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Weihnachtslied

Nutzer: Dat_Nikolausi
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geschrieben am: 17.12.2002    um 08:08 Uhr   

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Es brennt der Baum, ein süß`Gedüfte
Durchschwimmet träumerisch die Lüfte
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl`s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 17.12.2002    um 10:15 Uhr   
Der Weihnachtsmann

Es war einmal ein Weihnachtsmann,
der hatte Ren und Schlitten,
doch sah ich ihn gar irgendwann,
da kam er nur geritten.

Da fragte ich den Weihnachtsmann,
wer ihm den Schlitten nahm,
da nahm er fast schon Haltung an
und sprach wie Žs dazu kam.

Ich bin nun schon der Weihnachtsmann,
seit vielen hundert Jahren,
hielt niemals an den Kneipen an,
bin stets vorbei gefahren.

Nur heute bin ich Weihnachtsmann,
einmal schwach gewesen,
erlag dem warmen Kneipenbann,
ich wollt nur einen Heben.

Traurig sprach der Weihnachtsmann,
es waren dann wohl mehr,
ich war dann mit dem Zahlen dran,
doch war der Sack schon leer.

Nun, mein lieber Weihnachtsmann,
sprach der Wirt zu mir,
dann bleibt von deinem Rehngespann
der tolle Schlitten hier.

Jetzt reit ich armer Weihnachtsmann,
hinauf zum Himmelszelt
und hol, damit ich zahlen kann
noch einen Säckel Geld.

Da ritt der arme Weihnachtsmann,
die Weihnacht fiel heut aus,
bevor sie überhaupt begann,
so ging ich schnell nach Haus.

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Nutzer: Bigmoon
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geschrieben am: 17.12.2002    um 11:34 Uhr   
was sagt uns das "auch der Weihnachtsmann ist nur ein Mensch"

Big
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 18.12.2002    um 22:03 Uhr   
Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn.


Theodor Storm

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Nutzer: Dat_Nikolausi
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geschrieben am: 21.12.2002    um 16:17 Uhr   
Geburt Christi

Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.

Hast du dir ihn größer vorgestellt?

Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,

und sie schleppen dir vor deinen Schoß

Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift-:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie Er jetzt schon alles übertrifft.

Aller Amber, den man weit verschifft,

jeder Goldschmuck und das Luftgewürze
das sich trübend in die Sinne steut:
alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.

Aber (du wirst sehen) Er erfreut.

Text: Rainer Maria Rilke Das Marienleben

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Nutzer: Dat_Nikolausi
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geschrieben am: 21.12.2002    um 16:34 Uhr   
Der Stern

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken,
er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;

dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,

ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.


Wilhelm Busch
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Nutzer: Dat_Nikolausi
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geschrieben am: 21.12.2002    um 16:45 Uhr   

Knecht Ruprecht

Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finstern
Tann, da rief's mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken,
mit schönen Sachen sie mag beschenken.

Ich sprach: O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat.

Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.

Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht.

Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's herinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Theodor Storm
(1817-1888)



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Nutzer: nightrose
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geschrieben am: 21.12.2002    um 17:34 Uhr   

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit....
Nur noch wenige Tage und es ist wieder soweit.
Wie eine Sturzflut nähert sie sich:
Die fröhliche Weihnachtszeit.

Dir ist, als wäre es erst gestern gewesen,
dass Du Sterne gebastelt und Adventsgeschichten
gelesen. Jetzt siehst Du schon wieder die
geschmückten Weihnachtsbäume und Spielzeug-
läden verheißen Kinderträume.

Vorbei ist es mit der Ruhe, jetzt heißt es sich sputen,
sonst erhascht man keine mehr von den schokoladen-
bestückten Reisigruten.
Und spätestens Mitte Dezember muß der Weihnachts-
baum im Ständer sitzen, sonst bleiben nur die übrig
mit den krummen Tannenspitzen.

Vorbei ist es mit der Ruhe ,jetzt heißt es viele Dinge
notieren: Als erstes ist der Adventsschmuck zu kontrollieren,
anschließend sind die Christbaumkugeln zu polieren,
Vater muß den abgebrochenen Arm vom Nußknacker
reparieren und Mutter die Weihnachtsgans einfrieren.

Vorbei ist es mit der Ruhe, jetzt heißt es schnell die
Weihnachtsplätzchen backen. Dafür brauchst du Mandeln
und Korinthen und jede Menge Nüsse mußt du hacken.
Auch Weihnachtspapier darf nicht fehlen um die Geschenke
einzupacken. Geschenke ?
Ach herrje, wo ist bloß der Zettel geblieben,
wo du für alle die Wünsche aufgeschrieben ?

Vorbei ist es mit der Ruhe, jetzt heißt es jeden Tag
im Eiltempo durch die Geschäfte rennen. Schließlich
muß am 1. Advent auch die erste Kerze brennen.

Deine Kinder, die kleinen Rabauken, schauen nur noch
als könnten sie kein Wässerchen mehr trüben, und heimlich
hörst du sie Gedichte für den heiligen Abend üben.
War es nicht erst gestern, als du den vertrockneten Baum
aus dem Ständer gerissen, und ihn genußvoll aller Zierde
entnommen über den Balkon geschmissen ?

Wie sehr sehnst du dich nach Ruhe, nach der stillen Zeit.
Bald ist Weihnachten vorbei, bald ist es soweit

Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

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