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geschrieben am: 04.09.2002 um 20:29 Uhr
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Von irgendeinem Cocktail-Trinken zurückkehrend fuhr er auf dem Fahrrad durch die dunklen Straßen nach Hause. Es war nicht weit, doch Zeit, die Gedanken in endlose Weiten schweifen zu lassen, ist immer.
Wahrscheinlich hatte es mit der kleinen Straße zu tun, in der seine frühere Freundin wohnte, durch die eigentlich der kürzeste Weg führte und die er bisher möglichst gemieden hatte. Wegen der Erinnerung, die zwar nicht einmal schaffte, alle schlechten Momente auszublenden, doch trotzdem schmerzte. Eigentlich war es ja albern, sich ihr, über ein Jahr nachdem es Aus gewesen war, nicht zu stellen. Die Ecke, an der er sich für den Weg entscheiden musste, kam immer näher und die Situation in seinem Kopf nahm immer schärfere Konturen an. Da stand sie neben der Straßenlaterne wie in einem schlechten Film und wie es tatsächlich bei einer der ersten Kuss-Szenen gewesen war, bei dem sie sich, betrunken, im Schein des kalten Neon-Lichts fast ausgezogen hätten. Sie stand da, hatte wahrscheinlich sogar genau das gleiche an wie damals und sah ihm schon von weitem entgegen, direkt in die Augen. Würde er anhalten, absteigen, mit ihr sprechen? Immerhin spukte sie immer noch in seinem Kopf herum, nicht zuletzt in den schöneren Träume, die er manchmal nachts hatte. Letztens noch war er in einem dieser Träume in ein kleines Auto eingestiegen, in dem sie mit ihren Freundinnen merkwürdigerweise im Pyjama, mit Decken auf den Sitzen lag. Der Wagen war losgefahren und sie hatten einfach nur Händchen gehalten. Wie romantisch... Aber nein, es war schön, es war ein gutes Gefühl, beim Aufwachen wäre er gern wieder mit ihr zusammengewesen. Jetzt stand sie da, in seinem Kopf, an der Laterne. Er war abgestiegen, stand direkt vor ihr, ein wohliger Geruch strömte in seine Nase. „Partner müssen sich gut riechen können“, hatte er mal gehört, bei ihr war es immer so gewesen. Nur was sagen? Lohnte es, wieder über alles zu reden. Oder sollte er sie einfach küssen? Und angenommen, er küsste sie, sie küsste ihn, sie kuschelten, gingen womöglich hinein ins Haus und alles wäre wunderbar, was dann? Manchmal ärgerte er sich darüber, aber selbst, wenn die Situation real gewesen wäre, hätte er sich das bestimmt gefragt: Was dann? Was als nächstes? In den vielen Begegnungen, die es nach der Trennung noch gab, hatte sie immer von den alten, schlechten Gefühlen gesprochen, die sicherlich sofort wieder hochkommen würden. Von dem Streit um immer die selben Dinge, der sofort wieder ausbrechen würde, von dem sofortigen Rückfall in die Normalität und der Unmöglichkeit eines Neuanfangs. Und er wusste es natürlich selbst nicht genau. Hatte es noch nie getan, eine gescheiterte Beziehung wieder aufgenommen. Und auch nicht von anderen gehört, bei denen es geklappt hätte. Zumindest nicht nach dem ganzen Ärger. Nach Eifersucht, blinder Wut und Zweifeln. Nachdem sie zusammenkamen war es nicht einmal mehr vorgekommen, dass sie das Ende einer Nacht verpasst hätten. Und auch das Ende dieser Nacht würde er nicht verpassen. Vielleicht ein wenig schneller, vielleicht in ganz normalem Tempo durchfuhr er die kleine Straße, in der sie sicherlich immer noch wohnte. An der Laterne sah er vorbei, er zwang sich dazu, starr den Blick geradeaus gerichtet. Er zwang sich zu einer Zukunft ohne sie. Sie sah ihm nach. Sah seinen Umriss in der Dunkelheit verschwinden. Anrufen würde sie ihn sicher nicht. Doch wäre er stehen geblieben, hätte sie es noch einmal versuchen wollen.
eine geschichte, die ich mal beim surfen gefunden hab. geschrieben wurde sie von jemandem der sich selbst "max" nennt.
ich würde mich freuen wenn sich jemand darüber äußern würde.
gruß, wummi |
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