Auf den Beitrag: (ID: 34542) sind "5" Antworten eingegangen (Gelesen: 653 Mal).
"Autor"

Elfenkind

Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:02 Uhr   

Schön war der milde Sommertag, neigt sich nun dem Ende zu,
kein Lüftchen regt sich in den Bäumen, Dämmerung, still..., ringsum Ruh',
in der Ferne plätschert der große dunkle Fluss vor sich hin, ganz leise,
ich streife durch die Felder, über die Wiesen, pfeife vor mich hin ein Weise.


Nur die Schwalben am Himmel begleiten mich auf dem schmalen Weg,
Akrobaten der Lüfte, gern schau ich Ihnen zu, erreiche am Fluss den Steg,
setzte mich nieder, um eine Weile auszuruhen, mich umzusehen,
all die kleinen Wunder um mich herum, so vieles zu sehen, zu verstehen.



Ich sehe wie die Blumen sich langsam schließen, bald beginnt die Nacht,
Mücken tanzen im Dämmerlicht ihren Reigen, der Mond bereits am Himmel wacht,
doch noch steht ihm die Sonne gegenüber, taucht den Himmel in glühendes Licht,
hier von hellem Rot, dort schon ein dunkles violett, zählen kann ich die Farben nicht.



Tausende sind's bestimmt, feine Wolken ziehen hindurch, brennendes Rot,
die Sonne versinkt langsam in den Horizont, die Nacht beginnt, der Tag ist tot,
Dunkelheit zieht sich über das Land, bedeckt mit Ihrer Stille die Welt,
Nun Schlafen des Tages Geschöpfe, zu erwachen, wenn erneut die Sonne Einzug hält.



Eine Eule ruft vom Wald herüber, Die Grillen am Ufer zirpen ihre monotone Melodie,
ich lehne mich zurück, schau in den Himmel, tausend Sterne, beobachte sie,
wie mit einer Nadel in ein schwarzes Blatt gestochen, kleine Punkte von hellem Schein,
weit entfernte Sonnen, erhellen die Nacht mit ihrem Licht, manche größer, manche klein.



Der volle Mond strahlt sein fahles Licht herunter, er steht nun höher am Firmament,
noch immer ziehen die dünnen Wolken vorbei, ein blaues Licht nun in ihnen brennt,
wie die Farbe des Flusses scheint nun die Farbe des Himmels zu sein,
schaue vom Steg herunter zum Wasser, sehe mein Spiegelbild dort, ganz klein.



Nicht weit entfernt sehe ich leuchtende Punkte, die über dem Wasser schweben,
folge ihnen langsam am Ufer entlang, es scheint hier Glühwürmchen zu geben,
lange habe ich keines dieser seltsamen Tiere mehr gesehen in der Nacht,
doch diese hier scheinen etwas besonderes zu sein, viel größer als gedacht.



Drei sind es nun, vier, sechs, bald zehn an der Zahl, tanzen einen geordneten Reigen,
und als ich näher heran, höre ich kristallene Stimmchen durch das nächtliche Schweigen,
mal ist es ein Kichern, mal eine gesungene Melodie, begleitet von einer kleinen Flöte,
da bricht mit lauten Krach ein Ast, die Lichtlein rasen fort, und nachzueilen habe ich Nöte.


Am Waldesrand sah ich sie in den Büschen verschwinden, gleich neben der Birke dort,
leise und bemüht kein Geräusch zu erzeugen, setze ich meinen Weg durchs Unterholz fort,
sehe die Lichtlein in der Ferne, wie sie huschen von Baum zu Baum,
und als ich mich näher schleiche, erkenne ich sie, glaube an einen Traum.



