| "Autor" |
Verschwendete Zeit |
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geschrieben am: 28.05.2002 um 00:02 Uhr
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| Wenn man daran denkt mit wieviel Müll und Negativen die Medien von heute auf uns einwirken, dann kann ich verstehen wenn man sich altes zurückgreift. Sicher sind Goethe, Schiller und Co. klingende Namen, jedoch bin ich der Meinung , das man ruhig mal über den Tellerrand schauen sollte. Gerade Menschen wie ich, die heutzutage noch Geisteswissenschaften studieren, wissen ein gutes Buch und ein grandioses Konzert noch zu schätzen. Es ist Kultur, nichtsdestotrotz ist es wichtig, das wir unseren Kindern diese werte zwar vermitteln, sie damit aber nicht überhäufen. Ich persönlich bin ein Liebhaber guter Musik, undzwar aller Sparten. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.05.2002 um 07:04 Uhr
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"Wir amüsieren uns zu Tode. Unsere Eltern können uns nicht helfen.*
(Kaori Yuki, Angel Sanctuary, Setsunas persönliche Reflexionen.)
Schon eine recht lange Zeit sinne ich darüber nach, wie man dem Problem der Reizüberflutung begegnen kann - im besten Falle sieht man sich machtlos - jedoch liegt es nicht in meiner Natur, es dabei zu belassen.
Es ist ganz sicher so, daß die Menschen abstumpfen, wo
sonst sieht man es so deutlich als in dem Zeitraum von
der Industrialisierung an bis zum heutigen Tag - und kein
Ende scheint in Sicht. Die Medienkonzerne werden sich
hüten, von ihrem bisherigen Rezept abzuweichen und anstelle
auf Quantität auf maßvolle Qualität zu achten. Gewiß gibt
es auch Ausnahmen und Alternativkonzepte, jedoch ob sich
mit diesen das große Geld verdienen läßt... und da sind
wir schon wieder bei der alten Tatsache, daß die wenigsten
es sich entgehen lassen würden, an der Menge - eine Menge -
Geld zu machen.
Desweiteren stellt sich mir die Frage, ob eine Regelung
durch die Seite der Medien nicht mehr und mehr unter den
Begriff Zensur fallen könnte, die auch so schon für den
Otto-Normal-Medienkonsumenten nahezu unmerklich immer weiter
verschärft wird. Bestenfalls fällt es jenen auf, die gerne
die FSK18-Version ihres neuen Lieblingsfilms kaufen möchten
und feststellen müssen, daß sie diese nur im Ausland
beziehen können, weil sie in Deutschland verboten ist...
Medien und der Umgang mit Medien sind auch in diesen Tagen
im Wandel begriffen. Aus dem Überangebot entsteht ganz
zwangsläufig eine Eigenverantwortlichkeit des Konsumenten.
Diese wird sowohl gebraucht als auch mißbraucht... hier nur
das Beispiel Kinderpornographie etc. Ohne auf dieses Thema
an dieser Stelle weiter eingehen zu möchten, muß ich doch
betonen, daß gerade dieses Beispiel eine deutlich vorhandene
Unreife im Bezug auf den Umgang mit Medien besteht.
Wenn man sich nicht darauf verlassen möchte, daß der werte
Leser, Lauscher und Zuseher sich nach Werten richtet, die
ohnehin in den letzten Jahren irgendwie etwas vom Podest
herunter rutschten - Schlagwort "Absolute Überbewertung
der Individualität - dann kann man als der Schöpfer von
Texten, Filmen oder Musik eigentlich nur selbst Hand an-
legen... auch hier ist es im Endeffekt wieder den einzelnen
überlassen, wie sie verfahren.
Grundlegend zeichnet sich in meiner persönlichen Erfahrung
ab, daß die Menschen einfach müde geworden sind, sich in
Ruhe Zeit zu nehmen und sich auch einmal mit einem sehr
schwierigen, komplexen Thema auseinander zu setzen - die
Muße hierzu fehlt. Man ist zu belastet vom Leben, das ja
so schnell geworden ist... Auf diese Art und Weise sehnen
sich viele nach sog. leichter Kost, die unterhaltend ist,
den Eindruck erweckt informativ zu sein, und die Aufmerksam-
keit dazu nicht über die Maßen beansprucht. Dies steht zu
den schönen Künsten in bezug auf deren mediale Vermarktung
oftmals im Widerspruch.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.05.2002 um 07:04 Uhr
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Ich für mich glaube, daß man der gesamten Problematik nur
in kleinen Schritten, aber ganz gezielt entgegenwirken kann.
Texte, die eingänglich sind, müssen nicht zwangsweise
eine anspruchsvolle bis umständliche Satzkonstruktion auf-
weisen - das Genie liegt wie stets in der Einfachkeit.
Desweiteren wäre es extrem wichtig, wieder einen gesell-
schaftlichen Rahmen zu erlangen, moralische Richtlinien,
die nicht mehr wurmstichig und untergraben sind.
Wer glaubt, dies sei nicht möglich, da ja doch jeder
korrupte Politiker, jeder Finanzhai etc. sich nur ins eigene
Säckel spielen wird, der irrt. Die neuen Werte zeichnen
sich bis nun nur in Ansätzen ab, und teils gehörten sie
auch schon in die alten moralischen Vorstellungen hinein...
nehmen wir nur das Beispiel Toleranz.
Zu keiner Zeit gab es auf der Welt soviele verschiedene
Formen von Toleranz und Intoleranz gleichzeitig, was zwar
auch mit der Vielzahl an Menschen zusammenhängt, jedoch
vor allem aber mit einer Weltanschauung, die sich global
im Wandel befindet.
Wohin dieser Wandel führen wird, ist für Einzelpersonen
schlecht abzusehen. Wer aber die Menscheit wie ein einziges
Lebewesen betrachtet, das der Kindheit entwachsen ist,
jedoch auch noch nicht erwachsen - selbst dann macht man
üblicherweise noch einen Haufen an Fehlern - der kann sich
vielleicht vorstellen, was hier geschieht und geschehen
muß.
Es liegt an uns, was wir aus der Welt machen, da wir
diejenigen sind, welche die Wahl haben. Es ist ebenso
töricht sich zu beklagen, daß man barfuß auf einem Scherben-
haufen stünde - zu keiner Zeit menschlicher Geschichte hat
sich die junge Generation anders gesehen, sie hatte
bestenfalls mehr Motivation - als auch zu denken, daß man
mir nichts dir nichts Veränderungen herbeiführen könne.
Auch hier sieht man sich einer riesigen Flut an Konflikten
gegenüber, einer Reizüberflutung, ebenso wie in den meisten
anderen Bereichen des täglichen Lebens. Wer hier nicht den
Mut verlieren will, muß sich ganz klar seine eigene
Größe bewußt machen. Auch hier gilt wieder: keine Extreme,
kein unwichtig, kein wichtigstes. Man finde sich in ein
Gleichgewicht ein. Dann ist es nämlich machbar, die eigenen
Leistungen und Möglichkeiten richtig einzuschätzen und zu
erkennen, was wichtig ist... selbst wenn man nur Maria
Müller oder Manfred Mayer ist...
Ebene Pfade,
Engelsfall
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