| "Autor" |
Reaktion auf einen Zeitungsangriff |
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geschrieben am: 24.06.2002 um 19:32 Uhr
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Hermann Hesse
Ein Hund hat mich ins Bein gebissen,
einer von jener ganz flinken Rasse,
die ich mit besonderer Liebe hasse.
Er hat mir die Hosen und den guten Ruf zerrissen,
dieser tüchtige Journalist,
vor Wut und Eifer war sein Kopf ganz rot,
natürlich ist er ein Kriegshetzer und Nationalist.
Er wünscht mir einen baldigen Tod,
ein Wunsch, den ich von Herzen erwidre.
Sein Artikel hat mich vieles gelehrt,
nur die Gabe des Wortes ist ihm nicht beschert.
Mit einer armen Hundesprache behilft sich der Biedere,
man sollte ihm etwas Wortschatz und Syntax leihen.
Aber dieser flinke Hund und Zeitungsknecht
hat in der Hauptsache leider dennoch recht:
Er wünscht mir den Tod und ahnt wohl nicht,
wie sehr dies meinen eigenen Wünschen entspricht.
Möge es dem Kerl in die Suppe schneien!
Möge er noch hundert Jahre leben müssen,
verdammt, seine Artikel auswendig zu lernen!
Ich aber bin gerne erbötig, nach all den Genüssen
dieses Lebens mich anderswohin zu entfernen.
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