|
|
|
geschrieben am: 15.06.2003 um 18:44 Uhr
|
|
Ein leiser Wind am offen Fenster weckt mich auf, es ist Nacht, mondhell. Verwirrt sehe ich ein Glitzern, reibe mir die Augen. Als ich sie wieder öffne, ist es nicht verschwunden, kleines, zartes Wesen schwebt in der offenen Balkontür. Erst als ich genauer hinsehe, erkenne ich durch ihr feines glitzern, und die winzigen grünen Funken, die sie hinterlässt, ihre winzige Feengestalt. Verwirrt reibe ich mir nochmal die Augen, es muss ein Traum sein.. Doch sie - ist es eine sie? durchzuckt es mich - ist immer noch da, mit den durchscheinenden Flügeln schlagend, seltsam elgant. Es ist ruhig, doch als mir das bewusst wird, fallen mir die leisen Nachtgeräusche auf, ein kleiner Brunnen ganz in der Nähe plätschert, die Blätter der Bäume rauschen im sanften Wind. Obwohl der Anblick mich fesselt, sehe ich kurz zur Uhr, 3:17. Ich nicke, die Zeit passt zu der seltsamen Ruhe, die man nur in dieser Nachtzeit findet. Ich sehe wieder zu der Fee, mein Weltbild ein wenig verrückt, doch ich akzeptiere, ich wundere mich selbst, dass ich mich nicht mehr wundere. Vermutlich halte ich es am Morgen sowieso für einen Traum. - Ist es einer? - Sie - ich beschließe, dass Feen weiblich sind - ist ein wenig näher gekommen, ist nun in meinem Zimmer. Vorsichtig richte ich mich auf, ich will sie nicht erschrecken. Sie scheint zu zögern, ist aber wenigstens nicht verschwunden.. Ich strecke meine Hand aus, die Handfläche nach oben, ist wohl ziemlich plump und einfallslos, aber etwas anderes fällt mir eben gerade nicht ein. Tatsächlich schwirrt sie auf mich zu, und landet auf meiner Hand, erst jetzt bemerke ich ihre Füßchen, ich spüre ihr Gewicht kaum, nur eine winzige Berührung. Ich glaube nicht, dass sie Angst hat, nur ein wenig scheu scheint sie zu sein. Welch seltsamer .. Zufall .. sie wohl ausgerechnet zu mir geführt hat.. Ich hebe sie hoch, und führe sie nah zu meinem Gesicht, bewundere ihre märchenhafte Zerbrechlichkeit. Sie streckt sich, berührt mit den Händen meine Stirn, auch diese habe ich vorher nicht einmal bemerkt. Wie jede ihrer Bewegungen hinterlässt sie dabei grüne, tanzende Fünkchen. Einige legen sich auf meine Haut, wo sie dann verblassen, es ist ein angenehmes Gefühl. Ihre zarte Berührung erfüllt mich mit einem seltenen Glücksgefühl, alles dunkle ist weggeblasen, bewundernd halte ich sie wieder ein Stück vor mich, irgendwie weiß ich, dass sie nicht lange bleibt. Sie winkt tatächlich mit ihrer kleinen Hand, dann hebt sie wieder ab, und schwirrt davon, zur Balkontür. Dort verharrt sie eine Weile, sieht zurück, und ich habe das Gefühl, dass sie mich mag. Dann schwirrt sie in die Nacht davon, einen winzigen glitzernden grünen Schweif hinter sich. Eine Weile liege ich noch da, erfüllt von diesem Wesen. Dann schlafe ich wieder ein.
Am nächsten Morgen wache ich auf, wälze mich im Bett, dann fällt mir die Geschichte wieder ein. Ich berühre meine Stirn, wo sie mich berührt hat, und mein Wangen, auf der die glitzernden Funken gelandet sind. War alles nur ein Traum? Ich stehe auf, gehe auf den Balkon, sehe mich um, es ist hell, schon fast zehn Uhr. Mein Blick schweift umher, alles ist wie immer. Ich wende mich gerade ab, da fällt mein Blick nach unten, auf einen kleinen Grünstreifen vor dem Hauseingang. In der Mitte ist eine große Kleeansammlung, ich bin mir fast sicher, dass sie gestern noch nicht da war.
Lächelnd beginne ich den neuen Tag. |
| ~Seek the Truth in Dreams, if you can't find it there, it doesn't matter.~ |
|
|
|
|