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"Autor"

Strebsam

Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 04.10.2002    um 21:45 Uhr   
Mein Sohn, hast du allhier auf Erden
Dir vorgenommen, was zu werden,
Sei nicht zu keck;
Und denkst du, sei ein stiller Denker.
Nicht leicht befördert wird der Stänker.
Mit Demut salbe deinen Rücken,
Voll Ehrfurcht hast du dich zu bücken,
Musst heucheln, schmeicheln, musst dich fügen,
Denn selbstverständlich nur durch Lügen
Kommst du vom Fleck.
O tuŽs mit Eifer, tuŽs geduldig,
Bedenk, was du dir selber schuldig.
Das Gönnerherz wird sich erweichen,
Und wohl verdient wirst du erreichen
Den guten Zweck.

Wilhelm Busch

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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 04.10.2002    um 22:31 Uhr   

Will das Glück nach seinem Sinn

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank, und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
möge dir gelingen!


Wilhelm Busch

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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 04.10.2002    um 22:46 Uhr   
Buch des Lebens

Hass, als minus und vergebens,
Wird vom Leben abgeschrieben.
Positiv im Buch des Lebens
Steht verzeichnet nur das Lieben.
Ob ein Minus oder Plus
Uns verblieben, zeigt der Schluss.


Wilhelm Busch

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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 05.10.2002    um 17:08 Uhr   
Hund und Katze
Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

Wilhelm Busch


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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 06.10.2002    um 00:39 Uhr   
Sieben Versprechen

Wo ist die Zeit, die Zeit, die Jugendzeit geblieben.
Sind wie ein Holzstück, ein Ast nur, losgerissen, abgetrieben.
In tosenden Wassern, die sich schäumend über Steine schieben,
Grate schleifen, Steine runden, alle Kanten abgerieben,

Zu vielfarbnen Kieseln. Tief ins Tal, wo wild gestieben
Die Fontänen, im freien Falle fallend, Regenbögen geschrieben
In Tropfenfahnen. In ruhigeren Wassern liegen geblieben
Viel zu kurz nur. Von der Strömung wieder weitergetrieben

Dem unendlichen Meere endlich entgegen. Wo hat das Lieben
Seinen Raum gefunden in der wilden Fahrt? Sieben
Versprechen, sie gaben wir uns, haben sie zart geschrieben

In unsere Herzen tief: Zu einander halten im Dunkeln, im Trüben,
Stets sich nah sein, immer das Verzeihn, Verstehn, die Treu zu üben,
Geist und Herz, fern und nah, Seel und Körper ganz zu lieben.

Werner Theis
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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 06.10.2002    um 10:27 Uhr   
ein winzig wurm am haken hängt,
und um sein winzig leben bängt.
der große fisch kommt auf ihn zu,
da war er fort, der wurm, im nu.

der fisch der staat, der wurm der kleine mann,
er rackert und rackert, will nur voran.
zahlt viele steuern an den staat
zum schluß bleibt ihm nur die kleine saat.

so wirdŽs im leben wohl immer sein,
der große fängt geschickt den kleinen ein.
ehe man sich auch versieht,
der große den kleinen wieder nach unten zieht.

soviel er auch schuftet, soviel er auch tut,
er ist geschafft und schwitzet blut.
er am ende seiner tage verzweifelt ist,
weil der große stets am längŽren hebel sitzt.

yve
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