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So einfach (Gedanken)

Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 25.06.2002    um 09:39 Uhr   

Es ist so einfach zu sagen: "Ich liebe Dich" wenn wir uns wünschen, daß wir widergeliebt werden. Es ist fast unmöglich es zu sagen in dem Wissen, es ist wahr. Durch ständiges Beteuern wird etwas wahrer? Schonmal am Abgrund einer Schlucht gestanden und sich die Tiefe wirklich bewußt gemacht? Mulmig... Angst...

Wir beten Liebe wie eine Litanei.
Wir suchen den Reiz der Dunkelheit.
Blinzeln, wenn das Licht uns trifft.
Sehnen uns danach, ganz zu sein und
erfüllt zu werden.

Ist Liebe Erfüllung? Wenn ja, ist das, was wir empfinden können, Liebe? Oder gibt es noch größeres als das?

Im Grunde ist es wirklich einfach. Natürlich gibt es ein Geheimnis an der Sache.



Geändert am 25.06.2002 um 09:40 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 25.06.2002    um 10:17 Uhr   


Wie ich gelernt habe, was Liebe ist.

Es war einmal ein Mädchen, das in sich ziemlich zerrissen war, unglaublich stark, aber ohne Fundament; ausgesetzt den Wirren ihrer Umgebung verrannte sie sich darin, daß auf dem Kopf zu stehen richtig herum sei...

Sie war unfähig, Kontakte zu knüpfen, und fraß sich immer weiter in Einsamkeit und Kälte hinein. Eigentlich wollte sie den Menschen nur helfen, aber sie richtete großen Schaden an, denn sie wußte nicht, wie man jemandem nah sein kann, ohne ihn zu verletzen.

Schließlich hatte sie sich ganz klein gemacht, ihr eigenes Sein auf Sparflamme gestellt und fühlte sich gleichzeitig gut und schlecht damit.

Dann kam ein Ritter zu ihr, ein Elbenritter. Er sah sie nur einmal an, und schon zersprang die gläserne Glocke, die sie von aussen abschottete und sie fast erstickt hätte.

Aber es begann eine Zeit großer Schmerzen... er lehrte sie, die Dinge von verschiedenen Standpunkten aus gleichzeitig zu betrachten und vor allem, wie man dafür sorgt, daß die Gefühle im Gleichgewicht bleiben und einen nicht vernichten.

Irgendwann erkannte sie, daß es ebenso wie es Millionen verschiedene Meinungen gibt, auch Millionen verschiedene Arten von Liebe gibt, und sie versuchte, sich etwas vorzustellen, wo all das Platz darin fand...

sie hat bis heute nicht aufgehört zu versuchen, es sich vorzustellen. Es ist ziemlich groß.


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geschrieben am: 25.06.2002    um 11:54 Uhr   


Jeder Mensch hat vier Gesichter.

Eines, wie er den anderen erscheint.
Eines, wie er sich selbst sieht.
Eines, wie er sein möchte.
Eines, wie er wirklich ist.

Warum stelle ich das ausgerechnet in dieser Reihenfolge auf? Es handelt sich um ein asiatisches Sprichwort, dessen genauen Wortlaut ich nicht mehr kenne, im Laufe der Zeit hat es sich bei mir so festgesetzt, wie ich es oben aufschrieb.

Vor einiger Zeit kam ich darauf, daß hier ein wichtiger Schlüssel liegt, wenn man zu sich selbst finden möchte.

Am Anfang sollte man seine Gedanken so weit machen, daß man erkennt, wie man auf andere wirkt... kann sehr schmerzhaft sein, aber auch sehr lehrreich, einmal übt man sich damit in Toleranz, gleichzeitig auch in Fehlererkennung an der eigenen Person, und es hilft sogar, den jeweils anderen in einem ganz neuen Licht zu sehen...

Dann kann man sich selbst neu betrachten, bewerten, Bilanz ziehen. Was braucht man noch, was ist überflüssig geworden, was möchte man an sich ändern? Man erkennen, wie man gern sein möchte. Allerdings sollte man hier nie vergessen, daß eben doch der größte Teil den eigenen Ansichten entstammt und sich die Möglichkeit einräumen, sich auch in Bezug auf sich selbst zu irren.

Zuguterletzt kommt ein hartes Stück Arbeit, denn man muß das, was man erkannt hat, in die Tat umsetzen, um wirklich zu sein, wie man sein möchte...

was hat all dies nun mit Liebe zu tun?

Eine ganze Menge sogar, wie ich glaube. Die meisten Dinge in der Welt sind nicht einfach da oder nicht da, an oder aus. Binärsprache ist nicht die Sprache, welche die Welt spricht, diese ist zwar ähnlich logisch, aber ungleich komplexer... man hat auch schon einmal versucht, sie mit der Chaostheorie zu ergründen - und mit einem Haufen anderer Thesen.

Nein, diese Dinge sind eher wie Pflanzen, sie wachsen auch so, aber manchmal bedürfen sie der Pflege, ab und an sind sie sogar darauf angewiesen... sie erfordern viel Arbeit und Demut.

Demut ist keine Schande, sondern eine Tugend, wenn man richtig mit ihr umgeht. Und alle Teile des Puzzels greifen ineinander, selbst wenn die Kanten glatt erscheinen...

Man kann, in dem man sich selbst überwindet, bereit werden, mehr zu empfinden, mehr zu erfahren, mehr zu verstehen. Warum sollte das den emotionalen Bereich ausgliedern...

Ich denke wirklich, daß man - sofern man im Gleichgewicht bleibt - mehr lieben kann. Besser gesagt: man spürt mehr von der Liebe, die man hat.


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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 25.06.2002    um 12:56 Uhr   

Und dann ist da die Sache mit der Straße der Träume.