Kleine Menschlein sind es, zierlich anzusehen, kaum größer als eine Hand,
Flügel wie aus Glas zieren ihren Rücken, Elfen wurden sie vor langer Zeit genannt,
doch das es sie noch gibt, das sie noch existieren, ich fühle mein Herz wird weich,
in unserer kalten hektischen Welt, zu finden diese Geschöpfe aus dem Zauberreich


ein Einhorn, das mich mit seinem Kommen segnet,
ich schaute im zu, wie es aus dem See durstig trinkt,
die prachtvolle Mähne, lang und glänzend vom Rücken sinkt,
die Hufe den Boden des Waldes fast nicht berührn,


Ich höre wie die großen Elfen raunen und tuscheln, fortziehen das kleine Elfenkind,
"Das ist ein Mensch!", höre ich eine Elfe sagen, "Weißt Du nicht, wie böse die sind?"
"Nein, Nein", sage ich, noch immer auf dem Boden sitzend, "Von dieser Sorte bin ich nicht",
"Ich sah' bereits des Einhorns See", und halte meine Hände hoch ins Mondenlicht.



Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top
"Autor"  
Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:03 Uhr   

Ein Mondstrahl fällt auf meine Hand, und bringt zum Leuchten den Rest des Sternstaubs,
"Eine Einhornträne", sagt die Elfe rechts neben mir, "Du bist ein Freund, ich glaub's'",
und auf der Elfen Gesichter, die vorher Ernst geschaut, erscheint ein freundliches Lächeln,
sie tanzen herum, reden wirr durcheinander, zersausen mein Haar mit Ihrer Flügel fächeln.



Dann ziehen sie an mir, zerren mich fort, leuchten mir den Weg, tiefer in den Wald hinein,
über Stunden geht die Reise, schließlich eine Lichtung dann, mittendrin ein goldener Schein,
eine große, mächtige Eiche füllt den Platz in der Mitte, mit Tausenden Lichtern im Geäst,
soviel Ehrfurcht, soviel Freude vor diesem Glanz, das mein Auge eine kleine Träne verlässt.



Am Fuß des alten Baumes stehen viele Pilze, mit einem besonders großen in der Mitte,
und auf diesem sehe ich stehen die Elfenkönigin, verneige mich vor ihr, wie es Sitte,
komme heran als sie mir winkt, setze mich nieder so nah als möglich an Ihren kleinen Thron,
sie zu beschreiben fällt mir schwer, niemals sahen meine Augen soviel Schönheit schon.



Ihre Haut scheint von Elfenbein zu sein, doch mit einem irisierenden, samtenen Glanz umgeben,
ihre Flügel sind aus farbigem Glas, scheinen um ihren Körper wie eine Korona zu schweben,
alles Licht der Sonne, eines Regenbogens, kein Flügel eines Schmetterlings kann schöner sein,
das Kleid mit diamantenem Tau besetzt, wie aus durchsichtigen Fäden gemacht, ganz fein.



Und auf das silbern glänzende, lang wallende Haar ist eine kleine goldene Krone gesetzt,
kleine goldene Stiefel zieren ihre Füße, einen Ring trägt sie am Finger, mit einem Smaragd besetzt,
ein schmaler, geflochtener Gürtel ziert ihre Hüften, und große dunkle Augen schauen mich an,
solch schöne Augen, unbeschreiblich und von einer Farbe, die ich nicht bestimmen kann.
an glückliche Zeiten, an Tage ohne Dämmerung.


Dann erklingt ihre Stimme, sie ist so rein und klar, so melodisch diese Töne sind,
wie ein Gesang, wie ein Lied klingt ihre Sprache, und sie erzählt mir von dem Elfenkind,
das es geboren erst vor kurzer Zeit, es sich seit vielen Jahren um den ersten Nachwuchs handelt,
und es bald viele neue Elfen geben wird, seitdem das Einhornfohlen wieder auf Erden wandelt.



Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top
"Autor"  
Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:03 Uhr   

Ich erzähle was mir vor kurzer Zeit widerfahren, was alles geschah in der Welt um sie herum,
wie ich das Einhorn traf dereinst im Wald, gespannt hören die Elfen zu, bleiben stumm,
erfahren von Neid, Gier und Kriegen unter den Menschen, und traurig werden ihre Gesichter,
und als ich berichte von der Not und der Kälte in der Welt, verblassen und flackern ihre Lichter.



