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Eine kleine Geschichte

Nutzer: Hoellendrache
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geschrieben am: 08.01.2003    um 13:38 Uhr   
Es war einmal...
...ein Mann in etwas gesetzterem Alter, welcher das Glück hatte zu den Wenigen zu gehören, welche sich um Leib und Leben der Adligen kümmern durfte. Er bildete neue Ritter und Gefolgsleute aus, sorgte sich um deren Stand der Bildung und kümmerte sich um deren Ausrüstung.
So zog Tag um Tag ins Land; lange war es her, daß dieser Mann den gesellschaftlichen Gepflogenheiten gefröhnt hatte. Er besaß zwar Erfahrung darin, sich in solcher Gesellschaft bewegen zu können, doch frühere Geschehnisse hatten ihn dazu veranlasst, sich selber diesen Genuß zu versagen.
Er hatte gerade eine Anstellung bei einem neuen Adligen erhalten und diesem Umstand verdankte er es, sich einen dieser neuen, komfortablen Taubenschläge zu leisten und auch einige der gutausgebildeten Tauben, welche sich bei Tage und bei Nacht immer zu bewegen wussten und zielsicher den Ort Ihrer Bestimmung erreichten.
Zu Beginn, als die Taubenschläge auch für die Nicht-Adligen erschwinglich wurden, gab es jedoch kaum ausgebildete Tauben, welche dem Drang nach Nachrichten und Neuigkeiten aus allen Teilen der Ländereien Genüge tragen konnten. Auch war das Futter noch sehr teuer und oft kehrte eine Taube nichtmehr zu ihrem Besitzer zurück. Doch mit der Zeit nahmen sich derer viele den Tauben an, züchteten neue Gattungen und Futter wurde auch erschwinglich.
Und so kam es, daß der Mann abends nach seiner Arbeit seine Tauben losschickte um Geschichten zu hören und Verbindung zu Anderen, welcher seiner beginnenden Leidenschaft auch fröhnten, aufzunehmen.
Viele Geschichten von Flüchen und Verwünschungen, welche durch die Tauben zugestellt werden würden, stellten sich als Unwahrheit heraus. Doch in einem hatten die, welche ihm von den Möglichkeiten der Tauben unterrichtet und ihn zu der Anschaffung eines eigenen überredet hatten, wohl wahrlich Recht gehabt. Man lernte die verschiedensten Leute kennen und hörte dabei Geschichten, welche man sich in den wildesten Träumen nicht hätte vorstellen können. Und mit der Zeit erkannte er, daß viele Andere ihre Tauben Tag für Tag durch die Länder schickten um Kontakt zu denen zu erhalten, welche man nach und nach näher kennenlernte.
Auch der Mann schickte nun Abend für Abend nach seiner Arbeit seine Tauben los und war verwundert, wie schnell er doch in diese Gemeinschaft aufgenommen ward und man teilweise gebannt auf seine Antworten und Sätze wartete. Es ließ in ihm ein Hochgefühl erglimmen, welches er in dieser Form noch nie sein Eigen nennen konnte und ließ sich von diesem Gefühl treiben.
Doch, oh Ach und Weh, er begann, sich in den Geschichten und Erzählungen der Anderen zu verlieren und folgte nur noch diesem einzigartigen Gefühl. Zu sehr hatte ihn der Reiz gepackt, als daß er sich Gedanken darüber machte, einer weiblichen Gegenüber zu nahe zu kommen; zu sehr war das Verlangen in ihm gewachsen, fürderhin Worte und Gedanken zu lesen, welche man sonst nur heimlich und zu zweit gemeinsam teilen sollte, nach dem Willen der Fürsten zur eignen Sicherheit auch erst nach der Vermählung.
Doch gab er nichts mehr darauf und ließ sich weiter treiben.
Die Zeit ging so vor sich hin und die Kontakte zu den Anderen wurden enger, gänzlich so, als würde man sich des Abends nach getaner Arbeit mit seinen Fachgenossen in eine Schenke begeben und dort trinken und Geschichten austauschen.
Doch dann, in den ersten wärmer werdenden Abenden des Jahres, flatterte ihm eine Taube in den Schlag, die ihm noch unbekannt war. Die Nachricht ward geschrieben in einer edlen, geschwungenen Schrift und die Worte, welche diese Person niedergelegt hatte, berührten ihn. Nun, wahrlich war es kein weltenbewegender Satz, welcher durch die Taube zu ihm gelangte, doch ließen die Formen eine Seite in ihm erklingen, welche er schon seit langem nicht mehr gehört hatte oder hatte hören wollen. Der Mann in ihm sagte, es gab keine, welche diese Seite in ihm hätte erklingen lassen können, doch der Junge in ihm vertrat die Meinung, daß er das nicht hatte haben wollen.
