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Verschrecktexte |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 12:32 Uhr
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VORWURF
Gedichte waren für mich immer ein Greuel. Entweder waren sie kaum verständlich oder schwer erträglich. Oft versuchte ich, preisgekrönte Lyrik zu lesen, doch meistens begriff ich nichts, aber auch gar nichts. Ich schaffte es einfach nicht, mich an dieser sinnlosen, intellektuellen Wortverschmutzung zu erfreuen.
Doch dann flatterten mir eines Tages die Verschreck-Texte von Christian Ahaha-Wyzkotzix ins Haus. Wie immer, benutzte ich diese als Klopapier. Glücklicherweise litt ich zu der Zeit an Verstopfung, so daß ich mich, in meiner Langeweile auf dem Klo, behutsam an die Lektüre wagte. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören zu kotzen.
Das war's!
Das verstehe ich unter Gedichten! All meine Vorurteile über moderne Lyrik mußte ich verwerfen. Diese Texte haben mich getroffen, in mir etwas umgerührt und mich, das möchte ich nicht verschweigen, auch von meiner Verstopfung befreit.
Verschrecktexte von Christian Ahaha-Wyzkotzix
Geändert am 10.11.2002 um 12:54 Uhr von Tacky |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 12:52 Uhr
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Diese Texte sind einfach, ungemein genau beobachtet und treffend formuliert, anregend für Arsch und Bauch, und zu alledem auch noch zum Kotzen schön.
Doch am wichtigsten für mich ist noch immer, daß diese Verschrecktexte keine nichtssagenden Sprachspielereien sind, sondern daß jeder sie verstehen kann. Somit sind diese Gedichte wunderbar dazu geeignet, sie in einer Millionen-Auflage unter das Volk zu mischen.
Das Ganze läuft so auch nicht der eigentlichen Absicht von mir und von Christian Ahaha-Wyzkotzix entgegen, nämlich der, möglichst viele Menschen zu erschrecken. Auch in Zukunft wird Christian Ahaha- Wyzkotzix seine Mitmenschen mit seinen "Verschreck-Texten" ärgern. Wir müssen also damit rechnen, auch weiterhin nicht von seiner modernen Lyrik verschont zu bleiben.
Nacktfluß, im April 1998
Körnerfresser Heinz Geändert am 10.11.2002 um 13:02 Uhr von Tacky |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 12:59 Uhr
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Ihr
kotzt
mir
ganz schön
auf die Nerven.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:07 Uhr
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buchstaben für dich
worte bilden sich
reime entstehen
trotzdem wirst du wieder gehen
aufwiedersehen
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:19 Uhr
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ORAL
Wir haben längst vergessen,
daß wir nicht müssen soviel fressen,
drum schaufeln wir mit
Messer
Löffel
Gabel
Tiere in unseren Schnabel.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:20 Uhr
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manchmal denk ich so bei mir:
besser du hättest geschwiegen
vielleicht
wär sie dann nicht
auf die brücke gestiegen
wär nicht gesprungen
wär noch ein bißchen
bei dir geblieben
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:24 Uhr
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:27 Uhr
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schlagartig
übergangslos
unerwartet
auf einmal
urplötzlich
blitzartig
unvermittelt
abrupt
ist's
vorbei
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 13:40 Uhr
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VERKLEIDUNG
Wenn wir uns einkleiden,
damit wir nicht frieren,
kann ich das verstehen.
Warum aber verhüllen so viele
ihren Verstand, spüren sie nicht,
daß es nichts zu verbergen gibt?
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.11.2002 um 17:47 Uhr
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MENSCHENBEKLEIDUNG
Ich zog meine Hose aus,
mein Hemd, meine Schuhe, die Socken
und meine Unterwäsche.
Ich rasierte
mir die Haare weg,
riß mir die Ohren ab,
zerquetschte meine Augäpfel
und zog mir die Haut ab.
Ich schnitt mir das Fleisch raus
und schlitzte mir das Herz auf.
Mit einem Hammer
schlug ich mir die Zähne raus.
Meine Nase fiel ab.
Mit einer Axt drosch ich
auf meinen Kopf ein,
bis meine Schädeldecke
aufplatzte und das Gehirn rausfloß.
Meine Knochen
kriegte der Hund,
das Fleisch die Katze,
die Innereien das Schwein
Â
jetzt bin ich unsichtbar.
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