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Irrenhaus |
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geschrieben am: 18.07.2002 um 18:51 Uhr
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Irrenhaus
Im Traenenmeere liegt sie stumm
& weiss nicht ein noch aus
ihr Blick irrt still im Kreis herum
in ihrem Irrenhaus.
das weiss der Waende stoert sie nicht
sie sieht es nicht einmal
die dicken Polster, Schicht für Schicht,
sie mindern nicht die Qual.
die Arme haelt sie zwangsverschraenkt
sie wagt sich nicht zu regen
so sitzt sie still dort eingeengt
in ihrem eignen Leben.
Und ob es Tag ist oder Nacht
vermag sie nicht zu sagen
denn ob sie schlaeft nun oder wacht
man will sie ewig plagen.
als sie noch jung war, schien sie oft
so suess & meist vertraeumt
heute sagt man ungeniert
ihr Leben waert versaeumt.
So liegt sie dort im Traenenmeer
& weiss nicht ein noch aus
& niemand um sie her
weiss um ihr Irrenhaus.
© 17.7.2002
Liebne Gruss
Sery/teArs.
[edit 1: aeh?]
[edit 2: halt was geaendert ;] Geändert am 18.07.2002 um 18:52 Uhr von Angeltears. Geändert am 21.07.2002 um 17:34 Uhr von Angeltears. Geändert am 24.10.2002 um 14:21 Uhr von Angeltears. |
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geschrieben am: 18.07.2002 um 20:16 Uhr
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oh lala...Respekt!!
Das Gedicht hat einen klasse Rhytmus!!
*Daumen nach oben*
Gruss Lama |
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geschrieben am: 18.07.2002 um 20:34 Uhr
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Danke ;-)
Aber geht es bei einem Gedicht immer nur um den >Rhytmus<?
Gruß
Sery/teArs. |
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geschrieben am: 18.07.2002 um 20:43 Uhr
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nein, ich lese aber die meisten gedichte immer laut vor und in diesem viel mir der flüssige Rhytmus besonders auf: "ich bin beim lesen nicht gestolpert". ;-)
vielleicht habe ich morgen bisschen mehr zeit, dann sag ich noch bisschen was zum inhalt, ok?
gruss lama |
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geschrieben am: 18.07.2002 um 20:56 Uhr
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Huch, tuh Dir keinen Zwang an ;-) Wenn Du keine Zeit hast, ist das okay. Mir fiel nur auf, dass du meist nur den Rythmus eines Gedichtes >bewertest< *zwinker*
Deswegen meine Frage.
Lieben Gruß
Sery/teArs. |
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geschrieben am: 19.07.2002 um 17:04 Uhr
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Hallo Sery,
ich habe dir ein paar Anmerkungen zu deinem Gedicht versprochen. Ich hoffe, ich blamiere mich nicht damit ;-)
Irrenhaus
>Im Traenenmeere liegt sie stumm
>& weiss nicht ein noch aus
>ihr Blick irrt still im Kreis herum
> in ihrem Irrenhaus.
der Anfang klingt unendlich traurig und melacholisch....
>das weiss der Waende stoert sie nicht
>sie sieht es nicht einmal
>die dicken Polster, Schicht für Schicht,
>sie mindern nicht die Qual.
das Klischee der weissen Wände stört mich ein bisschen. In der modernen Psychiatrie werden die Wände mittlerweise in sanften Pastelltönen gestaltet. Aber lass durch diesen kleinen Einwand nicht irritieren. :)
>die Arme haelt sie zwangsverschraenkt
>sie wagt sich nicht zu regen
>so sitzt sie still dort eingeengt
> in ihrem eignen Leben.
ganz starke Zeilen. Gefangen in der eigenen Gedankenwelt, "im Friedhof der Seele" sozusagen.
>Und ob es Tag ist oder Nacht
>vermag sie nicht zu sagen
> denn ob sie schlaeft nun oder wacht
>will grelles Licht sie plagen.
passt weiter sehr gut zusammen.....
> als sie noch jung war, schien sie oft
>so suess & meist vertraeumt
>heute sagt man ungeniert
>ihr Leben wärt versaeumt.
tja...die Gefühlskälte unserer Mitmenschen :(
>So liegt sie dort im Traenenmeer
>& weiss nicht ein noch aus
>& niemand um sie her
> weiss um ihr Irrenhaus.
und der Kreis schliesst sich. Hier hätte ich mir auch gut eine Wiederholung der Anfangsstrophe vorstellen können.
Ansonsten: Von mir kriegst Du Bestnote!
Schöne Assoziationen und lässt sich gut lesen.
Gruss Lama
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geschrieben am: 19.07.2002 um 18:05 Uhr
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(zitat)das Klischee der weissen Wände stört mich ein bisschen. In der modernen Psychiatrie werden die Wände mittlerweise in sanften Pastelltönen gestaltet. Aber lass durch diesen kleinen Einwand nicht irritieren. :)(/zitat)
Zum einen hin lass' ich mich daran nicht irritieren ;-)
Und zum anderen:
Das >Irrenhaus< in dem sie lebt, ist ihre >eigene< Welt, in der sie gefangen ist. Das weiss der Waende steht eigentlich nur fuer die Einfaeltigkeit dieser >Welt<. Ich haette ebenso gut grau nehmen koennen, hielt ich aber fuer unpassend.