Früher haben die Häuptlinge und Schamanen zahlreicher Stämme sich in ein Zelt gesetzt und eingeräuchert, um die Sinne zu erweitern und Eingebungen aus der Geistwelt zu erhalten; nicht selten waren in den verbrannten Substanzen auch solche dabei, die Halluzinationen hervor brachten. Sie lösten ihren Geist von ihrem Körper, meditierend, und wanderten so auf der Straße der Träume.

Wer oder was ist diese Straße der Träume?
Huh? Hat sie da eben wirklich gefragt: Wer?
Ich empfehle Neil Gaiman, Sandman. Und einen Vergleich mit den Borg... hört sich recht verrückt an, nicht wahr?
Drehen wir aber die Welt einmal um und betrachten sie aus
der entgegengesetzten Richtung.

Viele Menschen sind heutzutage zunehmend unweltbewußt und erkennen, daß ihre Taten Auswirkungen auf die Erde haben und daß die Erde wohl auch fühlen können muß, denn könnte sie es nicht, würde sie auch nicht reagieren etc...
Man stelle sich die Erde als sehr großes Lebewesen vor, das etwas ähnliches wie ein sehr weites Bewußtsein hat, - so weit, daß wir das nicht erfassen können. Ist es nun abwegig, sich auch die geistige Welt so vorzustellen, nur weil sie sie im Gegensatz zur physischen Welt nicht so ohne weiteres berühren können?

Jetzt muß man allerdings einen strikten Unterschied zwischen der Straße der Träume ziehen und der geistigen Welt. Die Straße der Träume ist ein Weg - einer von vielen - der durch die geistige Welt führt. Man kann sich umsehen und erkunden, man kann aber auch den Blick auf den Weg gerichtet halten und kaum mitbekommen, was um einen herum geschieht. Man kann sich sogar verirren. Wer nun ein wenig weiter denkt, kann sich vorstellen, welche Auswirkungen so etwas haben müßte.

Die Straße der Träume ist ein verschlungener Weg, wie jener in einem Irrgarten. Oftmals täuscht er auch und ist tückisch.

Eines noch vorab: wer wachsen und lieben lernen will, hüte sich vor jenen, die Geheimnisse haben!

Die, welche sogenanntes "Geheimwissen" geheim halten wollen, mißbrauchen das, was uns mit diesem Wissen gegeben ist. Zum einen versuchen sie damit, eine Macht auf sich zu beschränken, welche prinzipiell jeder nutzen kann, der versteht - wer nicht bereit ist, begegnet diesen Dingen ohnehin nicht, da er sie übersieht. Zum anderen nehmen sie sich selbst die Möglichkeit, an den Erfahrungen anderer zu wachsen, denn sie grenzen sich aus. Jene haben nicht verstanden, wozu Macht wirklich da ist - man findet für solches Beispiele genug in den zahllosen Geschichten von ehrgeizigen Magiern, die gegeneinander intrigieren.

Wer die Straße der Träume nutzt, sei es ihm bewußt oder nicht, hört in erster Linie auf sich selbst. Er nimmt eine Welt da, die so stark gewandelt ist, daß sie von realen Begebenheiten ausgehend sich ihm anpaßt, und wie er sich dreht und wendet, beeinflußt er den Traum... sieht man durch die Wirren des Träumens hindurch, kann man so lernen, wie man die Welt verändert.

Man glaube nicht, es sei nicht möglich, die Welt zu retten! Dies geht durchaus und ist nicht unrealistisch. Hierzu komme ich jedoch vielleicht später noch einmal, aber seid gewiß: es hat viel mit den Träumen, den Glauben und vor allem mit der Liebe zu tun.

Und hier komm ich zu meiner Frage zurück, die wohl noch öfter auftauchen wird.

Was hat eigentlich die Liebe damit zu tun?

Fortsetzung folgt.






Geändert am 26.06.2002 um 08:31 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: trivi
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geschrieben am: 25.06.2002    um 23:37 Uhr   

mal gespannt auf die fortsetzung wartet.
Das scheint einen mehr spirituellen hintergrund zu haben.

lieb grüßt
trivi
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 25.06.2002    um 23:46 Uhr   


@trivi

Es hat einen sehr spirituellen Hintergrund, aber es ist ganz wichtig zu sehen, daß man die geistige und die physische Welt nicht trennt. Beide beeinflussen sich, und wir beeinflussen ebenso beide durch unsere Taten in der jeweils anderen Welt. Sie sind zwei Seiten desselben Spiegels.

Die Fortsetzung folgt allerdings erst morgen, da ich nun vor Müdigkeit fast umkippe ;)

Liebe Grüße

Engel-auf-der-eignen-Seite.


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geschrieben am: 26.06.2002    um 08:01 Uhr   
*schweigend und genießend die Zeilen in sich aufnimmt, ein sanftes Lächeln die Lippen umspielt*
Geändert am 26.06.2002 um 08:02 Uhr von xBrokenWingx
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 26.06.2002    um 08:06 Uhr   

Broken!
Wo warst Du nur *lacht*

Schön Dich zu sehen. Wann sehen wir uns mal wieder online?

*sich grad irre freut*



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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 26.06.2002    um 09:37 Uhr   



Oh ja, die Borg... die hätte ich fast vergessen. Warum Borg, wo die doch auf den ersten sowie auf den zweiten Blick nicht unbedingt sympathisch sind? Von den Borg können wir etwas ganz wichtiges über die Welt lernen, und wenn ich folgend den Begriff: „Welt“ verwende, so meine ich damit die Einheit von geistiger und physischer Welt sowie alle anderen Unterteilungen, die wir ansatzweise ergründen – sprich ich meine das Kollektiv. Gutes Stichwort, nebenher...

