Auf den Beitrag: (ID: 35254) sind "27" Antworten eingegangen (Gelesen: 2042 Mal).
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liebeslied.

Nutzer: nandris
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geschrieben am: 08.09.2002    um 22:40 Uhr   
liebeslied.

helle lænder sind deine augen.
vœgelchen sind deine blicke,
zierliche winke aus tuechern beim abschied.

in deinem læcheln ruh' ich wie in spielenden booten.
deine kleinen geschichten sind aus seide.

ich muss dich immer ansehen.


© alfred lichtenstein.



Geändert am 06.10.2002 um 18:10 Uhr von Nandris
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 08.09.2002    um 22:54 Uhr   
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen,einfach wunderschön.Bis auf die Stelle mit dem Abschied, das kann ich gerade gar nicht gebrauchen.Darauf werd`ich erst einmal wieder meine Schoki mampfen.Das brauche ich jetzt.
Er kennt sich nämlich aus mit Vögelchen, er kann auf entlegensten Dächern Vögel erkennen und weiß wann sie gen Süden zieh`n und wieder zurückkommen.Er träumt von Kanada, weil es dort Bären gibt und Holzhütten.Sein Lachen klingt verschroben, manchmal wie eine Tür die geölt werden muß.
Und seine Augen sind blau,meeresblau.Und ich kann nicht schwimmen.

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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 08.09.2002    um 23:43 Uhr   
dass du im præsens schreibst, hat etwas positives.

(zitat)»die stille ist massiv. ich schneide mich mit einem schneidbrenner hindurch.«(/zitat)

xxx
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Nutzer: Vogel_der_Nacht
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geschrieben am: 09.09.2002    um 00:33 Uhr   
sorry, schlecht geträumt, den anschluß versäumt, falsch gepostet, trotz alk kalk das hirni rostet, hab schon gesehn, man(n) muß nich immer alles verstehn!

borb

Geändert am 09.09.2002 um 02:31 Uhr von Vogel_der_Nacht
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 09.09.2002    um 11:45 Uhr   
(zitat)Ende
aber nur in einem Zimmer -
denn
über die Schulter mir schaut
nicht dein Gesicht
aber
wohnhaft in Luft
und Nichts
Maske aus jenseits

und Anruf
Hof nur aus Segen herum
und nicht zu nah
an brennbarer Wirklichkeit

und Anruf wieder
und ich gefaltet eng und kriechend
in Verpuppung zurück
ohne Flügelzucken
und werde fein gesiebt
eine Braut
in den durstenden Sand -

Nelly Sachs (1891-1970)(/zitat)


Geändert am 30.09.2002 um 09:13 Uhr von Almitra
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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 09.09.2002    um 13:32 Uhr   

(zitat)(/zitat)

deine geschichten sind aus seide.
ich muss dich immer ansehen.

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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 26.09.2002    um 15:31 Uhr   
an den gralprinzen

wenn wir uns ansehn,
bluehn unsere augen.

und wie wir staunen
vor unseren wundern - nicht?
und alles wird so suess.

von sternen sind wir eingerahmt
und fluechten aus der welt.

ich glaube wir sind engel.



© else lasker-schueler.

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Nutzer: Lilias
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geschrieben am: 26.09.2002    um 18:25 Uhr   
€ frostfeuer €

die zehen sterben
atem schmilzt zu blei
in den fingern sielen heisse nadeln.
der ruecken schneckt
die ohren summen tee
das feuer
klotzt
und
hoch vom himmel
schluerft
dein kochig herz
verschrumplig
knistrig
wohlig
sieden schlaf.

» a.stramm

[btw, bei dem blau/weissen traenen-bild sah ich zunaechst nur blaue umrisse - auf dem kopf stehend.]
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 02.10.2002    um 15:51 Uhr   
An Frida

Zwischen uns sind Wände Trennung.
Spinn-Netze Sonderbares.
Doch oft fliege ich schmal in meiner sinkenden,
Händeringenden Stube, ein blutender Piepmatz.
Wärst du da.
Ich bin so ermordet.
Frida.