"Genug habe ich gehört", flüstert die Königin mit leiser Stimme, "Doch jetzt bricht die Zeit neu an",
"Hinausgehen in die Welt wird mein kleines Volk, den Menschen im Traum zu erscheinen",
"Sie lehren, wieder die Schönheit der Dinge, der Welt zu sehen und zu beachten",
"Und nicht mehr gierig nur nach Macht und Reichtum um ihrer Selbst zu trachten".



"Fortwehen mit unseren Flügeln, unterstützt vom Wind der Nacht, werden wir den Neid",
"Wieder Liebe und Mitgefühl bringen in des Menschen Seele, lindern manches Leid",
"Bekämpfen und besiegen Wut und den Zorn unter den Menschen, auch wenn wir wenige sind",
"Doch stark waren wir zu alten Zeiten, und dieses hier ist nicht das letzte Elfenkind".



"Viele werden ihm folgen, denn das Einhorn ist wieder erwacht"
"durch mancher Menschen Träume wurde dies möglich gemacht",
"Und jede Träne, die seinem Auge vor Freude entrinnt",
"gegossen auf eine Blume, wird zu einem neuen Elfenkind".



So holt sie eine kleine Schale, eine Flüssigkeit schimmert Golden darin,
schreitet fort zu einer kleinen Blume in der Nähe, gießt die Träne zum Stängel hin,
und im nächsten Moment wächst eine schimmernde Knospe heran,
dreht sich dem Mond zu, wird groß und bauchig, faltet sich langsam auf sodann.



Und inmitten der Blütenblätter, die sich nun ganz aufgetan, leuchtend Blau,
sitzt auf dem gelben Rund in der Mitte niedergekniet eine junge Elfenfrau,
sie hebt den Kopf, stellt sich hin und faltet ihre Flügel auf, dem Mond entgegen,
langsam erst, dann immer schneller, sieht man sie durch die Lüfte schweben


Dreht ihre Kreise um den mächtigen Baum herum, herauf, herunter,
landet schließlich neben der Königin, beugt sich tief hinunter,
"Sieh den Menschen dort, er geniest unser Vertrauen", die Königin zu ihr spricht,
"Geh' mit ihm, bleibe bei ihm sein Leben lang", ich höre die Worte, glaube es nicht.



Und die Elfe fliegt zu mir herüber, setzt sich vorsichtig nieder auf meine Hand,
sieht mich mit mit ihren großen Augen an, niedlich anzusehn', wie sie dort stand,
"Nun lass uns beisammen sitzen und viele Geschichten erzählen", höre ich wieder die Königin,
es wurde eine lange Nacht, die Sonne stand schon hoch am Himmel, als ich wieder zuhause bin.



So ist es geschehen, das ich zu einer Elfe mit Namen "Lilly" gekommen bin,
warum dies geschah, verstanden habe ich lange nicht den Sinn,
denn niemand außer mir kann sie sehen, oder sie hören,
und doch ist es wahr, voll und ganz, das will ich beschwören.



Wollt Ihr's nicht glauben, einen Beweis kann ich euch nicht geben,
aber manchmal sieht man des Nachts ein kleines Licht durch mein Zimmer schweben,
und meine Elfe erzählt mir in meinen Träumen wunderbare Geschichten,
die ich euch hier niederschreibe... in meinen Gedichten
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top
"Autor"  
Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:09 Uhr   

Einhörner....
Einst lag ein Wald vor meinen Füßen,
die Sonnenstrahlen mich durchs Blattwerk begrüßten,
wie nebelhaften Fingern gleich,
konturlos, hell, strahlend und weich,


sie zeigten mir den Weg durch dieses Idyll,
um mich herum war alles friedlich und still,
die kleinen Sänger dort oben in den Bäumen,
ihre Melodien brachten mein Herz zum träumen,


es schien als würd' er mich erwarten, so still er da sitzt,
schaute mich an mit großen dunklen Augen, in denen es blitzt,
sie schienen zu rufen: "Komm her, ich erwarte Dich schon lange hier",
"Ich kenne Dich, schau in Dein Herz, drum folge mir...",