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Nutzer: Hoellendrache
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geschrieben am: 08.01.2003    um 13:38 Uhr   
Sogleich schickte der Mann eine Taube los um auf diesen Satz zu antworten. Und an diesem Abend flogen die Tauben ein ums andere Mal vom Einen zum Anderen.
Und so begab es sich, daß der Mann und die Dame sich Abend um Abend Tauben schickten.
Die Worte, welche sie tauschten, waren zu Beginn schon intensiv und doch, so schien es, wurden sie von Mal zu Mal vertrauter und näher. Sie tauschten sich aus über ihr gegenwärtiges Dasein und ein wenig, nach einigen Tagen, war der Mann deprimiert. Ohne ihm weh tun zu wollen und ohne die Gespräche zu beenden, erfuhr er von ihr, daß sie einen Prinzgemahl ihr Eigen nannte und auch schon eine Frucht der Liebe in ihrem Leben bestand. Doch, er bemerkte einen gequälten und bedrückten Unterton in ihren Worten und nach einigen weiteren Tagen nahm er den Mut zusammen und sprach sie darauf an. Er hatte schon die Befürchtung, daß sie ihm keine Taube mehr schicken würde, weil er es gewagt hatte, ihr so nahe zu treten, doch hatte er keinen Grund, dies zu fürchten. Es schien doch, daß die Gefühle auf freundschaftlicher Ebene weit genug gediehen waren, daß sie sich ihm anvertrauter. Ihr Gemahl, der Prinz, ward ihr mit der Zeit entglitten und fremd geworden, daß Zusammensein gestaltete sich recht schwierig. Eine Trennung schien ihr unausweichlich, so schrieb sie und insgesamt mache sie dies sehr, sehr unglücklich.
Der Mann horchte in sich hinein, oft hatte er dies schon getan und oft auch einen Erfolg verbuchen können. Nach einer Weile des Überlegens und Nachdenkens schrieb er seine Worte nieder und schickte eine Taube auf den Weg zu ihr mit der Hoffnung, ihr vielleicht mit seinen Worten einen Weg aufzeigen zu können, welcher Gatte und Gattin wieder zueinander näher bringen würde. So flogen wieder einige Tauben zwischen ihnen hin und her doch seine Hoffnung zerschlug sich. Dereinst musste es einen Bruch gegeben haben, welcher sich nun wohl nichtmehr verschließen lassen wollte, drum ihr Entschluß doch feststand, aus den gemeinsamen Gemächern in den Burgvorhof zu ziehen und ihr Leben ihr eigenes zu nennen.
Nun, so sprach der Mann in ihm, es ist ein Unglück für sie, doch mag es mir vielleicht zum Glücke gereichen? Nein, sprach der Junge in ihm, denn diese Frau ist fest gebunden, drum Du ihr nicht nahe sein wirst.
Und der Mann entschied, auf den Jungen in ihm zu hören.
Man tauschte weiterhin Nachrichten über die Tauben aus, wenn doch auch die Worte wärmer zueinander wurden. Der Mann, seinem Herzen nicht trauen wollend, hörte auf den Jungen und untersagte sich jeglich liederlichen und amourösen Gedanken. Doch innerlich, so war ihm es unbewusst klar, fühlte er sich zu ihr hingezogen, mehr, als wie es erlaubt war.
So kam es, daß er eines Abends, unverhofft, eine dieser sehr teuren Tauben in seinem Taubenschlag vorfand. Diese Tauben sind sehr teuer, denn zu mehr,als eine einzige Nachricht zu überbringen und dann zu sterben, sind sie nicht in der Lage. Doch dafür sind sie um vieles schneller, als jegliche Taube oder Reiter und finden den, welcher die Nachricht erhalten soll.
In einer der Nachrichten hatten der Mann und die Frau sich ihre Orte und Erscheinungsbild beschrieben, welches für diese schnellen Tauben von Nöten war.
Er hätte nicht gedacht, daß sie diese Taube an ihn verschwenden würde, doch freute er sich sehr. Denn es überbrückte die Zeiten, welche sie Abends in gesellschaftlicher Verpflichtung banden und es ihr nicht ermöglichten, in ihrem Taubenschlag zu sein.
Flugs eilte er am nächsten Tag los, um sich einen Vorrat an diesen Tauben zuzulegen und sie auf die Dame zu eichen.
