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geschrieben am: 28.06.2002 um 07:30 Uhr
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Die Schlüssel zur Welt
Es gibt in der Welt, wie wir sie erfahren, einige Werkzeuge, die wir nutzen können, um sie zu verstehen und zu entdecken. Wer an dieser Stelle gleich an Bus, Bahn und Auto denkt, liegt absolut richtig, aber laßt uns diesen Gedanken einmal erweitern. Diese Medien ermöglichen uns ein Reisen. Im Reisen liegt Erfahrungswert, selbst wenn man eine Reise nur aus Unterhaltungsgründen unternimmt und keinen Kulturrun daraus macht.
Zu diesen Werkzeugen zähle ich persönlich vor allem Dinge wie Musik, Schriftstellerei, die bildenden Künste, Philosophie, Wissenschaft, aber ganz wichtig vor allem auch: Gefühl. Auf den ersten Blick fällt das völlig aus dem Rahmen raus, den die erstgenannten Beispiele zu setzen scheinen. Aber wie sollte man einen solchen Rahmen definieren? Generell sind solche Werkzeuge Mittel, durch die wir Eindrücke und Empfindungen umwandeln und auf uns „anpassen“. Das ist notwendig, um überhaupt in eine Kommunikation mit unserer Umwelt treten zu können. Außerdem ist es auch möglich, da wir das im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte immer wieder getan haben, die Werkzeuge zu verbessern. Wir passen sie unseren Bedürfnissen an, um ein besseres „Interface“ zu erlangen. Huch, schon wieder muß ich an die Borg denken. Ich denke, daß wir genau aus diesem Grund versuchen zu lernen, um diese Verbesserungen erreichen zu können.
Allerdings möchte ich in diesem Abschnitt meines Beitrags noch nicht wieder auf Gefühle als Werkzeug zur Selbsterkennung eingehen – das wird etwas später folgen, denn noch nähern wir uns den Gefühlen ja erst an. Und da es so wichtig ist, weise ich auch hier noch mal darauf hin, daß nichts nur ein Mittel zum Zweck ist, sondern vor allem auch einen Selbstzweck hat, den man meist aber erst dann erkennt, wenn man mit dem Mittel gearbeitet hat.
Statt dessen möchte ich im Anschluß an den letzten Teil der Gedanken auf ein anderes Werkzeug zu sprechen kommen: das Träumen. Somit schließe ich den Kreis zur Straße der Träume, denn auch die ist ein Schlüssel zur Welt, bzw. zu den Welten, wenn man wieder in physische und geistige unterteilt. Jene, die besonders gern und viel träumen, werden verstehen können, wenn ich sage, daß es verdammt schwierig sein kann, die Träumereien gegen „physische“ Begebenheiten zu tauschen. Bitte beachten, daß in beiden Teilen der Welt Emotionen, Verstand und Sinneswahrnehmungen bestehen, daß lediglich die Art und Weise, wie diese ausgelöst werden bzw. benutzt werden sich ändert.
Eine sehr lange Zeit habe ich kaum gewagt einzuschlafen, weil ich mit dem zunehmenden Fortdämmern sah, wie die Schatten in meinem Zimmer anfingen, ein gänzliches Eigenleben zu entwickeln. Ich hatte furchtbare Angst, eine von der Art, die man nicht deutlich spürt, die einen aber auch davon abhält, sich mit dem Auslöser der Angst zu befassen. Hier liegt eine große Gefahr, denn wie alles kann man Angst nutzen, um sie zu bewältigen – oder sich von ihr kontrollieren lassen. Ich arbeite bis heute daran, mich diesen Schatten zu stellen. Ich habe auch durchaus eine Vorstellung, was dies sein könnte, was ich da wahrnehme, aber darum geht es nur temporär. Wichtig ist, daß wir Erfahrungen machen UND diese auch verwerten, indem wir unser Wissen einsetzen.
Nehmen wir einmal an, es gelänge mir, auf der Straße der Träume bewußt zu wandern – denn im Grunde wandert jeder Träumer darauf, nur erinnert er sich meist nicht daran – für mich würde das bedeuten, eine große Schwäche überwunden zu haben, da genau dieses fehlende Bewußtsein für das, was ich vollbringe, mich in der Welt dazu verurteilt, still stehen zu bleiben und zu beobachten und eher aus Beobachtungen zu lernen denn aus eigenen Taten. Sprich, ich möchte einfach meinen Geist aus dem Reich der Träume etwas mehr in das Reich des Wachens bringen.
Wie könnte man so etwas nun erreichen? Hat man erst einmal schwimmen gelernt, so verlernt man es nie wieder, man kann lediglich die Kondition verlieren und etwas aus der Übung geraten. Aber bis daß man es lernt, kommt es den meisten unglaublich schwierig vor, und es kann ohne geeignete Anleitung sogar gefährlich werden – man könnte, wenn man keine Ahnung hat von dem, was man tut, auch ertrinken.
Der erste Schritt für mich also war zu erkennen, daß Handlungsbedarf entsteht. Im Anschluß habe ich viel gelesen, viel beobachtet, überlegt, wie andere das bewältigen, woran ich scheitere, um einen Überblick über das zu bekommen, was eigentlich möglich ist. Dann begann ich, erste kleinere Schritte zu unternehmen, um mich vorzutasten – hier liegt die Angst vor dem Neuen, Unbekannten. Da gibt es aber leider nur einen Weg, um damit fertig zu werden, und zwar den, sich mit der Furcht zu konfrontieren. Dies dient zur Vorbereitung, um schließlich den Schritt ganz zu wagen.
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