Des weiteren bitte ich zu entschuldigen, daß was hier steht, alles andere als geordnet ist, vielleicht klingt vieles auch abgehoben und ist nicht ausreichen begründet, um folgen zu können. Jedoch schreibe ich nicht für jene, die gerade erwachen und in Kontakt mit diesen Dingen geraten, sondern für die, welche schon einige Erfahrung haben. Wer über Ecken und Kanten stolpert, mag diese bitte nutzen, um selbst darüber nachzudenken. Auch muß niemand meiner Meinung sein über die Dinge, die hier stehen und die noch folgen werden, jeder ist frei, beliebige Teile auszuschneiden und für sich zu nutzen oder als völlig abwegig zu verwerfen. Kritik ist daher nur in Diskussionsform erwünscht. Die Philosophen unter Euch wissen, was ich meine.

Aber zurück zum Kollektiv. Wer in diesen Tagen aufmerksam durch die Straßen geht, dem werden einige Dinge arg auffällig ins Auge stechen. Zum einen jene Menschen, die eine gewisse Kontaktfreudigkeit aufweisen, man findet sie in Cafés, Restaurants, manchmal in Discos, sie sind eigentlich überall. Auch überall sind aber jene, die recht griesgrämig und schüchtern durch die Gegend schleichen und sich kaum trauen, den Kopf zu heben. Ich kenne diese Leute teils sehr gut, denn ebenso wie ich zu ihnen gehörte, manchmal immer noch gehöre, habe ich auch schon deren Grenzen durchbrochen und manchen unter der Glasglocke hervorgezogen. Eine dritte Gruppe umfaßt beides – die gesellschaftsliebenden und die, die nicht in der Lage sind, sich einer Nähe zu öffnen. Diese Menschen zeichnen sich durch ein recht helles Köpfchen aus und meist haben sie auch ein großes Herz, das anbetracht einiger Enttäuschungen im Leben sich manchmal sehr verhärtet hat. Resignation anbetracht der Lage der Welt, der Politik, der Umwelt, der Gesellschaft... auch Wut. Und ab und an eine gehörige Portion Sarkasmus.

Was fehlt, ist trotz aller Bildung und aller Intelligenz noch ein tiefgreifendes Verständnis für die Vorgänge auf der Welt, beziehungsweise werden diese zwar sehr wohl verstanden, aber aus ihrem Gesamtkontext herausgerissen. Schönes Beispiel hierfür: Magie. Es gibt also keine Magie, nur weil wir sie nicht beweisen können. Trotzdem glauben und glaubten viele Menschen an Magie. Man nehme eine beliebige Diskussion über Religion: kann man die heutige Lage richtig bewerten, wenn man nicht um die Geschichte der Religion weiß, sie nachvollziehen kann? Wohl kaum. Ist es wirklich so sinnvoll, etwas abzutun, was nicht unmittelbar begründbar ist? Bewerten wir die Größe der Zusammenhänge richtig, den Zeitrahmen, der gegeben ist? Prinzipiell sollte jeder Mensch so selbstbewußt sein, seine eigene Meinung zu vertreten, und so bescheiden, die Meinung der anderen in die eigene Meinung einzubeziehen. Eine Meinung, die andere von vornherein ausschließt, ist allein dadurch schon falsch, selbst wenn der Inhalt durchaus plausibel ist.

Wer hier schnell ist, sieht gleich, worauf ich hinausmöchte. Dieses Selbstbewußtsein im Zusammenhang mit Bescheidenheit schließt sich nicht aus, und vor allem ist es genau die richtige Basis, um jene Schranke der Einsamkeit zu durchbrechen. Nur – wozu?

Eine ganz grobe Erklärung, die lange nicht alles sagt: Wer nicht in der Lage ist, die Einsamkeit zu durchbrechen, kann auch nicht wirklich lieben. Es gibt da diesen Spruch, daß man erst dann mit jemandem zusammen sein kann, wenn man auch allein sein kann. Das bedeutet aber auch, daß man vor allem jederzeit diesen Zustand wieder verlassen kann, wenn man es möchte. Und dazu sind viele nicht in der Lage.

Gemeinschaftlich leben bedeutet keine Kommune und kein Kollektiv. Man muß ein Individuum bleiben, aber eines, das sich in ein soziales Gefüge einpaßt. Wichtig ist auch zu erkennen, daß man von einer Gemeinschaft abgespaltet werden kann, so wie bei den Borg, ohne daß die Gemeinschaft generell Schaden nimmt. Dies sollte allerdings nur dann passieren, wenn ein Mensch dabei ist, sich zu wandeln oder weiterzuentwickeln – es gibt da das Beispiel der Metamorphose in der Natur, auch hier zieht sich das Individuum zurück, bringt seine Behausung in Ordnung, stellt die Nahrungsaufnahme ein und wandelt sich. Bitte bedenken, daß man unter Nahrung auch etwas anderes verstehen kann als Speis und Trank. So gibt es natürlich auch für jeden Menschen eine Zeit der Einsamkeit, und die ist sehr wichtig – aber nicht so wichtig, daß man sie ebenso wie die eigene Individualität überbewerten sollte, da man sich sonst sehr rasch in beidem verfängt.

Fortsetzung folgt.


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Nutzer: xBroKenWinGx
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geschrieben am: 27.06.2002    um 04:03 Uhr   
Bin ab heute wieder öfter Online Engel..entschuldige meine plötzliche und lange Abwesenheit, hab dich aber nie vergessen...doch jetzt hab ich mein Leben endlich komplett unter Kontrolle..ich meld mich bei dir :)

Auf Bald
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 27.06.2002    um 09:36 Uhr   

@Broken

Ja, das will ich doch mal hoffen, ich find weder Deine Emailaddi noch Deine Telefonnummer wieder...

Freut mich, daß es Dir besser geht, und mir selbst geht es nun auch viel besser. Bin über einiges drüber weg, über anderes noch nicht ganz...