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geschrieben am: 08.01.2003    um 13:39 Uhr   
Nun flogen nicht nur des Öfteren die Tauben hin und her, sondern auch schnelle Tauben wurden ausgetauscht. Der Mann in ihm konnte sein Glück nicht fassen, doch seinen Gefühlen wollte er nicht trauen. Der Junge in ihm schalt ihn einen Narren, dabei überhaupt Glück zu empfinden.
Und dann, nach so manchem Abend, erreichte ihn eine weitere schnelle Taube. Die Nachricht von ihr war so geschwungen wie eh und je, doch konnte er sehen, wie sehr sie wohl gezittert haben musste bei der Abfassung der Worte.
Der Mann las die Botschaft erst einmal, zweimal und dann noch ein drittes Mal...ja, da stand es. Der Mann in ihm hatte Recht gehabt und der Junge unrecht, denn sie empfand alleine durch die geschriebenen Worte mehr für ihn, als er sich je hätte träumen dürfen.
In den nächsten Tagen und Wochen schrieben Beide offen zueinander und man wurde sich darüber bewußt, daß es nicht genügen durfte, sich nur zu schreiben.
Hin und her flogen die Tauben und ein Zeitpunkt ausgemacht, alsbald ihre Kutsche mit ihr bei ihm erscheinen würde.
Nervös war der Mann, welcher schon lange nichtmehr so empfunden hatte und nervöser wurde er, je näher doch der Zeitpunkt kam, derweil sie erscheinen sollte.
Der Blitz traf ihn fast sprichwörtlich, als er sie dann sah. Eine Prinzessin, von nicht beschreibbarer Schönheit und Eleganz, einem Funkeln in den Augen, welches sein Herz zu sprengen schien.
Seine Hoffnungen wanderten gen Erde, denn ihm war bewußt, daß eine solche Prinzessin niemals einen wie ihn genauer anschauen würde.
Doch, so sei es uns beschieden, die Hoffnungslosigkeit war doch umsonst, denn ebenso wie er, war auch sie hin und weg vom ersten Augenblick.


Die Tage, Wochen und Monate flogen nur so dahin, noch getrennt durch Distanz, doch immer eine Gemeinsamkeit vor Augen.
Einige verzwickte und verwickelte Situationen gab es, welche zwar nie ihrer beider Gefühle beeinflußten, doch eine Trennung so manches Mal wie einen blutroten Dämonen auftauchen ließen.
Doch vergab sie ihm, welche Fehler er zu Beginn auch gemacht hatte, als er den Taubenschlag gerade erst sein Eigen nannte, wenn sie ihm doch auf Grund dessen so manches mal mißtraute und ihrer Eifersucht den Vorrang gab. Doch so manches Mal auch nicht bewußt, so zeigte er ihr, daß diese unbegründet war, denn er liebte sie ganz alleine, tiefer, als ihm das jemals geschehen war. Und der Mann in ihm und der junge schwiegen Stille.
Doch auch sie war nicht ohne Fehl und Tadel, doch geschah dies nicht aus Böswilligkeit sondern aus Angst, ihn zu vertreiben. Doch auch dort, Mal um Mal, hielt er nur zu ihr, nahm ihr ihre Angst und nahm sich auch die eigene. Sein Vertrauen war grenzenlos in sie und ließ sich durch nichts erschüttern, auch nicht in der dunkelsten Zeit, welche beide zu bestehen hatten. Sie entschied und log ihn an, wiederum aus Angst, er würde sie danach nichtmehr lieben oder zumindest nichtmehr so, wie als davor. Lieber zog sie sich zurück und ließ ihn im Unklaren über die Tatsächlichkeiten und stellte so ihre Zukunft auf eine harte Probe. Nur ein Zufall klärte diese Angelegenheit und beide sprachen darüber. Doch nie kam es ihm in den Sinn, ihr zu mißtrauen. Er liebte sie immernoch genauso wie zu Beginn, zumal, doch eigentlich von Tag zu Tag mehr. Und er war dessen zufrieden, daß sie unbeschadet diese Zeit und Entscheidung überstanden hatte.
Doch kurz darauf entfernte sie sich wieder und wiederum bestand Gefahr. Doch zum Glücke der Beiden ließ es sich schnell klären, wenn sie doch auch ihre Lüge wiederum mit einer Lüge beschwichtigt hatte. Doch wiederum ging es ihm nur um sie, denn er liebte sie.
Die Tage gingen weiter und beide liebten sich sehr.
Tag und Nacht, Stunde um Stunde dachte er an sie und liebte sie so sehr, wie noch nie zuvor.
Kleinigkeiten kamen vor, doch schnell waren sie aus der Welt geschafft, denn keinen ließen sie an ihre Liebe heran.
Doch dann ... mit einem Male ... ohne jegliches Zeichen davor ... wurde es schwarz.