Lieben Gruss & herzlichen Dank an Lama & Sheila
Sery/teArs. |
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geschrieben am: 20.07.2002 um 16:33 Uhr
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(zitat)
als sie noch jung war, schien sie oft
so suess & meist vertraeumt
heute sagt man ungeniert
ihr Leben wärt versaeumt.
So liegt sie dort im Traenenmeer
& weiss nicht ein noch aus
& niemand um sie her
weiss um ihr Irrenhaus.
(/zitat)
"waert"? ..
in zeile3 [des zitats, versteht sich] fehlt eine silbe, in zeile7 fehlen 2. *klasse rhythmus*, hopplahoh. |
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geschrieben am: 20.07.2002 um 16:57 Uhr
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geschrieben am: 21.07.2002 um 17:38 Uhr
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(zitat)in zeile3 [des zitats, versteht sich] fehlt eine silbe, in zeile7 fehlen 2. *klasse rhythmus*, hopplahoh.(/zitat)
Die >fehlen<? Wieso denn das?
Der Rhythmus wird da schlichtweg und ergreifend verkuerzt - mehr nicht ;-).
weiterhin dankend
Sery/teArs.
[edit: weil's das Wort >verkruerzt< nicht gibt ;p] Geändert am 21.07.2002 um 17:40 Uhr von Angeltears. |
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geschrieben am: 21.07.2002 um 23:18 Uhr
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(zitat)Der Rhythmus wird da schlichtweg und ergreifend verkuerzt(/zitat)
Selbstgerechtigkeit ist eine der Todsünden. Verkürzt man dich um deinen Kopf, dann fehlt etwas.
Sedna. |
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geschrieben am: 21.07.2002 um 23:42 Uhr
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herrjeh. das mag ja alles sein mit todsünde und so... und daß wenn der kopf fehlt.. äh bei regenwürmern lebt selbst dann eins von beiden stücken noch weiter, wenn was abgetrennt wurde...
rhyhtmus ist geschmackssache. für die einen ist es, wenn jede zeile die gleiche silbenzahl hat, für die anderen, wenn man es flüssig lesen kann, ohne sich die zunge zu brechen.
und meine güte: diese dramatik! eine todsünde! wo ist die nummer vom papst?
verzeihung, aber anbetracht dessen, daß dies hier ein amateurforum ist, sollten die kritiken doch im weltlichen bereich bleiben, finde ich.
seri: nicht einschüchtern lassen. es gibt überall leute die übertreiben. und wenns man manchmal selber ist :-)
Geändert am 21.07.2002 um 23:46 Uhr von Engelsfall |
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geschrieben am: 22.07.2002 um 09:16 Uhr
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Ich werd' mich schon nicht einschuechtern lassen. Dazu bin ich ein wenig zu sturr und hartnaeckig ;-)
Aber eine Frage haette ich an Dich, Schwesterchen:
(zitat)äh bei regenwürmern lebt selbst dann eins von beiden stücken noch weiter, wenn was abgetrennt wurde...(/zitat)
Hat mich nachdenklich gemacht - aeh, seh' ich aus wie ein Regenwurm? *gg*
Gruss
Sery/teArs
die sich im Uebrigen fast sicher ist, dass ihr ohne den Kopf irgendetwas fehlen wird - ob es nun Nutzen hat oder nicht. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.07.2002 um 09:19 Uhr
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öh
das schwesterchen mal begutachtet
ich glaub nicht, ich meine du kannst sprechen und tippen und so... das kann ein wurm nicht.
fiel mir nur so ein, weil ich doch mal wieder feststellen mußte, wie absolut viele dinge genommen werden, ohne absolut zu sein.
gruß, engel
Geändert am 22.07.2002 um 11:24 Uhr von Engelsfall |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.07.2002 um 10:58 Uhr
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Der Einwand von Lilias ist eigentlich richtig. Aber ich nehme in den Gedichten schon auch mal eine Silbe raus, um im Rhytmus zu bleiben. Ich kritisiere es halt nur ungern, weil diese Kritik einfach den Inhalt schwächt und vom Wesentlichen ablenkt. Da bleibt das Gefühl auf der Strecke. Das, was einen veranlaßt hat, es zu schreiben, meine ich.
Übrigens hängt der Rhytmus auch von der richtigen Betonung beim lesen ab. Aber nun genug vom "Rhytmus", sonst krieg ich noch Lust auf' s Tanzen. ;-)
Gruss Lama
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.07.2002 um 12:17 Uhr
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dieses gedicht ist gold wert ...[gRenZwerTiG]
b. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.08.2002 um 18:11 Uhr
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skeeter davis - the end of the world
why does the sun go on shining
why does the sea rush to shore
don't they know it's the end of the world
'cause you don't love me any more
why do the birds go on singing w
why do the stars glow above
don't they know it's the end of the world
it ended when i lost your love
i wake up in the morning and i wonder
why everything's the same as it was
i can't understand, no, i can't understand
how life goes on the way it does
why does my heart go on beating
why do these eyes of mine cry
don't they know it's the end of the world
it ended when you said goodbye
why does my heart go on beating
why do these eyes of mine cry
don't they know it's the end of the world
it ended when you said goodbye
aus "girl, interrupted" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.08.2002 um 20:17 Uhr
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Schön geschrieben... |
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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