| "Autor" |
wortlos |
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geschrieben am: 23.12.2002 um 00:24 Uhr
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1)leere koepfe, leere seiten
leere worte, leerer blick.
ist denn gar nichts in den weiten,
an dessen weiß ich nicht erstick'?
2)blaetter voller eselsohren
tintenflecke und geschmier.
ist die sprache gar verloren,
so wie farbe auf papier?
3)fremde zeichen und gedanken
unverstehen und gewalt.
faengt die erde an zu wanken
oder verlier' ich den halt?
Rhia |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.01.2003 um 18:25 Uhr
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Wow...
wundervolles Versmaß, wunderschöner Inhalt, mein Respekt.
Nur einen kreativen Vorschlag möcht ich machen, wegen der letzten Zeile, die ein klein wenig aus dem Rahmen fällt.
Wie wäre es, wenn man das so ähnlich schriebe?
3)fremde zeichen und gedanken
unverstehen und gewalt.
faengt die erde an zu wanken;
verlier am ende ich den halt?
Ich denke, das klingt rhythmischer, und daß man den Halt verliert, schließt nicht aus, daß die Erde zu wanken beginnt. Es sei denn, Du möchtest den Widerspruch kontrastieren, dann geht das natürlich nich ;)
Ganz liebe Grüße, Engel (*die immer was sehr schönes in Rhias Werken entdeckt und daher treue Leserin ist*)
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.01.2003 um 20:43 Uhr
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vielen dank für diesen verbesserungsvorschlag.
ich habe lange darüber nachgedacht.
jedoch muss ich anmerken, dass bei der letzten zeile die betonung auf "ich" liegt, und es mit dem versmaß trotzdem hinkommt. das kannst du natürlich nicht wissen.
ich vermerke diese methode jedenfalls in den notizen.
Rhia |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.01.2003 um 20:45 Uhr
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und wieder einmal bist du wortlos.
gelaehmt vor verzweiflung.
schweiß bricht dir aus.
deine blassen lippen zittern.
warum drischt er immer weiter
auf die gleiche
verletzliche
stelle ein?
Rhia |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.01.2003 um 20:46 Uhr
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welche greueltat –
diese wunderschoenen, reinen,
weißen seiten zu beschmutzen
mit leeren, boesen worten
aus der verzweiflung heraus,
nicht reden zu koennen.
haette ich doch lieber
papierschwalben daraus gefaltet -
die waeren mir laengst davongeflogen
in ein land, so fern wie gesundheit.
Rhia |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.01.2003 um 09:35 Uhr
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und millionen worte jeden tag
gesprochen geschrieben und ausgekotzt
in einem öligen brei aus altpapier
und tinte, oder blut oder gedanken
wer weiß das schon
die kochrezepte auf seite vier
in fünfzundzwanzigtausend zeitschriften
ich bins müde geworden
sie sagen alle gleich viel
und sie sagen fast alle, wie viele kalorien
das essen hat, aber sie sagen nicht
daß das essen besser schmeckt,
wenn man in ruhe mit der familie ißt
und sie sagen nicht, daß sie nicht
alles sagen.
wer weiß das schon
wen interessiert es denn?
ich bins müde geworden nachzufragen
in eine welt die mit millionen von worten
aufgehört hat zu sprechen.
manchmal frage ich mich, warum
sie noch atmen, denn mit dem atmen
sagt man eigentlich, daß man noch lebt.
die worte sagen aber nicht mehr, warum.
manchmal frage ich mich auch,
ob den menschen ebenso der kern fehlt
wie die worte zu der die hülle
leerer gedanken geworden sind.
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