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geschrieben am: 19.01.2003 um 19:50 Uhr
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„Mein armer Kopf ist mir verrückt, mein armer Sinn ist mir zerstückt“, wie ... so schön gesagt.
Meine Gedanken sind ein Labyrinth, das es zu durchdringen gilt. In den wirren Gängen meiner Seele verlaufe ich mich. Verzweifelt, den weg nicht gefunden zu haben, kauere ich mich in den Teil meines Hirns, der high ist, von der endlosen suche. Ich sehe nicht, ich fühle nichts. Ich muss nichts sagen, keine Erklärung abgeben. Keine unnützen Worte, die vom winde verweht werden, unverstanden bleiben – bis zum Ende.
Ich will laufen, doch meine Beine gehorchen mir nicht, sind wie gelähmt. So muss ich ausharren, muss eure Predigten ertragen, muss lachen und fröhlich sein, muss Small-Talks aushalten. Oh ja ... wichtige Klatsch-Gespräche darf ich nicht stören. Wie Hühner auf der Stange sitzt ihr da und redet. Redet, redet, wisst selbst nicht worüber. Über das Wetter, die Schule, die Lehrer, die Klamotten und wieder das Wetter, die Schule ...
Nicht so viel nachdenken, soll ich- „das Leben geht weiter“! Es stimmt, es geht einfach weiter, an mir vorbei. Ich muss lernen, arbeiten, streben ... Ich soll leben, sagt ihr, leben. Party um Party, bis zum Kotzen saufen. Immer schön brav, immer schön freundlich. Lieben soll ich, ohne geliebt zu werden. Soll jedermanns Freund sein. Jemand, auf den man stolz sein kann. „Wenn du reden willst – ich bin da. Als ich so alt war wie du, gings mir genauso. Das geht vorbei!“ Keine Ahnung, haben alle keine Ahnung, wie es ist, Nacht um Nacht wach zu liegen, sch das Hirn zu zermatern, wenn einem der Schädel zu platzen droht, du dir vor Hilflosigkeit die Seele aus dem Leib schreien willst, und du merkst, wie allein du in Wirklichkeit bist. Du willst weinen, weil du glaubst, dass es dir danach besser geht, doch du hast keine Tränen mehr, und stattdessen wird da für immer und ewig diese schmerzhafte Sehnsucht bleiben, sie dich antreibt und dich lähmt und die du nie mehr los wirst, bis du lernst mit ihr zu leben, oder irgendwann für sie stirbst.
Wenn du rennen willst, nur rennen und laufen, laufen, laufen. Egal, wie lange und wohin. Nur weg, sich vom Beginn des neuen Tages so weit wie nur möglich zu entfernen. Und das schlimmste ist, das du genau weißt, dass du das niemals erreichen kannst, weil es gegen alle Regeln verstößt, und weil SIE es niemals dulden würden. Sie verfolgen dich überall hin. Sie nehmen dir deine Spielsachen weg und schicken dich raus, werfen dich ins kalte Wasser, geben dir Žnen Arschtritt. „Du kannst alles erreichen, du musst es nur wollen! Du musst deine Leben selbst in die Hand nehmen!“ Aber was ist, wenn man keine Hände mehr besitzt? Du lebst ihre Träume und machst dir was vor. Du zwängst dich in das Klischee und kannst dir trotz dessen deine Unzufriedenheit nicht erklären. Krampfhaft versuchst du aus deinem Leben das beste zu machen, alles zu erreichen, nur damit am ende die Rechnung aufgeht und du sagen kannst, es hat sich gelohnt. Nur, um sicherzugehen, das etwas von dir bleiben wird. Sie lügen dich an, sie spielen mit dir. Dir kannŽs ja nicht schaden, du bist ja noch jung. Du machst das schon. Sie lassen dich fallen. Und ob du weich fällst hängt davon ab, ob du jemanden hast, der trotz aller Lügen zu dir steht. Sie wollen nur deine schwache stelle finden, um dann hinterrücks, auf dich einstechen zu können. Sie werden sich taub stellen, werden stumm sein und dich fragend ansehen. Sie werden vorgeben, sich nicht erinnert zu können, dich verletzt zu haben, im selben Moment, in dem sie dir den Dolch in den Rücken jagen.. ich bin müde, ich will schlafen, mich zur ruhe legen. Lange schlafen. In der Mitte der Nacht beginnt schon der neue Tag. Und wieder von vorn. Jeden Tag aufŽs neue. Ein Teufelskreis. Und ich in der Mitte. Im Mittelpunkt. Und alle Teufel stehen um mich herum. Lauern, warten auf eine falsche Bewegung um mich dann mit einem kleinen Husten den Abgrund hinunter zu stoßen. Lachen mich aus.
Ich lege mich nieder, bereit zum schlafen. Ein endloser Schlaf. Und jetzt lache ich sie au, denn endlich einmal hat es ihnen die Sprache verschlagen.
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Geändert am 19.01.2003 um 19:56 Uhr von Pebbelz |
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