Auf den Beitrag: (ID: 35521) sind "7" Antworten eingegangen (Gelesen: 368 Mal).
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Herbst

Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 05.10.2002    um 17:52 Uhr   
In den verdämmernden Herbsttag hinein
zauberst du lachenden Sonnenschein,
und aus der Blätter vergilbendem Flor
blühen dir duftige Veilchen empor,
träumende Seele -

Tönt denn der Glocken dumpfhallender Klang
dir wie ein schmetternder Lerchengesang?
Siehst du der Erde verweintes Gesicht,
fühlst du die eisigen Nebel denn nicht,
träumende Seele? -

Träume nur, träume ... der Frühling ist weit;
Rosen hatŽs nimmer im Winter geschneit -
dumpf nur und klagend, verweht vom Nordwest,
läuten die Glocken zum Totenfest.
Träume nur, Seele ...

Clara Müller


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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 06.10.2002    um 00:23 Uhr   
Herbstspaziergang

Wenn goldenes Licht,
sanft, schweigend und still,
im Nebel sich bricht,
dann weiß ich, ich will

den Mut nicht verlier'n,
wenn einst der Herbst geht,
Kristalle regier'n.
Wo bald der Wind weht,

so klamm und so eisig, so bitterkalt,
ist bunt und schön noch der hiesige Wald.
Vom Farbenspiel selig und trunken,

durchwandle mehr träumend als wachend ich ihn,
lasse sein Bild an mir vorüberzieh'n,
staunend in seiner Welt versunken.

(von Jugendstil)

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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 06.10.2002    um 10:25 Uhr   
Sonntagspaziergang


Einst ging spazieren ich allein
sah ich zwei Krähen heiser schrein
die eine krächzte: Freundin mein
wohin lädst du mich heute ein?
es liegt erschlagen ein Soldat
im Graben hinter Stacheldraht

sein Blut ist dem des Feindes gleich
ein Festmahl für das Krähenreich
es wird ein guter Abendfrass
ich krieg die Augen du die Nas'
dann teilen wir zum Fest den Rest
polstern mit seinem Haar das Nest

der Schädel knirschend spaltet sich
zwei Hälften Hirn für dich und mich
kein Galgen auf der weiten Welt
ernährt uns wie das weite Feld
getränkt vom Blut der Heldenbrust
der Krieg ist stets der Krähen Lust

wir reissen auf die Heldenbrust
der Tod ist stets der Krähen Lust
die blanken Knochen werden rein
noch lange uns erhalten sein
und künden leuchtend aus dem Dreck
von der Soldaten Sinn und Zweck

Frozen_Heart
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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 08.10.2002    um 21:00 Uhr   
Herbstlich

Das Laub wirbelt rauschend durch die Luft,
der Herbst hält Einzug mit seinem herben Duft.

Der Berg verwandelt sich in ein weisses Gewand,
der Herbst streckt seine Hand aus über unser Land.

Bunte Drachen kreisen wild am Horizont,
kalte Kinderhände steuern diese sehr gekonnt.

Verfärbtes Laub im Geäst, Nebel umhüllt das ganze Land,
Kinder warten auf den ersten Schnee, dies sehr gespannt.

Kalte Nächte, loderndes Feuer im Kamin,
die warmen und sonnigen Tage sind dahin.

Der erste Schnee rieselt hinunter bis ins Tal,
die Bäume entblättern sich und wirken kahl.

Mit kaltem Atem schreite ich durch den tiefen Wald,
warm eingehüllt, nur meine Hände, die sind bitterkalt.

Doch der Sommer wird nächstes Jahr wiederkehren,
und uns Menschen mit viel Sonne und Wärme beehren

Rolf Vogt
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Nutzer: Gott_der_Sonne
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geschrieben am: 09.10.2002    um 07:52 Uhr   
Herbst-Gefühl

Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelblau!
Von verklungner Wonne,
Träumet still die Au.

An der letzten Rose
Löset lebenssatt
Sich das letzte lose,
Bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben
Schleicht sich durch den Hain!
Auch Vergeh`n und Sterben
Däuscht mir süß zu sein.
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 09.10.2002    um 21:03 Uhr   
Klärender Herbst

Glasklarer Himmel
im Herbst
enthüllt die
stumme Gestalt
bejahrte Bäume.

Welk gewordene
Worte des Sommers
sind abgetan.

Was bleibt
und was war,
im herbstlichen
Schweigen
klärt es sich
Jahr für Jahr.

Rudolf Habetin
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Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 09.11.2002    um 17:15 Uhr   
:-)
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"Autor"  
Nutzer: Tacky
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geschrieben am: 10.11.2002    um 12:05 Uhr   
Die Raben

Über den schwarzen Winkel hasten
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.

O wie sie die braune Stille stören,
In der ein Acker sich verzückt,
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,
Und manchmal kann man sie keifen hören

Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug
Und schwinden wie ein Leichenzug
In Lüften, die von Wollust zittern.


Georg Trakl

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