Auf den Beitrag: (ID: 35234) sind "3" Antworten eingegangen (Gelesen: 439 Mal).
"Autor"

Clowneske

Nutzer: eshran
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geschrieben am: 06.09.2002    um 15:24 Uhr   
aufgesetztes Lachen
Spaß als Maxime
nächtliches Wachen
in Verzweiflungs Regime

Kleid bunter Farben
erfolgreiche Tarnung
verbirgt alle Narben
erstickt leise Warnung

begeisterte Menge
tosender Beifall
in innerer Enge
erzeugt leeren Hall

Täuschung und Spiel
das sind meine Waffen
doch nützt es nicht viel
gegen eigenen Schatten

Euch kann ich narren
den Tag Euch verschönen
im Spott ausharren
mich selber verhöhnen

Hört Ihr denn nicht
und versteht nicht den Sinn
der Worte die der Gaukler spricht
lacht über das was ich bin

die Maske sie schützt
selbst ungetragen
und oft auch genützt
die Wahrheit zu sagen

Scherzen mit der Traurigkeit
was ist Maske, was real?
verletzt zu werden stets bereit
Euer Lachen - Lohn und Qual

So spiele ich denn weiter
bitter verspottend im Scherze das Ich
innen weinend außen heiter
doch eines, das wundert noch mich:

Erkennt denn keiner von Euch, die dort lachen
daß der Gaukler nur das zeigt, was er sieht
wird keiner aus seinem Traum erwachen
die Wahrheit erkennen in meinem Lied?
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"Autor"  
Nutzer: Lilias
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geschrieben am: 06.09.2002    um 16:18 Uhr   
eshran! dich gibt es noch? :-))

@topic :: ich mag' das motiv des unverstandenen&maskentragenden clowns einfach nicht leiden - ganz gleich, wie die umsetzung aussehen mag.
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Nutzer: eshran
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geschrieben am: 09.09.2002    um 10:36 Uhr   
Hallo Lilias,

ab und zu gibt's mich noch, ja :-)

Das Ganze bezog sich primär gar nicht mal auf die Figur des Clowns, sondern auf die Lächerlichkeit
des Künstlers an sich - sei es nun GedichteschreiberIn, GeschichtenerzählerIn, SängerIn...
Irgendwie biß mir beim Schreiben der Selbstspott in den Allerwertesten.
Die Kunst als Spott, der jeden trifft, auch und gerade den Künstler selber -
sei es direkt durch die Inhalte oder durch das Unverständnis der Zuhörerschaft.
Oder einfach durch die zerstörerische aber gleichzeitig auch erschaffende Diskrepanz zwischen
Eigenanspruch, Umsetzung und Applaus.
Aber prinzpiell ist das Thema "Maske" und "unverstanden sein" schon ziemlich unoriginell, stimmt.
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"Autor"  
Nutzer: eshran
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geschrieben am: 09.09.2002    um 13:14 Uhr   
Das Fremdwörterlexikon sagte:

"originell"
1. eigenartig, ungewöhnlich
2. komisch auffällig
3. schöpferisch, neu
4. ursprünglich, echt


Ergo - kaum ein Gefühl, kaum eine Erfahrung ist wirklich originell (allenfalls noch in der 4. Bedeutung).
Wohl aber die verbale Verpackung derselben.


Liebe...? Liebeserklärung...? originell...?
Wenn ich jedem, der mir sagt, ich sei wunderschön und hätte so schöne Augen, einen Thesaurus schenkte,
könnte die Führungsschicht des Langenscheidt-Verlages in den gesicherten Rentenstand gehen.
Dann höre ich doch lieber, ich hätte die zweifelsfrei bezauberndsten Segelohren dieses Planeten.

Doch kompromissionieren wir:
Originalität liegt in der Reflexion des Lesenden.


(und weil ich des Schreibens wohl doch nicht so mächtig bin:)
Geändert am 09.09.2002 um 13:16 Uhr von Eshran
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