Übrigens haben Dein Schattenläufer und meine Gemeni noch eine Rechnung offen *grins*.

Alles Liebe und hoffentlich bis bald,

Engel


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Nutzer: xBroKenWinGx
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geschrieben am: 27.06.2002    um 18:50 Uhr   
Nicht hoffentlich..sondern auf jedenfall ENgel..
Immer schön Aim anmachen, ich bin sogut wie immer da...
Freut mich sehr zu hören das es dir besser geht..

Auf Bald
Geändert am 27.06.2002 um 21:13 Uhr von xBrokenWingx
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Nutzer: trivi
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geschrieben am: 27.06.2002    um 22:53 Uhr   
@engelsfall

" Jedoch schreibe ich nicht für jene, die GERADE ERWACHT und in Kontakt mit diesen Dingen geraten, sondern für die, welche schon einige Erfahrung haben."

schade... dann werde ich mich an dieser stelle ausklinken, noch ehe ich mich eingeklingt habe..gg.

trivi

Ps: ist das die arroganz der "erleuchteten"?
sollte nicht jeder lehrer und schüler zugleich sein?
wieviel erfahrung braucht man?
wo sind die grenzen?
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 28.06.2002    um 06:19 Uhr   

@trivi

*schmunzelt*

Ob man es Arroganz nennen kann, möchte ich in diesem Fall Dir überlassen, weil es a) Deine Meinung ist, die ja sicher nicht ganz unbegründet ist und b) weil Du selbt wissen mußt, wie weit Du mitlesen möchtest, wie weit Du nachdenken möchtest.

Ich habe diesen Thread aufgemacht, um meine Gedanken darzulegen, die durchaus wirr sind und teils einiges an Grundwissen voraussetzen, da ich mich schon eine Weile mit diesen Themen befasse, und ich möchte nicht alles ins Detail erklären.

Als "erleuchtet" betrachte ich mich lediglich, wenn ich morgens um 5 Uhr auf der Arbeit sitze und dann kommt so ein Trottel und macht das Neonlicht an... und das ist kein sehr schönes Gefühl ;)...

Es sollte wirklich jedem selbst überlassen sein, in wie weit er sich mit dem befassen möchte, was ich hier niederschreibe. Ich biete keinen Grundkurs an, denn ich biete überhaupt keinen Kurs an.

Aber vielleicht ändert dies den Eindruck ja, den ich damit erwecke, ein wenig ab:

Natürlich werde ich auf Fragen antworten, die mir gestellt werden, seien es Verständnisfragen oder Hinweise auf logische Unklarheiten, Diskussionsbeiträge... das habe ich immer getan und werde ich immer tun. Nur solang wie sich keiner meldet, gehe ich davon aus, daß alles verstanden wurde ;)

Liebe Grüße

Engel-die-im-Dunkeln-sitzt.



PS: Übrigens, fällt mir da noch ein, hab ich zusätzlich zu diesem verhängnisvollen Satz noch einen anderen geschrieben, der in etwa besagt, daß jene, die nicht bereit sind, diese Dinge wohl übersehen... eine langjährige Erfahrung, die ich machte. Da du mich ganz offensichtlich nicht übersehen hast, kannst Du Dir durchaus zutrauen, folgen zu können, selbst wenn ich aus meinem Ausführungen - die alles andere als nur mein eigenes Wissen beinhalten - keine Lehrveranstaltung mache.

(Edit: PS)


Geändert am 28.06.2002 um 06:23 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 28.06.2002    um 07:30 Uhr   


Die Schlüssel zur Welt


Es gibt in der Welt, wie wir sie erfahren, einige Werkzeuge, die wir nutzen können, um sie zu verstehen und zu entdecken. Wer an dieser Stelle gleich an Bus, Bahn und Auto denkt, liegt absolut richtig, aber laßt uns diesen Gedanken einmal erweitern. Diese Medien ermöglichen uns ein Reisen. Im Reisen liegt Erfahrungswert, selbst wenn man eine Reise nur aus Unterhaltungsgründen unternimmt und keinen Kulturrun daraus macht.

Zu diesen Werkzeugen zähle ich persönlich vor allem Dinge wie Musik, Schriftstellerei, die bildenden Künste, Philosophie, Wissenschaft, aber ganz wichtig vor allem auch: Gefühl. Auf den ersten Blick fällt das völlig aus dem Rahmen raus, den die erstgenannten Beispiele zu setzen scheinen. Aber wie sollte man einen solchen Rahmen definieren? Generell sind solche Werkzeuge Mittel, durch die wir Eindrücke und Empfindungen umwandeln und auf uns „anpassen“. Das ist notwendig, um überhaupt in eine Kommunikation mit unserer Umwelt treten zu können. Außerdem ist es auch möglich, da wir das im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte immer wieder getan haben, die Werkzeuge zu verbessern. Wir passen sie unseren Bedürfnissen an, um ein besseres „Interface“ zu erlangen. Huch, schon wieder muß ich an die Borg denken. Ich denke, daß wir genau aus diesem Grund versuchen zu lernen, um diese Verbesserungen erreichen zu können.

Allerdings möchte ich in diesem Abschnitt meines Beitrags noch nicht wieder auf Gefühle als Werkzeug zur Selbsterkennung eingehen – das wird etwas später folgen, denn noch nähern wir uns den Gefühlen ja erst an. Und da es so wichtig ist, weise ich auch hier noch mal darauf hin, daß nichts nur ein Mittel zum Zweck ist, sondern vor allem auch einen Selbstzweck hat, den man meist aber erst dann erkennt, wenn man mit dem Mittel gearbeitet hat.

