| "Autor" |
Die Maid |
|
|
|
geschrieben am: 08.11.2002 um 23:04 Uhr
|
|
Die junge Maid mit Weizenhaar
ihr Blick ist scheu gesenkt
ihre Seele, ihren Leib
hat mit Unschuld man getränkt.
Ein Feenkleid so grün wie Moos
hält mit Zartheit sie bedeckt
sie klagt nicht um jenes Los
daraus niemand mehr sie weckt.
In des Gatten Hand ruhn Hände
diese jüngst ihm anvertraut
ach! Ketten sind die Bände
die man wand um ihre Haut.
Dem Schnee gleich ist der Rösser Fell
die Zügel sind von Seide
doch wie scharf ist alle Pracht
und kalt wie Schwertesschneide!
Der Purpurmantel ihres Herrn
er drückt die schmalen Arme
und man spann sie sauber ein
in edle Engelsgarne.
Die Kränze treiben milden Duft
nach Lorbeer und nach Salbei
in der letzten Abendluft
wird auf ewig sie nicht frei.
So zieht sie hin, die Edelfrau,
in ihren engen Kerker
hin zur Feste trist und grau
die Ketten, sie sind stärker.
|
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 09.11.2002 um 10:07 Uhr
|
|
chapeau, mon poète ;-)
Holde Maid, auf ein Wort !
Das Gedicht ist stimmungsvoll, aber die Art der Stimmung wird einigen Realo-Sentimentalisten, gerade in der Zeit von Handys (sic), Cybersex und Waschmaschinen mit Fuzzy Logic nicht so sehr zusagen.
Aber laß sie nur spotten, die neuen Dichter: ;-)
Hier vereint sich Romantik, Ästhetik und Harmonie in makellosen Reimen. Wunderschön. Erinnert sich noch jemand an die Gedichte "Maid von MorgenrotI+II" ? Sie wurden von Nandris verfasst und hatten eine ähnlich perfekte Form.
Gruss Lama
Geändert am 09.11.2002 um 10:08 Uhr von BlueLama |
|
|
|
|
|
|
Top
|