| "Autor" |
|Amnesie| |
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geschrieben am: 24.10.2002 um 11:23 Uhr
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Amnesie
Beizeiten braucht es nur einen gewissen Bruchteil von Sekunden, um tief Verborgenes wieder nach oben schwämmen zu lassen.
Plötzlich liegt hinter der augenscheinlichen Wahrheit eine Andere und es trifft einen wie der Blitz, oder zumindest wie ein kleinerer Donner.Plötzlich ist alles klar und real.
Wer sagt die Realität ist real der irrt.Manchmal kommt die Realität unwirklicher, surrealer als alles Andere.Und wenn sie denn endlich geht hinterläßt sie Dir eine dumpfe Leere.
Du sitzt in einem Zug, alles ist alltäglich, nichts machtden Anschein, nicht normaler als an jenem anderem Tage zu sein oder gar verrückt.Doch auf einmal ist etwas anders als sonst. Du spürst, vielleicht zum ersten Mal, so etwas wie ein Zusammenziehen der Kehle. Wie eine magische Hand umschließt sie Deinen Hals und raubt Dir die Luft zum
Atmen. Falls Du es schaffst und Du hast Kraft steigen Dir sogar Tränen in die Augen.Wahrscheinlich hast Du ausnahmsweise noch nicht einmal nachgedacht, vielleicht war es einer dieser selbstvergessenen Momente, nach denen man sich verzehrt.Und doch irgendetwas erinnert Dich, ist es ein Bild?Ist ein Geräusch, ist es ein Geruch der Dir in die Nase steigt?
Du fängst unweigerlich an zu Weinen, obwohl du inmitten einer Menschentraube stehst, die Du niemals zuvor gesehen.. Doch All dies zählt nicht. Du kannst auch Jemand sein, für den es bisher unüblich war zu weinen und doch spürst du die Nässe Dein Gesicht hinunterkullern.
Etwas, wenn man es denn so nennen mag, hat sich befreit.
Etwas durchdringt die Oberfläche.
Dabei hat Etwas doch Jahre gebraucht um vergessen zu werden.
Etwas hat sich tief in Dein Herz vergraben, Dich erkalten lassen.
Es hat Dir doch so viel Mühe bereitet, ihn zu verstecken, in dieser Ummantelung aus Narben und Kruste.
An manchen Tagen oder war es jeder, jener gleiche Tag?
Hartnäckig hat Etwas sich immer und immerfort bemerkbar gemacht, auf eine zunehmend anstrengende Art und Weise. Dem seelischem Schmerze ist nun auch der physische gefolgt.
Abgelenkt durch diesen andersartigen Schmerz, ward es Dir leicht gemacht.
Das Vergessen.
Gebrochen aus dieser Amnesie konnte sich Etwas jedoch aus diesem Sumpf des Verdrängens, und dem Vergessen wieder befreien.
Was war der auslösende Punkt, warum mußte Etwas urplötzlich hinaus ohne jedwige Vorwarnung? Konnte es da nicht dort auf ewig bleiben? Konnte es nicht verdorren wo es vor so vielen Jahren hingekommen?Verdrängt und Vergessen zwischen aufkeimenden Erinnerungen, Hoffnungen, Zweifeln?
Deine innere Stimme befiehlt Dir :Du wirst immer und immer wieder die gleiche Fragen stellen müssen. Fortwährend.
Wie konnte es geschehen?
Warum ist es geschehen?
Wie konnte ich vergessen?
Warum werde ich gerade jetzt erinnert?
Warum war ich blind, hab mich dem verschlossen, hab mißachtet?
Dir wird klar warum Dinge so sind, wie sie sind.
Warum Menschen reagieren, aber nicht agieren können.
Warum es auch Hass ohne die Liebe geben kann.
Und warum es dieses Eine nicht gibt, nicht geben kann.
Die Tränen die Du weinst sind nicht die Deinen, du weinst sie nicht für Dich.Sie sind für Deine Kinder und Kindeskinder im Geiste, die du nicht gebären wirst, nicht heute und nicht morgen.Und du hoffst, daß sie die Ihrigen Tränen weitergeben können.Und du hoffst das Weinen Kraft spendet, wo Hoffnung verloren.
[Und du hoffst das der Der
verdrängt,
vergessen
und vergraben hat - seine Seele befreit.
Plötzlich anfängt.
Und weint]
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.10.2002 um 12:48 Uhr
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sehr beeindruckend und mit viel gefühl geschrieben, almitra. fesselnd - finde ich.
es gibt wohl immer >etwas< das einen nicht los lässt.
*unbekannter weise mal lieb drückt*
greetz
goa
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.10.2002 um 22:50 Uhr
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Danke, ihr Beiden!
Weiß nicht, Mindi.
Bei mir ist es auch gerade mal wieder so weit.
Der Text ist auch schon etwas älter, aber manches wiederholt sich eben des öfteren.
Hoffe daß "es" bald wieder bei Dir vorübergeht, wenn "es" das ist was ich vermute.;-)
*auch mal beide drückt*
Almitra |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 24.10.2002 um 23:19 Uhr
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das kenn ich zu gut
hab Jahrelang keine Gefühle gezeigt
und plötzlich ist alles anders
Big |
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