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Ein Liebeslied. |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 21:04 Uhr
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EIN LIEBESLIED
Komm zu mir in der Nacht -
wir schlafen engverschlungen.
Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam.
Ein fremder Vogel hat in dunkler
Frühe schon gesungen,
Als noch mein Traum mit sich
und mir gerungen.
Es öffnen Blumen sich vor allen Quellen
Und färben sich mit deiner Augen
Immortellen .....
Komm zu mir in der Nacht auf
Siebensternenschuhen
Und Liebe eingehüllt spät in mein Zelt.
Es steigen Monde aus verstaubten
Himmelstruhen.
Wir wollen wie zwei seltene Tiere
liebesruhen
Im hohen Rohre hinter dieser Welt.
(Else Lasker-Schüler) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 21:08 Uhr
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Der schwarze Stein
Seit gestern werde ich dich lieben
Seit dem ersten Tag der Welt
Morgen habe ich dich so sehr geliebt
Daß mir heute noch der Atem fehlt
Dort gehalten, liebe ich dich anderswo
In Orten, von denen ich nichts weiß
Im Universum, das erst erschaffen werden muß
Und im Überall des Nirgendwo
Ohne deinen Namen zu kennen, liebte ich dich
Deine Nacht leuchtete in meinem Tag
Wie ein unendlich großer schwarzer Stein
Und gerade dann wurde ich geboren
Per-Jakez Helias (1914-1995)
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 21:09 Uhr
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Heut' nacht
heut' nacht
bist du
ein Lied
in meinem Herzen
das ich singen muß
ein süßes Lächeln
ein reißender Fluß
durch die Steine
Wellen auf Felsen
voller Gefahr
Donner
mitten in der Nacht
Saiten einer Harfe
behutsam berührt
Musik des Windes
in einem Baum
Sturm in der Wildnis
die unfruchtbar war
ein Lied
süß und wertvoll
in meinem Herzen
heut' nacht
Maoilios Caimbeul (geb. 1944)
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 21:12 Uhr
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Er hat mich geküßt
Er hat mich geküßt. Und schon bin ich eine andere:
eine andere durch das Klopfen,
das meiner Adern Pulsschlag verdoppelt.
Eine andere durch den Atem,
der in meinem Atem fühlbar ist.
Mein Leib ist schon edel wie mein Herz...
Und selbst in meinem Hauch finde ich
einen berückenden Duft von Blumen:
alles durch ihn, der sanft in meinem Schoße ruht
wie der Tau auf den Gräsern.
(Gabriela Mistral) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 21:31 Uhr
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So schön bist du!
Ein Lieblingstraum, aus goldnen Nächten
Vortretend, schlank, in ernster Ruh,
Den Zauberschleier in der Rechten -
So schön bist du!
Mein Blick erstaunt und muß sich senken,
Mein Herz schließt alle Tore zu,
Dem Wunder heimlich nachzudenken-
So schön bist du!
Hermann Hesse (1877-1962)
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