Er hoppelte los, den Weg entlang, stets auf mich wartend,
nachdem eine Biegung genommen, schon fast an des Weges End,
da erschien vor meinen Augen, ein Bild wie ich's nie gesehen im Wald,
da sah ich sie, die Wasser die das Geräusch gebracht an meine Ohren,


ein Bach sich seinen Weg gesucht über den grünen Waldesboden,
fällt herab über einen großen Stein, stäubt Tropfen in die klare Luft,
ein Regenbogen schimmernd darüber stand, alles schien voll Blütenduft,
und am Fuße des Steins, glasklar und glitzernd im Sonnenlicht,


umsäumt, gerändert von blühenden Büschen, dicht an dicht,
ein kleiner See sich vor mir erstreckte,
seltsame Gefühle dieser Ort in mir erweckte,
schon oft in diesem Wald ich war gewandelt,


doch heute schien er wie verwandelt,
als ob der Wald den ich so gut kannte ist einfach fort,
und dies hier wäre ein völlig anderer Ort,
nicht der einfache Wald, mit seinen grünen Bäumen,


sondern der, den ich oft gesehen in meinen Träumen,
ich setzte mich nieder am Seenrand,
wachte ich? träumte ich? war ich bei Verstand?,
nicht wissen wollte ich, was wahr und was nicht,


einfach nur sitzen, in diesem Duft, diesem Licht,
meine Seele sich erholen lassen, nicht denken an Morgen,
nur dieses Bild, diese Ruhe spüren, ganz ohne Sorgen,
und kurz drauf, als mein Herz der Schmerzen nicht mehr weint,


eine nie geseh'ne, wunderschöne Gestalt erscheint,
ein stolzes Pferd, erhaben gewachsen, ganz weiß,
auf der Stirne ein Horn, umgeben von einem schimmernden Gleiß,
erschreckt, nie erwartet, das es mir mal begegnet,


ein Einhorn, das mich mit seinem Kommen segnet,
ich schaute im zu, wie es aus dem See durstig trinkt,
die prachtvolle Mähne, lang und glänzend vom Rücken sinkt,
die Hufe den Boden des Waldes fast nicht berührn,


so als schwebe es, würde keine Schwere spürn,
es hebt langsam den Kopf, bläst durch die Nüstern,
und plötzlich schien eine Stimme in mir flüstern,
"komm her zu mir, sei ohne Furcht, komm heran.."


langsam ging ich hinüber zu ihm, berührte es vorsichtig dann,
liess meine Hände gleiten über das weiche warme Fell,
und sah ihm in die dunklen Augen, dort leuchtete es hell,
der Blick des Einhorns mir eine Geschichte erzählte,


dies Zauberwesen damit mein Innerstes erhellte,
eine Geschichte von vergangenen Tagen, längst vergess'nen Zeiten,
als es noch viele gab von seiner Art, in der Welten weiten,
als die Menschen noch nicht waren wie heute,


nicht so gierige, im Herzen kalte Leute,
die nur auf Ihren eigenen Vorteil bedacht,
deren Seele nicht oft vor Freude lacht,
von Freundschaft, von Verständnis erzählt mir die Geschichte,


nicht von Krieg und Hass, Gier oder Neid, Folter und Mord,
nein, von Harmonie und Frieden, von Liebe, von Herzen im Lichte,
und plötzlich trennte sich unser Blick, die Bilder waren fort,
"Nun geh'", hörte ich sanft das Einhorn flüstern in mir,


"Vergiß' nicht was ich Dir gezeigt, bring den Menschen diese Geschichte"
es dreht sich um, sah mich still an und ging fort von hier,
so ist es geschehen, und seit diesem Tag schreib' ich Gedichte,
um den Menschen die sie Lesen, zu bringen ein wenig Erinnerung,
an glückliche Zeiten, an Tage ohne Dämmerung

Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top
"Autor"  
Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:11 Uhr   

Ich betrat den Wald, der mir wieder so vertraut,
lange haben meine Augen diese Schönheit nicht geschaut,
nicht gerochen die Farben der Büsche und Bäume,
die Ruhe, die Stille, sie versetzt mich in Träume.


