| "Autor" |
In memoriam. |
|
|
|
geschrieben am: 20.08.2002 um 17:42 Uhr
|
|
Das Schweigen ist massiv. Ich schneide mich mit einem Schneidbrenner hindurch. Das Schweigen zwischen uns ist die Zeit; die Zeit, die vergeht. Ich habe mehr als vier Wochen nichts von Dir gehört. Das Schweigen macht mich unruhig und rastlos. Mein Brustkorb öffnet sich in Deine Richtung, und das tut weh. Wie kleine Flammen - Teufelszungen - brennt die Sehnsucht durch meine Haut und greift nach Dir. Das tut weh. Ich bin außer mir. Diesen Ausdruck habe ich nie verstanden - bis jetzt. Meine Energie, meine Kraft, meine Gedanken sind außerhalb von mir. Meine Aufmerksamkeit wendet sich von mir ab, greift nach Dir.
An Dich zu denken, ist eine Lust und ein Fluch.
Und ich denke: "Ich vergeude meine Zeit mit meiner Sehnsucht", oder: "Sehnt man sich am meisten nach dem Unmöglichen und Unerreichbaren?" Aber ich denke auch: "Ihn nicht zu haben und das, was er mit mir macht, wäre ein Verlust."
Und ich denke die Wörter Sehnsucht und vermissen. Ist es nicht so, dass man jemanden oder etwas vermisst, das man kennt und das dann nicht da ist? Während man sich nach etwas sehnt, das man nicht kennt? Vermissen hat mit Besitz zu tun, während Sehnsucht offener und weniger klar abgegrenzt ist. Bewegt die Sehnsucht sich vielleicht ständig, wie ein Regenbogen? Ich sehne mich nach dir.
(I. Hermann) |
|
|
|
|
|
|
Top
|