Statt dessen möchte ich im Anschluß an den letzten Teil der Gedanken auf ein anderes Werkzeug zu sprechen kommen: das Träumen. Somit schließe ich den Kreis zur Straße der Träume, denn auch die ist ein Schlüssel zur Welt, bzw. zu den Welten, wenn man wieder in physische und geistige unterteilt. Jene, die besonders gern und viel träumen, werden verstehen können, wenn ich sage, daß es verdammt schwierig sein kann, die Träumereien gegen „physische“ Begebenheiten zu tauschen. Bitte beachten, daß in beiden Teilen der Welt Emotionen, Verstand und Sinneswahrnehmungen bestehen, daß lediglich die Art und Weise, wie diese ausgelöst werden bzw. benutzt werden sich ändert.

Eine sehr lange Zeit habe ich kaum gewagt einzuschlafen, weil ich mit dem zunehmenden Fortdämmern sah, wie die Schatten in meinem Zimmer anfingen, ein gänzliches Eigenleben zu entwickeln. Ich hatte furchtbare Angst, eine von der Art, die man nicht deutlich spürt, die einen aber auch davon abhält, sich mit dem Auslöser der Angst zu befassen. Hier liegt eine große Gefahr, denn wie alles kann man Angst nutzen, um sie zu bewältigen – oder sich von ihr kontrollieren lassen. Ich arbeite bis heute daran, mich diesen Schatten zu stellen. Ich habe auch durchaus eine Vorstellung, was dies sein könnte, was ich da wahrnehme, aber darum geht es nur temporär. Wichtig ist, daß wir Erfahrungen machen UND diese auch verwerten, indem wir unser Wissen einsetzen.

Nehmen wir einmal an, es gelänge mir, auf der Straße der Träume bewußt zu wandern – denn im Grunde wandert jeder Träumer darauf, nur erinnert er sich meist nicht daran – für mich würde das bedeuten, eine große Schwäche überwunden zu haben, da genau dieses fehlende Bewußtsein für das, was ich vollbringe, mich in der Welt dazu verurteilt, still stehen zu bleiben und zu beobachten und eher aus Beobachtungen zu lernen denn aus eigenen Taten. Sprich, ich möchte einfach meinen Geist aus dem Reich der Träume etwas mehr in das Reich des Wachens bringen.

Wie könnte man so etwas nun erreichen? Hat man erst einmal schwimmen gelernt, so verlernt man es nie wieder, man kann lediglich die Kondition verlieren und etwas aus der Übung geraten. Aber bis daß man es lernt, kommt es den meisten unglaublich schwierig vor, und es kann ohne geeignete Anleitung sogar gefährlich werden – man könnte, wenn man keine Ahnung hat von dem, was man tut, auch ertrinken.

Der erste Schritt für mich also war zu erkennen, daß Handlungsbedarf entsteht. Im Anschluß habe ich viel gelesen, viel beobachtet, überlegt, wie andere das bewältigen, woran ich scheitere, um einen Überblick über das zu bekommen, was eigentlich möglich ist. Dann begann ich, erste kleinere Schritte zu unternehmen, um mich vorzutasten – hier liegt die Angst vor dem Neuen, Unbekannten. Da gibt es aber leider nur einen Weg, um damit fertig zu werden, und zwar den, sich mit der Furcht zu konfrontieren. Dies dient zur Vorbereitung, um schließlich den Schritt ganz zu wagen.

...


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geschrieben am: 28.06.2002    um 07:31 Uhr   

...

Nun sollte man aber noch etwas ganz wesentliches beachten, denn auch dies ist ein Schlüssel zur Welt: Der richtige Zeitpunkt. Die Welt besitzt einen Rhythmus, einen Gleichklang, den man erst einmal finden muß. Wer sich nicht danach richtet, wird selten Erfolg haben, aber hierzu mehr beim nächsten Mal.



Geändert am 28.06.2002 um 07:32 Uhr von Engelsfall
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Nutzer: trivi
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geschrieben am: 29.06.2002    um 20:32 Uhr   

*lächelt*

Das mit dem Neonlicht ist durchaus nachvollziehbar, der Rest im übrigen auch, wenn ich mich auch erst seit kurzem mit diesem Thema "bewusst" befasse (oder vielleicht eher "es" befasst sich mit mir).
Schon gespannt auf die Fortsetzung warte....weil das mit der Geduld ist so eine Sache und mit sicherheit eine Tugend die ich noch lernen muss ;-)

lieb grüßt
trivi
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geschrieben am: 02.07.2002    um 11:02 Uhr   


Von der richtigen Zeit

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Augenblicke, die für ihn von besonderer Bedeutung und Macht sind, Momente, in welchen er glücklich ist oder aber vollkommen unglücklich – in jedem Falle aber sind diese Momente ganz besonders intensiv. Ob die Erhabenheit eines herrlichen Anblicks oder das Elend beim Verlust eines geliebten Menschen, das Gefühl, das empfunden wird, ist hier sehr stark. Stellt man sich die Frage, warum diese Empfindungen ausgerechnet in solchen Situationen so machtvoll sind, kann man sofort eine Antwort geben: es liegt natürlich an den Umständen, von welchen sie ausgelöst werden. Das hört sich eigentlich ganz einfach an, aber wie immer steckt noch wesentlich mehr dahinter, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

Die Umstände, was bedeutet das denn in diesem Zusammenhang ganz genau? Definieren könnte man die Sache vielleicht folgendermaßen: Es handelt sich hier um die Begebenheiten, die in ihrem Zusammenwirken ein aus ihnen heraus folgendes Resultat bewirken. Auch hier kann ich wieder das Stichwort „Chaostheorie“ in den Text werfen, wenngleich ich an dieser Stelle noch nicht weiter darauf eingehen kann. Das Prinzip von Ursache und Wirkung ist ganz entscheidend.