Eine große Eiche steht dort, mitten auf einer Lichtung,
ein großer alter Baum, und ich geh' in seine Richtung,
setzte mich nieder, lehne mich an den Stamm,
schaue in den Himmel, und schließe beruhigt die Augen dann.


Durch seine grüne Blätterkrone dringt ein Fächer aus Sonnenlicht,
ich spüre, wie sie mich berühren, die wärmenden Finger aus Licht,
höre den Frühlingswind flüstern und in den Blättern rauschen,
möchte diesen friedlichen Moment nicht missen, nicht tauschen.


Kein Denken an Aufgaben und Pflichten, nicht an Morgen,
kein Denken an die Neuigkeiten, welche bereiten mir Sorgen:
wieder sind Bomben explodiert, wahllos Menschen verletzt und tot,
wieder wurden Menschen aus Niedertracht gehetzt, unnütze Not,


wieder hat sich ein junger Mensch sinnlos das Leben genommen,
von falschen Idealen verführt, verzweifelt, nicht klargekommen,
wieder hat ein Diktator, nur aus Gelüsten nach Macht,
ein ganzes Volk fast an den Rand der Existenz gebracht.


Seit Anbeginn der Zeiten haben Menschen sich gegenseitig umgebracht,
hat denn in der ganzen langen Zeit niemand darüber nachgedacht?
sind den Neid, Gier und Mordeslust so tief in unseren Genen verborgen?
Muss das denn wirklich so sein?, darüber mache ich mir Sorgen.


Trotz der friedlichen Umgebung kann ich diese Gedanken nicht verdrängen,
spüre die Feindlichkeiten in der Welt, die Masse an Zwängen,
doch die Frage nach dem Warum, die stellt sich mir weiterhin,
und ich frage mich: "Worin liegt eigentlich des Lebens Sinn?"


"ist es nicht erstrebenswerter, nach Harmonie zu suchen,
als hinter vorgehaltener Hand über den Nachbarn zu fluchen?",
"Ist es nicht lebenswerter, ohne Arg zu begegnen einem Fremden,
als ihn von vornherein böse Wünsche entgegen zu senden?"


"Ist es nicht einfacher, sein Leben friedlich zu gestalten,
ohne Kampf, Krieg und Not, ganz ohne sinnlose Gewalten?"
"Warum nicht suchen nach dem Warum überhaupt, dem tieferen Sinn,
dem Grund, warum wir existieren, die Frage, was war vor dem Anbeginn."


Und während ich so denke und vor mich sinne,
erklingt plötzlich in mir eine bekannte Stimme,
sie flüstert mir zu: "Öffne die Augen, was Du getan schau Dir an",
Ich sehe auf, erkenne zwei Gestalten, die langsam kommen heran,


so wie damals, als der Hase mich zum Waldsee führte,
erkenne ich's wieder, was so mein Herz berührte,
das Einhorn ist's, das mir seine Geschichte gezeigt,
lautlos scheint es herüber zu schweben, das Haupt geneigt,


Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top
"Autor"  
Nutzer: nightrose
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 9122

geschrieben am: 25.06.2002    um 23:11 Uhr   

ich erkenne es wieder, es ist damals das Selbe gewesen,
und neben ihm, halb verdeckt von dem Zauberwesen,
dort geht, auch ganz weiß und mit einem leuchtenden Horn gesegnet,
ein junges Fohlen - und ich begreife, wem ich hier begegnet.


