| "Autor" |
Von ... über ... mit ... und vor allem für Adlers ;-) |
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geschrieben am: 13.06.2002 um 05:16 Uhr
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D e r A d l e r
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Eine Sage erzählt:
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Ein junger Adler war aus seinem Nest gefallen. Erbarmungswürdig lag er auf dem Waldboden und klagte dem Wald sein Leid. Ein Bauer kam des Weges und fand den jungen Vogel; er erbarmte sich seiner, nahm den Vogel mit sich nach Hause und steckte ihn zu den Hühnern auf seinem Hof.
Dort lebte das Adlerjunge, wuchs auf unter Hühnern, lernte sich zu bewegen wir ein Huhn und zu denken wie ein Huhn. Mit allen anderen Hühnern pickte es das Futter auf und suchte die Würmer im Boden. Langsam vergaß es seine Herkunft und sein Wesen.
Eine lange Zeit verging.
Eines Tages kam ein Naturforscher in die Gegend und entdeckte den Adler, der nun schon zu stattlicher Größe herangewachsen war, unter den Hühnern. Was um Gottes Willen, macht denn der hier? fragte er den Bauern. Dieser erzählte ihm die persönliche Geschichte des Adlerjungen und meinte, dass der Adler nun ein Huhn sei. Er lebe unter Hühnern, fresse wie ein Huhn und verhalte sich auch wie ein Huhn.
Der Naturforscher protestierte dagegen und sagte:
Das ist unmöglich! Ein Adler ist ein Adler. Er hat das Herz und die Seele eines Adlers. Überlass den Vogel mir, und ich werde es dir zeigen. Der Bauer willigte ein und der Naturforscher ging zum Adler in das Hühnergehege, nahm ihn auf den ausgestreckten Arm und sprach: Adler, der du ein Adler bist, schau dich um. All das ist dein - du bist kein Huhn! Flieg ! Der Adler hob nicht einmal den Kopf, sondern sprang vom Arm des Forschers herunter, um sich zu den Hühnern zu gesellen, und er machte sich sofort auf Futtersuche. Na siehst du, sagte der Bauer, er ist ein Huhn - was habe ich gesagt?
Der Naturforscher widersprach und sagte: Morgen versuche ich es och einmal.
Am Morgen darauf nahm er den Adler wieder auf den Arm und stieg mit ihm auf den Giebel des Bauernhofes. Wieder streckte er die Hand aus, zeigte dem Adler die Welt und forderte den Vogel zum Fliegen auf. Der aber reagierte nicht darauf.
Der Adler breitete nur kurz die Schwingen aus, ließ sich wieder in den Hühnerhof hinabgleiten und ging seiner Alltagsbeschäftigung – der Futtersuche - nach. Der Bauer lachte nur. Morgen, sagte der Naturforscher, will ich es ein letztes Mal versuchen.
Am nächsten Morgen, noch ehe die Sonne aufgegangen war, nahm er den Adler mit sich und ging mit ihm den nahen Berg hinauf. Ganz hoch hinauf trug er den Adler, der still und teilnahmslos auf seinem Arm saß. Als sie die Bergkuppe erreichten, ging gerade die Sonne auf. Der Naturforscher streckte wieder den Arm aus und sagte zum Adler: Schau doch, all das ist dein! Adler, der du ein Adler bist - flieg!
Der Adler zuckte unruhig, zeigte aber sonst weiter keine Reaktionen. Wieder sprach der Naturforscher eindringlich zu ihm: Adler, du bist kein Huhn! Besinne dich auf dein Wesen - flieg doch! Der Adler aber reagierte nicht. Da zog der Naturforscher den Adler fest an sich und ließ ihn in die Sonne blicken. Adler, der du ein Adler bist! Schau in die Sonne, entsinne dich deines Wesens und flieg!
Jetzt endlich reagierte der Adler. Er hob seinen Kopf, sah in die Sonne und erinnerte sich. Flieg! forderte ihn der Naturforscher auf. Da entfaltete der Adler seine Schwingen und flog der Sonne entgegen. Der Naturforscher rief ihm nach: Adler, jetzt weißt du, dass du ein Adler bist! Flieg! Flieg! Flieg!
Der Adler zog seine Kreise himmelwärts, höher und höher, hinauf der Sonne entgegen.
Hachja, mir gefällt diese Geschichte ...
und ich wünsche allen einen wunderfröhlichen Tag :-)
Geändert am 13.06.2002 um 05:20 Uhr von Aoifa |
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geschrieben am: 14.06.2002 um 11:26 Uhr
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Der Adler und der Sperber
Zu einem Sperber sagte prahlerisch ein Aar: "An Schärfe des Blickes kann sich kein Tier mit mir vergleichen!"
"Wohl möglich", entgegnete der Sperber, "doch laß uns in die Lüfte steigen, um es zu erproben!"
Der Adler war es zufrieden, und beide schwangen sich in den Äther empor und kreisten über einem Tale.
"Siehst du die Körner dort ausgestreut tief unten auf der Heide?" fragte der Aar seinen Begleiter.
"In der Entfernung willst du die Körner sehen?" fragte spottend der Sperber.
Statt zu antworten, schwebte der Adler hinab in die Tiefe. jauchzend stürzte er sich dort auf Körner, die über die kahle Erde verstreut waren. Ehe er sich's aber versah, hatte er sich in einem Netze gefangen. Von dem hatte er in seinem blinden Eifer nichts gewahrt.
Der Sperber, der ihm gefolgt war, erblickte ihn als Gefangenen, der sich vergeblich anstrengte, sich zu befreien.
"Was hilft der schärfste Blick", sagte der Sperber da, "wenn man blind ist gegen die Gefahren, die uns mit Verderben bedrohen!"
Und die Moral von der Geschichte ...
Blinder Eifer schadet nur ;-) |
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geschrieben am: 14.06.2002 um 11:39 Uhr
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Der Adler und die Lerche
Ein Alpen-Adler traf auf seiner Sonnenbahn
Die kleine Lerche schwebend an,
Und hörte sie
Die schönste Melodie
Dem stillen Himmel singen.
Die ausgebreiteten und eilgewohnten Schwingen
Verweilten sich, langsamer ward der Flug,
Und still die Luft, die ihren König trug.
»Sitz' auf!« spricht er, »du Sängerin, ich werde
Dich in den Himmel tragen,
Mein Fittich sey dein Wagen!
»Nein«, sagte sie, »ich singe
Dem Schöpfer aller Dinge
Hienieden an der Erde;
Nach einer höhern Sphäre
Flieg' du, zu seiner Ehre!«
( Johann Wilhelm Ludwig Gleim )
Wünsche allen Licht und Sonne ... |
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