Die Grundlagenforschung ist ein weitreichender Bestandteil der Wissenschaften, welche sich durch alle Sparten zieht und aufgrund unseres derzeitigen Wissens- und vor allem Glaubensstandes mehr oder minder ausgeprägt betrieben wird. In der Grundlagenforschung möchte man u.a. vor allem die Voraussetzungen ermitteln, von denen man ausgehen muß, wenn man ein bestimmtes wissenschaftliches Problem angehen möchte. Für die Erfindung eines einfachen Mikroskops war beispielsweise ein gewisser Wissenstand im Bereich der Optik nötig, für das Fliegen haben ganze Heerscharen von Himmelsstürmern auf fantasievollste Weise Erkenntnisse gewonnen, was vom Beobachten des Vogelflugs hin reichte bis zu den teils schmerzhaften und tödlichen Versuchen mit fliegenden Kisten und den Vorläufern der Drachen und Fallschirme. Schon Leonardo da Vinci hat an einen Fallschirm gedacht, wenngleich fraglich ist, daß er selbst Versuche unternahm, mit einem zu fliegen.

Wozu aber ist ein Wort wie „Grundlagenforschung“ von Bedeutung für menschliche Emotionen und Wandlungsprozesse? Nun, im Grunde wollen wir auch diese ja verstehen, um weiter darauf aufbauen zu können.

Hier sollte man nun die Frage klären, was alles zum Bereich der Wissenschaften zählt. Kann man nur die Naturwissenschaften zählen, oder gehören nicht eher die Geisteswissenschaften auch dazu, wie der Name derselben schon sagt? Worauf ich hinaus möchte ist eine Antwort auf die Frage, ob man auch für beispielsweise die Philosophie Grundlagenforschung betreiben kann oder sogar muß. Meiner Erfahrung nach laufen da die Meinungen etwas auseinander. Die einen sagen, daß man davon nicht ausgehen darf, weil Ergebnisse einer Grundlagenforschung im geistigen Bereich nur äußerst schwer oder in den meisten Fällen sogar gar nicht beweisbar sind. Die anderen betrachten die Philosophie sozusagen als Reinform der Grundlagenforschung in den Geisteswissenschaften. Ich möchte da aber etwas anderes anbringen; nämlich – keinen Mittelweg – eine These, die viel eher beide Gedankengänge umfaßt.

Man nehme das Beispiel der Psychologie, welche ein ganz besonders von mir gehaßtes Thema ist. Ich konnte mich niemals mit dem Gedanken anfreunden, einem Menschen nach Schemen zu helfen, welche in der Theorie ausgearbeitet wurden, durch seltsame Versuche belegt werden sollten und diesen Menschen in eine Schublade stecken. In meinen schlimmsten Zeiten wollte ich die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen, und ich stellte ihm die Frage: „Wie lange wird es dauern?“ Seine Antwort war: „Ein Jahr.“ Und daraufhin nahm ich meine Sachen und half mir selbst, denn eines wußte ich ganz genau: Es dauert genau so lange, wie es dauert. Will man einem Menschen helfen, sollte man das jenseits zeitlicher Beschränkungen tun und sich ganz auf ihn einlassen. Hier ist eine Grauzone gegeben, eine Aufstellung von verschiedenen grundlegenden Annahmen, die sich teils – ja nachdem, wer sie entworfen hat – widersprechen. Es gibt verschiedene Methoden in allen Farben und Formen, und inzwischen ist es so weit, daß man generell alles irgendwie so aber auch so auslegen könnte. Sprich also: man kann die Grundlagen gründlich in Frage stellen. Aber warum? Das liegt vor allem daran, daß die Basis, welche diese Grundlagenwerte liefert, absolut veränderlich ist. Sie folgt einer Evolution, einer Evolution des Geistes, die kaum abzuschätzen ist, die aber viele erahnen. Und so ertastet man wie im Halbschlaf seine Umgebung ab und erwartet, viel mehr zu erkennen als es üblicherweise möglich ist, wenn man nur einen einzigen Sinn zur Verfügung hat oder die Sinne einfach noch nicht wach genug sind, um mit dem Umfeld in Kommunikation zu treten.

...


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geschrieben am: 02.07.2002    um 12:56 Uhr   


Hu, nun komm ich nicht mehr dazu weiterzuschreiben. Daher demnächst in diesem Thread:

- Fortsetzung: Von der richtigen Zeit -
Das Gefüge des Seins
Die Idee vom horizontalen und vertikalem Multiversum
Warum Mythen?
Magie und Leben
Lineare und zirkuläre Zeit
Das fünfte Element ((in Anlehnung an den gleichnamigen Film))
Die Zukunft der Welt
Der Tod oder „staying alive!“


((*gg* Jaja, ich weiß. Ich hab wohl doch angefangen, das ganze etwas zu sortieren.))


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Nutzer: trivi
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geschrieben am: 09.07.2002    um 23:13 Uhr   

>warte auf die fortsetzung ;-)<
lieb grüßt
trivi
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Nutzer: Rhiannon
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geschrieben am: 10.07.2002    um 15:20 Uhr   

wie schön, dass weenigstens noch ein paar menschen (oder engel) an die liebe glauben. vielleicht passt es hier nicht so rein, aber ich habe einmal einen satz gehört, der mich nicht mehr loslässt:

wenn tausend menschen mich verachten und mit füßen treten,
solange du mich liebst, nehme ich ihren spott freudig in kauf.

liebe macht mut.
vielleicht leide ich deshlab seit kurzem unter schlafstörungen.

du bist echt gebildet, engelsfall.
wollt ich nur mal so sagen.


Rhia
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geschrieben am: 16.07.2002    um 09:45 Uhr   

Hehehe, ja, es geht bald weiter. Ich hab den Text fast fertig.

Liebe Grüße

Engel


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geschrieben am: 17.07.2002    um 08:16 Uhr   


((So, eine Weile hat es gedauert, aber hier ist endlich der nächste Teil. Viel Vergnügen damit :-) sich erstmal die Finger verarztet vom Tippern.))