"ja", höre ich sanft die Stimme wieder in mir sagen,
"Es wurde neu geboren, dran zu glauben wollte ich fast nicht wagen",
"Und doch ist's geschehen, ich bin nicht mehr das letzte der Welt",
"Der Zauber der Harmonie mit allem ist neu erwacht, und er hält",


"Gefestigt durch Gedichte und Geschichten wie Deine", sagt es weiter zu mir,
"Die Menschen sind besser als ich dachte, ich hab's erkannt, und Danke Dir",
"Das ist so nicht wahr", höre ich mich sagen,
"Viele sind gut, es ist nur so, dass sie es nicht wagen",


"Auszusprechen was sie Denken, so zu handeln wie sie es wollen",
"Ihnen, nicht mir, musst Du den Dank dafür zollen",
"Deine Geschichte habe ich nur weitergetragen in die Weiten",
"Viele haben zugehört, vermissen diese Zeiten",


dann beuge ich mich zu dem Fohlen herab, berühre sein Fell,
streichle es sanft, und sein kleines Horn leuchtet ganz hell,
seine Mähne ist aus seidenen Fäden, scheint wie Sternen gemacht,
"Wie kleine Sonnen auf einer Schnur", habe ich bei mir gedacht,


die großen Augen des jungen Einhorns schauen mich an,
Sterne sin darin zu sehen, sie glitzern auf dann und wann,
und eine kleine Träne rinnt heraus aus des Tieres Auge,
"Ich bin noch schwach", höre ich, "vielen Menschen fehlt noch der Glaube",


Ich erzähle dem Geschöpf, was ich habe in der Welt gesehen,
sage im die Gedanken der Leute, deren inneres Flehen,
wenn auch versteckt, streben viele nach Harmonie und Frieden in diesem Land,
dann wische ich die Sternenträne fort mit meiner Hand,


und als ich sie zurückziehe und die benetzte Stelle betrachte,
scheint sie zu leuchten ein wenig, und ich dachte:,
"Wird dieses Funkeln bleiben an meinen Händen?",
"Was hat es damit auf sich, was wird es bewenden?".


Kaum habe ich diese Worte gedacht zu Ende,
spüre ich ein leichtes Stupsen an meiner Lende,
ich sehe hinab zu dem Fohlen, das mich so berührte,
und plötzlich war da noch eine Stimme, die ich spürte,


"wisch sie nicht fort, lass sie verdunsten auf Deiner Haut",
"Energie ist darin, aus dem Deine Welt, die Sterne, einfach alles gebaut",
ich sehe wie die Träne wird zu einem leuchtenden Staub, ganz trocken,
er haftet ganz fest, und ich höre das Fohlen leise frohlocken,


"Sie ist nun zu Sternenstaub geworden, dieser kann bewirken Wunder",
"und wer Böses Dir will, den wird er verbrennen wie Zunder",
"Beschützen wird er Dich, für die Zeit Deines Lebens",
"und wer wie Du ist, gleichen Denkens und Strebens",


"Den berühre an den Händen, damit etwas Staub an ihm bleibe",
dann sagte die Stute: "Nun geh' fort, nicht länger hier verweile",
"Geh' zurück in Deine eigene Welt, mache weiter wie bisher",
"doch ab und an, komm zurück, komm wieder hierher",


Dann verschwanden die beiden Fabelwesen, leise wie sie gekommen,
doch der Zauber der Begegnung, er ist mir nicht entronnen,
gehe zurück durch den Wald, hinein in die einbrechende Dunkelheit,
zurück in die Städte, Menschen zu suchen in nächster Zeit,


die mit Ihren Gedanken an der Geburt des neuen Einhorns beteiligt waren,
die der Mühe anderen zu helfen in Not sich nicht ersparen,
die Welt mit offen Augen und Sinnen betrachten, sich nicht stellen Taub,
Ihnen werde ich begegnen, und geben von meinem Sternenstaub,


um ihn nach überall in die Welt zu tragen, weithin zu verteilen,
und die kleinen Narben unseres Planeten vielleicht damit zu heilen,
etwas Dunkelheit und Schatten zu verbannen, zu vertreiben
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

  Top