Alfred Lichtenstein

(zitat)dass du im præsens schreibst, hat etwas positives.(/zitat)

jetzt nicht mehr.
Geändert am 02.10.2002 um 15:52 Uhr von Almitra
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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 02.10.2002    um 17:14 Uhr   
mad girl's lovesong



»i shut my eyes and all the world drops dead;
i lift my lids and all is born again.
(i think i made you up inside my head.)

the stars go waltzing out in blue and red,
and arbitrary blackness gallops in:
i shut my eyes and all the world drops dead.

i dreamed that you bewitched me into bed
and sung me moon-struck, kissed me quite insane.
(i think i made you up inside my head.)

god topples from the sky, hell's fires fade:
exit seraphim and satan's men:
i shut my eyes and all the world drops dead.

i fancied you'd return the way you said,
but i grow old and i forget your name.
(i think i made you up inside my head.)

i should have loved a thunderbird instead;
at least when spring comes they roar back again.
i shut my eyes and all the world drops dead.
(i think i made you up inside my head.)«


© sylvia plath
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 03.10.2002    um 16:10 Uhr   
Seltsames Mädchen
Tom Liwa

Du bist ein seltsames Mädchen
Niemals wirklich sicher
Du sagst, Du willst mich
doch Deine Augen sagen :überzeug mich!
Ich kann eh nicht anders
Alles ist so, wie es ist
Egal, ob ich hier bin
oder Du da bist
Du bist ein seltsames Mädchen
Du sagst, Du kannst es nicht leiden
wenn jemand Dir seine Träume erzählt
Dann erzählst Du mir Deine
Du nagelst mich fest an der Wand
& dann wischt Du mich weg
& nimmst mich mit in Dein Bett
& machst, daß ich meine Sprache verlier
Du bist ein seltsames Mädchen
Du machst mich betrunken
Jeder Wagen, der draußen vorbeifährt
erhellt für einen Moment Dein Zimmer
Ich lieg in schwerem Reisefieber
Durcheinander von all diesen Mitteln
verläßt mich langsam, aber sicher die Kraft,
so zu wirken, als wär alles wie immer
Du bist ein seltsames Mädchen
Du weißt viel mehr als ich
Wahrscheinlich weißt Du auch besser,
wie diese Geschichte ausgeht für Dich
Du schleichst Dich fort wie ein Schatten
& läßt mich unruhig schlafen
Die wilden Träume, die ich hab bis zum Morgen
werd ich für immer für mich behalten

(zitat)i fancied you'd return the way you said,
but i grow old and i forget your name.

i should have loved a thunderbird instead;
at least when spring comes they roar back again.(/zitat)

ps.:das Gedicht von der Plath kenn`ich, "wunderschön"!
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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 03.10.2002    um 22:16 Uhr   
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Nutzer: _Billi_
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geschrieben am: 03.10.2002    um 22:32 Uhr   

Da ist deine Hand,
die ich halten möchte.

Dein Mund,
den ich berühren möchte.
Dein Körper,
den ich nah an meinem
fühlen möchte.

Doch stärker ist
unsere Seelenverwandschaft,
die mich spüren läßt,
wie einsam du bist,
und die mir Lust macht,
dir Gesellschaft zu leisten
in DIESER Einsamkeit.

K. Allert-Wybranietz


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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 04.10.2002    um 00:28 Uhr   
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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 04.10.2002    um 16:17 Uhr   
wenn sich deine worte vor mir neigen,
hængt mein glueck an allen fruehlingszweigen.

wenn dein læcheln mir entgegenschreitet,
liege ich als teppich hingebreitet.

lockend wie die melodie der suende,
ist die ferne, die ich in dir finde.

deine seidne næhe kommt geflogen
wie der wilde vogel regenbogen.

und wir wachsen wie zwei hohe flammen
ueber unsrer erde rot zusammen.



© rose auslænder.

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geschrieben am: 04.10.2002    um 16:49 Uhr   
Abschied

Aber du kamst nie mit dem Abend –
Ich saß im Sternenmantel.

Wenn es an mein Haus pochte,
War es mein eigenes Herz.

Das hängt nun an jedem Türpfosten,
Auch an deiner Tür;

Zwischen Farnen verlöschende Feuerrose
Im Braun der Guirlande.

Ich färbte dir den Himmel brombeer
Mit meinem Herzblut.

Aber du kamst nie mit dem Abend –
Ich stand in goldenen Schuhen.

Else Lasker-Schüler
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geschrieben am: 06.10.2002    um 12:01 Uhr   
(zitat)"Du warst mein Tod:
Dich konnte ich halten,
während mir alles entfiel."
aus 'Fadensonnen', Paul Celan(/zitat)

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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 06.10.2002    um 18:06 Uhr   
mein liebeslied.

auf deinen wangen liegen
goldene tauben.

aber dein herz ist ein wirbelwind,
dein blut rauscht, wie mein blut -

suess
an himbeerstræuchern vorbei.

o, ich denke an dich -
die nacht frage nur.

niemand kann so schœn
mit deinen hænden spielen,

schlœsser bauen, wie ich
aus goldfinger;

burgen mit hohen tuermen!
strandræuber sind wir dann.

wenn du da bist,
bin ich immer reich.

du nimmst mich so zu dir,
ich sehe dein herz sternen.

schillernde eidechsen
sind deine geweide.

du bist ganz aus gold -
alle lippen halten den atem an.