Nichtsdestotrotz gelten die meisten all jener „Erkenntnisse“ als durchaus fundiert – so lange, bis daß etwas anderes besser bewiesen werden kann, als dies zum gegebenen Zeitpunkt der Fall ist. Zwar gefällt mir nicht der Grund, warum dies in der Angelegenheit der Psychologie so gehandhabt wird, aber man kann sich eine wichtige Scheibe davon abschneiden. Die sonst in der modernen Gesellschaft so für überheilig erklärte – und fehlende – Beweiskraft wird deshalb in einem Kompromiß zugelassen, da man sonst einen Haufen Irre, Psychopathen, Mörder, Kleptomanen, Lebensmüde, Schizophrene dasitzen hätte: und nicht einmal die Illusion, ihnen helfen zu können. Es ist auch ein ganz wichtiger Unterschied zwischen Psychologie und Psychiatrie zu ziehen – aber die Basis ist die gleiche, wobei dieselben Fehler bei der Psychiatrie sichtbarere Folgen hätte, wenn man diese Folgen nicht in Gummizellen sperren würde.

Nun aber das, was wir für uns daraus lernen können, denn die Geschichte hat natürlich wieder eine Moral. Und selbst wenn sie mehr als eine Moral hat, heißt das noch lange nicht, daß es sich um eine Doppelmoral handelt. Wer sich dessen bewußt ist, daß solcherlei Erkenntnisse vorläufig sind, und sie daher mit einer gewissen Bescheidenheit einsetzt, kann mit ihnen sehr viel bewegen, denn unbegründet sind diese Maße meistens nicht gänzlich. Jedoch sollte man, auf welchem Gebiet auch immer man sich bewegt, geistig frei genug sein, um alles bisher gewußte über den Haufen zu werfen – und stark genug, um dadurch nicht selbst den Halt zu verlieren. Ich denke, daß wir genau darum suchen. Zumindest ist es ein Grund, warum wir uns verstehen wollen, um diese Stärke zu erlangen, denn sie garantiert uns auch in einer Welt von frustrierender Statik und atemberaubend schnellem Wandel die Sicherheit, die wir brauchen, um damit fertig zu werden.

Kommen wir nach diesem kleinen Ausflug in die Abgründe von „Wenn“ und „Warum“ zurück zur Zeit. Besser gesagt, zum richtigen Zeitpunkt. Welcher ordentliche Landwirt käme je auf den Gedanken, initten tiefsten Winters eine Schneeschaufel und einen Eispickel einzupacken, aufs Feld zu fahren, den Schnee beiseite zuräumen – na gut, mit einem Schneepflug ginge das wohl schneller – aber de facto ist es doch recht unwahrscheinlich, daß er sich bemüht, in der gefrorenen Erde etwas wie Weizen auszubringen. Mag sein daß es einige Anbaumethoden gibt, die etwas ähnliches erfordern – mir wäre es nicht bekannt, mir sind die Pflanzzyklen auch gänzlich fremd. Im großen Ganzen geht man jedoch davon aus, das es eher unbequem ist, in Eis und Schnee auszusäen, und in Weiten Teilen erfolglos. Nicht nur, daß es erheblich größere Mühen kosten würde, eine Saat in gefrorenen Boden zu setzen, nein, vielleicht wird auch die Saat geschädigt dabei, die Pflanzen können vielleicht nicht aufgehen. Anderes Beispiel: Oft benötigt man für ein Gespräch den richtigen Zeitpunkt, denn vielleicht ist der andere gerade schlecht gelaunt oder hat keinen Nerv zu einer bestimmten Art von Gespräch. Man sollte an einer Verkehrsampel mit Blitzgerät auch immer schön warten, bis grün ist, und nicht schon bei gelb drüber fahren. Ich denke, das macht deutlich, was ich sagen will: wir können viele Dinge immer tun, wenn wir wollen, mehr als die Menschen vor uns jemals konnten. Sie waren stärker eingebunden in den Tages- und Jahresrhythmus, der ihnen vorgegeben wurde. Nur weil wir das nicht mehr sind, heißt das aber nicht, daß dieser Rhythmus nicht mehr existiert – man bedenke, er liegt in der Erde selbst und wie riesig diese ist trotz aller Globalisierung – oder daß wir uns den Rhythmus nicht mehr zunutze machen könnten. Auch ein schädlicher Einfluß, wenn er nicht beachtet wird, ist durchaus einleuchtend. Wer kennt das nicht? Manchmal ist es besser zu schweigen, weil man sonst noch viel mehr kaputt machen würde, als es gerade schon geschehen ist – und genau dies gehört ebenfalls mit zum richtigen Rhythmus.


...


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geschrieben am: 17.07.2002    um 08:55 Uhr   

@fratz

Moment nicht so schnell, ich bin ja noch nicht fertig ;) Etwas Geduld bitte, ich zieh meine Kreise laaaangsam.

Dieses "Fingerspitzengefühl" ist wirklich angeboren. Es liegt uns im Blut bzw in der Seele. Nur: das bedeutet nicht, daß wir es auch nutzen können. Ich sehe viele Menschen an dem aufgezwungenen Rhythmus einer modernen Welt zerbrechen, da dieser nicht dem entspricht, der eigentlich in uns liegt, den wir brauchen, um wirklich leben zu können. Es gibt da auch Variationen von Mensch zu Mensch, dafür sind wir ja alle verschieden.

Die Sache mit dem Erfolg haben müssen, die finde ich interessant. Vor allem in Bezug auf die Liebe, da werd ich mir noch ein paar Gedanken zu machen, denn ich denke, daß wir auch in dem Bereich Erfolg haben müssen. Ich sehe an meiner eigenen Erfolglosigkeit, daß ich fast kaputt gegangen wäre, und zwar ohne Widerkehr... weil ich nichtmal in der Lage war, die Liebe meiner Eltern zu gewinnen, die sie einem Kind ja eigentlich schenken sollten, zumindest nach gängigen Klischees. Heikles Thema, sollte man nicht zu kurz behandeln, werde ich später nochmal drauf eingehen.


