ich entschloss mich sie auf meine reise mitzunehmen, um ihr einige ihrer lebendigen artgenossen vorzustellen. Als ich die augen schloss waren für ein kurzen moment die verwirrenden gendanken verschwunden, und ich roch schon den seetang, hörte das meer rauschen und sah die gut geformten golgebräunten körper der männer am strand. Ich planschte noch ein wenig herum, doch in gedanken war ich schon längst nicht meher hier. Später, kurz vor dem einschlafen dachte ich noch ein wenig über diesen tag nach und stellte fest, dass es doch eigentlich gar nicht so schlecht war, das mich der nette verkäufer an das reiseunternehmen weitergeleitet hatte, denn bald, sehr bald würde ich in griechenland sein. Aber er wird seinen kleinen po noch immer jeden morgen in die bücherei bewegen. Irgendwie ging es mir ja eigentlich gar nicht so schlecht... |
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