© else lasker-schueler.
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geschrieben am: 06.10.2002    um 18:56 Uhr   
Tränenhalsband

Die Tage lasten schwül und schwer, voll wildem,
bangem Weh. Es ist in mir so kalt und leer, daß
ich vor Angst vergeh'.
Die Vögel ziehn gen Mittag hin, sie sind schon
lange fort. Schon seh' ich keine Aster blühn,
und auch die letzten Falter fliehn, die Berge
sind mit Herbst umflort.
Ich bin in Sehnsucht eingehüllt, ich sehne mich
nach Dir. Mein heißes Sehnsuchtslied erfüllt
die Welt und mich mit ihr.
Der Regen, der eintönig rauscht, begleitet
meinen Sang. Und wer dem Regenliede lauscht und
wer sich an dem Weh berauscht, der hört auch
meines Liedes Klang.
Nur Du allein, Du hörst es nicht - ach, weiß ich
denn, warum? Und wenn mein Lied einst gell,
zerbricht, Du bleibst auch kalt und stumm.
Dir macht es nichts, wenn jeder Baum mitleidig
fleht: so hör! Du gehst vorbei und siehst mich
kaum, als wüßtest Du nicht meinen Traum,
und 's fällt Dir nicht mal schwer.
Und doch bist Du so bleich bedrückt, wie einer
der versteht, der seine Seufzer schwer erstickt
und schwer beladen geht.
Und doch ist Weh in Deinem Blick, um Deine
Lippen Leid. Verloren hast Du wohl das Glück,
es kommt wohl nimmermehr zurück, und Du -
Du bist »befreit«.
Nun ja, das Glück war Dir zu schwer, Du hast es
hastig-wild verstreut, und nun sind Deine
Hände leer, es füllt sie nur noch Einsamkeit.
So stehst Du da und wirfst den Kopf mit starrem
Trotz zurück, und sagst, was Du ja selbst nicht
glaubst - »Ich pfeife auf das Glück!«
Und dann, wenn es schon längst vorbei, stehst Du
noch da und starrst ihm nach, dann sehnst Du
es so heiß herbei, es ist Dir nicht mehr einerlei
- dann bist Du plötzlich wach.
Zurück jedoch kommt es nie mehr - denn rufen
willst du nicht, und wäre die Leere so unendlich
schwer, daß Dein Rücken darunter bricht.
So tragen wir beide dasselbe Leid, ein jeder für
sich allein. Mich krönt aus Tränen ein schweres
Geschmeid' und Dich ein Sehnsuchtsedelstein.
Und der Wind singt uns beiden den ewigen Sang
von Sehnen und Verzicht, doch auch wenn es
Dir zum Sterben bang - du rufst mich trotzdem nicht.

Selma Meerbaum-Eisinger


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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 06.10.2002    um 19:55 Uhr   

wir wohnen
wort an wort

sag mir
dein liebstes
freund

meines heißt
du.


© rose auslænder.
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 07.10.2002    um 00:24 Uhr   
Weil du nicht da bist
Mascha Kaleko

Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.

Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.

Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.

Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.

»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.

Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.




Geändert am 07.10.2002 um 00:25 Uhr von Almitra
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Nutzer: nandris
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geschrieben am: 10.10.2002    um 17:33 Uhr   
bits&pieces of love for you, so sweet&simple yet
i'm frightened by the way you feel;
little by little you touch my heart,
where they had touched it, too
& as i smile, i catch myself.

trouble me or i'll go, trouble me with you!

spider, spider, crawl on the lake, guilty & poison free,
i wish that i could be like you...

trouble me or i'll go, yeah i'm human too!

over&over the need needs food will human weakness,
& as i act i hate myself
bits&pieces of love for you, so sweet&simple yet
i'm frightened by the way you feel
& as i act, i hate myself.

[lisa germano.]

