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Papierflieger

Nutzer: Gast_iche
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geschrieben am: 27.05.2002    um 23:06 Uhr   
dieser verdammte Papierflieger! jedes Mal, wenn ich die Schreibtischschublade öffne, sehe ich ihn dort liegen. ein Blatt Papier aus einem Kalender. vom Dezember 2001. das Gedicht, welches darauf steht, ist nicht vom Dezember 2001. es wurde am 29. Mai 2001 geschrieben. ich weiß nicht mehr, was das für ein Wochentag war, aber das ist egal!
es ist eines meiner liebsten Gedichte.
ich weiß noch immer nicht, warum er aus dem Blatt ein Papierflugzeug gemacht hat.
ich weiß noch immer nicht, ob dieses Flugzeug fliegt.
ich weiß nicht, ob ich’s jemals wissen werde...

kann in nicht fragen, warum es ein Papierflieger ist. werde wohl nie erfahren, woher er wußte, wie ich mich fühlte; warum er das Gedicht schrieb und auch noch mir übergab.

ich war am Ende, an diesem Tag. wollte für immer dort bleiben... und doch ging ich, als auch er ging. ging zurück in mein gespieltes Leben. gab vor, jemand zu sein, der ich nicht war, nicht bin und wohl auch nicht sein werde.
ich sollte das Gedicht erst lesen, wenn ich auf dem Heimweg bin, sagte er... ich ging über ein kleines Stück Wiese, als ich es las und anfing zu weinen. was ich las, sagte aus, daß ich im Leben bleiben soll. daß ich auf mich acht geben soll... auch wenn der Wind noch so stark ist. auch wenn der Alltag genau wie immer ist... es gibt immer eine Insel auf der man frei ist – Freiheit spürt... lebt.
selbst ein noch so kaputtes Loch kann der schönste Ort auf Erden sein. kann ALLES für einen Menschen bedeuten.

die Erinnerung an diesen Tag ist so stark, als wenn es gestern gewesen war. es hat sich viel verändert auf/an der „Insel“. SIE ist nicht mehr so frei, wie damals. SIE wurde eingesperrt... und doch ist man dort so frei, wie damals. kann leben – geben – zeigen – spüren.
immer wieder sind Bilder in meinem Kopf – erlebte Bilder – die niemals verschwinden werden. so viel Trauer und doch so viele glückliche Momente... auch Angst. und doch geht es einem immer besser, wenn man von ihr geht.

bald werden sie SIE komplett eingesperrt haben... so, daß es keinen Weg mehr gibt, zu ihr zu gelangen, in ihren Räumen zu wandeln, mit ausgebreiteten Armen am Abgrund zu stehen...
doch SIE existiert! SIE wird noch lange existieren! abreißen dürfen sie SIE nicht!

und es wird für uns immer wieder einem Weg zu ihr geben.
Mauern sind stark - wir sind stark genug, sie zu überwinden, die zu durchbrechen.
es wird immer einen Weg geben!

irgendwann werde ich wissen, ob er fliegen kann... dann werde ich keine Angst mehr vor der Gewißheit haben.

-iche


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"Autor"  
Nutzer: EvilPoet
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geschrieben am: 28.05.2002    um 01:49 Uhr   
das wissen mag etwas bedeutenes sein ... doch wenn jemand nach der realität fragt, lehnt man die wahrheit doch meistens ab .... überlege dir .. ob klarheit herrschen soll, oder du von spekulationen heimgesucht werden sollst ... du wirst dich richtig entscheiden...

~ evil ~
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"Autor"  
Nutzer: Gast_iche
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geschrieben am: 30.05.2002    um 14:44 Uhr   

habe ihn gestern gesehen und nicht angesprochen.. er sah mich nicht.. weiß nicht, ob es richtig war zu schweigen.. so bleiben die fragen weiterhin ungeklärt..
seufz.. weiß nichts weiter dazu zu sagen....


Geändert am 05.06.2002 um 12:50 Uhr von iche
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