Auf den Beitrag: (ID: 34403) sind "3" Antworten eingegangen (Gelesen: 572 Mal).
"Autor"

Blutbaum

Nutzer: Skalder
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Anzahl Nachrichten: 14

geschrieben am: 10.06.2002    um 18:56 Uhr   
Blutbaum der Toten
Ein Windspiel aus Knochen
Einsame Klänge sonderbar
Monoton und bezaubernd gar
Dem Winter ein ewig' Lied
Der Stille trostlose Stimme
Verschleiernd leiser Schneefall
Trägt hernieder Waldesruh
Verträumt zerfliesst das Sein
Amorph wird Baum und Stein
Unwirklich was Wirklichkeit
Wirklichkeit was unwirklich
Kein Wesen Du erblickst
Und glaubst Dich ganz allein
Doch wie ein dunkler Traum
Steht fernab der Blutbaum
Lässt niedere Brut erahnen
Ist dem Hass ein stummer Diener
Blutbaum der Toten
Ein Windspiel aus Knochen
Die Natur erscheint zu weichen
Vor ihm und seinen Leichen
Und noch von weitem höhrte ich
Den kalten Klang der kargen Reste ...

Geändert am 11.06.2002 um 21:39 Uhr von Skalder
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"Autor"  
Nutzer: elnoa
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Registriert seit: 05.06.2002
Anzahl Nachrichten: 132

geschrieben am: 11.06.2002    um 21:43 Uhr   
Wahnsinn... die Stimmung ist sehr überzeugend rübergebracht..

*reespäkt*

noa
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"Autor"  
Nutzer: Engelsfall
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Anzahl Nachrichten: 616

geschrieben am: 14.06.2002    um 08:40 Uhr   


Blutbaum der Toten.
Die Gehängten an seinen Ästen,
fahl und irre ihr Lächeln,
steif ihre Glieder, lidlose Augen,
geküßt von Winden
die es nicht gibt.

Ein Windspiel aus Knochen
wagt mit gleichgültiger Süße
die Weise des Nichts -
Laute wie von sprödem Holz -
aus hohlen Klängen
und täuschendem Hall.

Einsame Klänge sonderbar
ein Friedhof der Komponisten.
Und die Geister kichern
leise. Nein, hört nicht hin.
Verloren, vergangen
zu bald jedes Bangen...

Dem Winter ein ewiges Lied
der Stille trostlose Stimme,
monoton und bezaubernd

und dunkel und falb.
Verschleiernder Schneefall.
War Schnee jemals kalt?

Verträumt zerfließt das Sein,
verschmelzend, sich gleich
werden Baum und Stein.
Unwirklich, was wirklich,
und wirklich, was Wahn
wird letztliche Ruhe nahen.

Nicht einsam, aber allein.
Und wie ein düsterer Traum
grad so aus dem Blickfeld
verborgen, stets fern
und doch mit lieblicher Nähe
wartet ein blutiger Baum.

Im Sinne schwebt seicht
als wollt er nicht warnen,
dem Hass ein stummer Diener,
wie ein knöchernes Schwert
lauernd wie niedere Brut
der Duft von altem Tod.

Blutbaum der Toten.
Sein Windspiel aus Knochen
und Natur scheint zu weichen
vor ihm und seinen Leichen.
Die Gehängten an seinen Ästen
und täuschender Hall.



Eine eigene Version, weil ich das Bedürfnis hatte niederzulegen, was dieses wundervoll schaurige Werk in mir auslöste. Ist nicht als Verbesserung des Originals gedacht!

Und vergebt mir bei eventuellen Schwächen beim zitieren und formatieren *g*

Engel



Geändert am 14.06.2002 um 08:54 Uhr von Engelsfall
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"Autor"  
Nutzer: Skalder
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geschrieben am: 14.06.2002    um 12:04 Uhr   
diese antwort nie als verbesserung ansah
es ist ein werk für sich
und zu neuen formen nicht abgeneigt ist

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