Geändert am 10.10.2002 um 17:39 Uhr von Nandris
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 10.10.2002    um 19:46 Uhr   
(zitat)[…..]Ich saß rechts von Dir und Deine Nähe ließ mich noch ziemlich kalt. Das konnte auch gar nicht anders sein, denn für die Entdeckung, die mich einige Wochen später heimsuchen sollte, brauchte es einen besonderen Ort; dieser musste von Jemanden ausgesucht werden, der Deine Funktion erfüllte, bis Du geboren würdest, und sie offenbar auch nach Deinem Tod erfüllen wird. Denn Du bist- aus einem mir unverständlichem Grund- endlich wie ich, obwohl das meine Vorstellungskraft übersteigt.[…..]
[…..]Wir tranken zusammen vier Liter Bier und gingen zum fünften über. Du hast mich gefragt, wieso ich tinke. Ich antwortete, dass ich aus dem gleichen Grund trinken würde wie Du.Du sagtest, Nein, das könne nicht sein, daraufhin fragte ich warum Du denn überhaupt trinkst.Du hast gesagt:“Ich trinke, weil mein Leben misslungen ist.“ Ich erkundigte mich, wie Du dass jetzt schon wissen könntest. Du hast erwidert, Du wissest es eben und fertig. Ich war einverstanden und beschloß, dass mein Leben ebenfalls misslungen sei. Das schuf sofort eine gewisse Nähe zwischen uns. Da saßen wir, zwei junge, schöne Menschen, für die sich niemand interessierte, deren Leben misslungen war.[…..]
[…..]Du hast dann vorgeschlagen das Lokal zu wechseln. Diese Nacht hatte von Anfang an etwas besonderes: Es war, als würde sie kein Ende nehmen. Vielleicht tut sie das auch nicht, ich lebe noch und sitze immer noch mit Dir im Restaurant, trinke Bier und weiß nichts von dem was kommt. Wir gingen durch lange, dunkle Straßen. Die Dunkelheit dieser Straßen kam mir vor wie die Verdunkelung im Theater vor Beginn der Aufführung: Jeden Moment musste sich der Vorhang meiner Einsamkeit heben und auf der Bühne…Ja was würde dann auf der Bühne erscheinen? Vielleicht ein Mädchen, in modischem Schwarz gekleidet, in kniehohen Stiefeln, mit dem man Jemanden erschlagen kann, wenn man damit wirft. Ein Mädchen, das Grimassen schneidet und von Wodka und der Küche erzählt .War ich das etwa? Nein, das war die, die mit Dir durch die dunklen Straßen ging, aber das war nicht ich. Ich bin erst einige Wochen später aufgetaucht, auf dem Felsen unter dem griechischem Sternenhimmel. Was ich dort entdeckte., hat sie zu mir gemacht, diese Distanz war nötig. Der hochgezogene Vorhang hätte nur das enthüllen können, was nicht da war, und was nicht da war, konntest Du nicht sehen. Deshalb bist Du mit ihr gegangen- nicht mit mir.
Ich fuhr weg, und hinterher konnte ich gar nicht glauben, dass das wirklich passiert war. Kaum warst Du aus meinem Blickfeld verschwunden, erfasste ich die ganze Außergewöhnlichkeit dessen, was geschehen war- aber was genau daran das Außergewöhnliche war, konnte ich nicht sagen. Während es sich ereignete, hatte es den Anschein, als würde es noch oft geschehen; doch als das Taxi anfuhr und ich mich von Dir und der Kneipe entfernte, begann sich auch das Geschehene von mir zu entfernen, schneller als das Auto fuhr. Selbst wenn ich das Taxi hätte wenden lassen, ich hätte nicht mehr daran zurükkehren können. Ebendeshalb frage ich mich immer, wenn ich mich an unsere Begegnung erinnere: Ist es wirklich geschehen? Hätte es nicht die Hoffnung auf Rückkehr gegeben, die lange, starke, verzweifelte Hoffnung, die erst vor fünfundzwanzig Tagen mit mir gestorben ist, dann wäre unsere Begegnung verschwunden, ohne eine Spur in der Kneipe oder sonstwo zu hinterlassen, als hätten nicht wir, sondern die Schatten an jenem Abend miteinander geredet.[…..](/zitat)





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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 10.10.2002    um 19:48 Uhr   
aus:'Die Reise der Anna Grom' von Maria Rybakova
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"Autor"  
Nutzer: BohemianVibes
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Anzahl Nachrichten: 116

geschrieben am: 04.06.2005    um 12:30 Uhr   

you said Is
there anything which
is dead or alive more beautiful
than my body,to have in your fingers
(trembling ever so little)?
Looking into
your eyes Nothing,i said,except the
air of spring smelling of never and forever.

....and through the lattice which moved as
if a hand is touched by a
hand(which
moved as though
fingers touch a girl's
breast,
lightly)
Do you believe in always,the wind
said to the rain
I am too busy with
my flowers to believe,the rain answered


e.e. cummings
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Nutzer: schlau
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Anzahl Nachrichten: 1433

geschrieben am: 10.06.2005    um 21:51 Uhr   
vulgarian bohemian...

*grüezi!* ;-)
alle menschen sind gleich. gleich doof, gleich hässlich und gleich beleidigt.
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