@all

Mal abgesehen davon geht es in diesem Thread nicht nur um Liebe, sondern um Gefühle generell, und auch nicht nur das, sondern um so ziemlich alles, was mich beschäftigt. Gut, daß ich in den Titel das Wörtchen "Gedanken" reingesetzt habe :-), sonst hätte ich jetzt Schwierigkeiten mit der Beweisführung. Tatsächlich erlaub ich mir aber, in meinen Beiträgen weitreichend abzuschweifen. Auf die Liebe komme ich mit Sicherheit wieder zurück, aber sie ist nunmal nicht das einzige, was meine Gehirnzellen zum rattern bringt.

Wenn ich diese ... unter einen Beitrag setze, dann mein ich damit jetzt erstmals erklärt , daß das Kapitel noch fortgesetzt wird. Somit bitte nicht wundern, wenn noch nicht alle Schlüsse jetzt schon zu Ende gezogen sind.

Liebe Grüße

Engel-sfall


Edit: so nun stimmt das wieder mit dem, wen ich womit anspreche...


Geändert am 17.07.2002 um 09:02 Uhr von Engelsfall
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geschrieben am: 17.07.2002    um 09:26 Uhr   


((Fortsetzung))

Es gibt aber auch das genaue Gegenteil, und zwar in mehreren Richtungen. Zum einen sind da jene, denen es immer gut geht – gegen jene habe ich eine ebensolche Abneigung wie zu den chronisch depressiv sein wollenden, weil beide Seiten aus diversen Gründen die jeweils andere Seite ausschließen. Jemand, dem es zwangsweise immer gut geht, dem kann es gar nicht gut gehen, da er ständig unter dem Druck steht, gute Laune zu verbreiten. Dann gibt es aber auch noch jene Menschen, welche – so es ihnen schlecht geht – sich damit auseinandersetzen und die Gefühle verarbeiten, und daran arbeiten daß es ihnen wieder besser geht. In meinem Denken gehört diesen Menschen der größte Erfolg, weil ihre Methoden immerhin schon einmal voraussetzen davon auszugehen, das beide Seiten der Gefühle wichtig sind. Wie lebendig fühlte ich mich erst, nachdem ich fast gestorben war! Wie staunte ich darüber, als ich mit einem mal alles in den Schatten gestellt sah, was ich mir unter Liebe vorstellte, und etwas ungleich mächtigeres spüren konnte.

Dieses Zeitgefühl ist, wie oben in einer aus dem Text ausgegliederten Antwort schon erwähnt, intuitiv bei den meisten Menschen vorhanden. Jetzt sollte man allerdings folgendes beachten: Die Welt hat sich sehr stark verändert. Wir selbst sind als Kinder in eine Welt hineingeboren worden, deren rasche Veränderungen auch unsere Eltern vor uns nur teilweise verarbeitet haben/verarbeiten konnte. Vielerorts sehe ich Menschen, ganz gleich ob jung oder alt, mit den Vorgängen in der Welt überfordert. Kommen Nachrichten im Fernsehen, schaltet meine Mutter ab, weil sie zu abgestumpft ist, um Anteil zu nehmen, und zuviel verletzt wurde, um sich von dem Leid weiter berühren zu lassen. Ein 15-jähriger Junge, ein Kind von Bekannten, verbringt seine Zeit fast ausschließlich im Internet (!), sowie er auch nur ansatzweise die Gelegenheit dazu bekommen; zieht sich dafür von seinen Freunden zurück, wird schlechter in der Schule... warum tut er das? Warum ist das Netz für ihn leichter zu ertragen, zu verstehen, als die wirkliche Welt? Genau die Antwort auf diese Frage muß ein ganz ordentliches Erziehungsdefizit sein, und zwar nicht nur bei seinen Eltern, sondern generell gesehen. Denn wir bringen unseren Kindern nicht bei, die komplexen Zusammenhänge der Welt erfassen und vor allem auch verarbeiten zu können. Alleine in meinem persönlichen Umfeld gibt es VIER Fälle von Selbstmord. In allen Fällen handelt es sich um Kinder im Alter von 11-17 Jahren – Verzeihung bitte an die, die auch mit 17 schon Reife besitzen – welche mit der Welt um sich nicht zurechtkamen, nicht verstanden, was wie und warum geschieht. Wenn dann Streit in der Familie auftritt, verlieren sie ihren letzten Halt, und da sie keinen wirklichen Bezug zu der Welt gefunden haben, fällt es ihnen auch nicht so schwer, sie zu verlassen. Das muß man sich mal vorstellen... mich regt es mit schöner Beständigkeit auf, und das ist auch einer der Hauptpunkte, gegen die ich ankämpfe.

Mir ist aufgefallen, daß gerade diejenigen Kinder, die jetzt so in dem Alter 11-17 sind, oftmals eine unglaublich große Intelligenz besitzen und ein wahnsinnig empfindliches Gefühlsleben, sprich also, ebenso feinsinnig wie verletzlich. Gewiß sind es nicht alle, aber es sind wahnsinnig viele Kinder, bei denen ich jetzt schon Dinge sehe, die ich erst vor zwei bis drei Jahren für mich erlangte. Es sind aber dennoch Kinder, selbst wenn sie stärker sein sollten als wir – geben wir ihnen nicht den Halt, erst einmal stark werden zu können, werden sie zerbrechen. Ich gehe auch nicht davon aus, daß dies das einzige Problem ist, aber wir schneiden hier ja vieles an.

...


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