Immer seltener trafen Tauben und Reiter und schnelle Tauben bei ihm ein, so oft er auch selber ihr was zukommen ließ. Auch wurde Mal um Mal ein Treffen verlegt und abgesagt, da dringende Umstände sie daran hinderten.
Er begann zu verzweifeln, denn er verstand es nicht. Nichteinmal Sorgen oder Sehnsucht kamen in ihr auf, im Gegenteil, sie machte sich immer weiter los. Und als sei dies nicht genug gewesen, so belog sie ihn in den Begründungen und gar auch in dem, was sie zuweilen als Nachricht den seltenen schnellen Tauben mitgab.
Der Mann und der Junge in ihm stritten heftigst darum, wer nun Recht gehabt haben mag und ihm nun Vorwürfe machen dürfe.
Doch der Mann hörte auf keinen von Beiden, denn seine Liebe hatte sich trotz allem nicht gemindert.
Doch abweisend und kalt, als wäre es von Beginn an geplant, verhielt sie sich. Auf keins seiner Worte eingehend, auf keinen Gedanken antwortend, lebte sie nun für sich alleine.
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geschrieben am: 08.01.2003    um 13:40 Uhr   
Er schaute in sich hinein, horchte...doch es kam keine Antwort. Der Mann in ihm und der Junge waren durch die Bruchstücke der zerbrechenden Gefühle erschlagen worden. Nun stand der Mann alleine mit seinem Problem da und überlegte, was er tuen könnte.
Drum machte er sich daran, eine Depeche ihr zu schicken in der Hoffnung, diese könnte sie dazu veranlassen, zumindest ehrlich mit ihm zu sein, ihm gar vielleicht eine zweite Chance einzuräumen.
Jederman erhält eine zweite Chance oder zumindest die Möglichkeit darauf, sei es auch der größte Narr.
So verfasste er die Depeche in glühenden Worten, mit dem Blute seines Herzens geschrieben. Eilig rief er einen Reiter, welche die Depeche auf schnellstem Wege der Dame seines Herzens zustellen sollte und auf eine eventuelle Antwort zu warten hatte.
Nun wartete er Tag um Tag ob denn eine Antwort ihm zukommen würde, ließ ihr die Zeit, die vielleicht recht seltsamen Worte und Satzgebilde seiner Depesche zu verstehen und in ihr Herz hinein zu horchen.
Doch Tag um Tag verging, nicht ein Sterbenswort gelangte zu ihm und er begann zu verzweifeln. Doch, so sehr es auch sein Wunsche war, so war es ihm weder vergönnt, böse mit ihr zu sein, noch sie zu hassen, noch aufzuhören, sie zu lieben.
Der trügerischen Hoffnung sich hingebend, sie möge ihn vielleicht erhören, zumindest einmal zeigen, daß er ihr etwas bedeutet, lebte er Tag für Tag dahin.
Das Herz gebrochen, so kalt, wie am ersten Tag, alleine, so lebte er nun.. einsam und sich jegliche neue Freude versagend.

So vergingen Tage, Stunden, Wochen, gar Monate... gar selten kümmerte er sich um seinen Taubenschlag... und die Worte, die er tauschte mit den Anderen, entbehrten seiner Gefühle und der Freude, welche sonst immer in ihnen schwang.
Trostlosigkeit machte sich immer mehr in ihm breit und immer dunkler wurden seine Gedanken und immer schwärzer sein Herz; verzweifelnd sich klammernd an das letzte Bisschen Hoffnung, welches er in seinem Herzen hütete wie einen Schatz.
Und dann, eines Abends, lustlos saß er in seinem Taubenschlag, kam eine Taube zu ihm... er erkannte diese Taube sofort, es war eine der ihren. Sie tauschten schnell einige Tauben aus... und an ihrer Schrift und ihren Worten erkannte er, wie unglücklich sie doch war...
In den nächsten Tagen eilten Reiter hin und her um die Briefe der Beiden eilig zuzustellen... noch versuchte sie, ihr Unglück zu verbergen, doch ohne Erfolg... schmerzlicher war es, daß sie sich zu einem Anderen geflohen hatte, um ihr Leid zu lindern... doch ohne Erfolg...
So begab es sich, daß die Beiden häufig wieder Tauben tauschten, Reiter schickten und auch die so teuren Tauben wieder tauschten... er versuchte alles, sie wieder zum Lachen zu bringen, sie zu richten und ihr aus ihrer so verzweifelten Lage zu helfen... und tatsächlich, es gelang ihm, ihr Lachen und auch ihr Herz wieder zu erobern...
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geschrieben am: 08.01.2003    um 13:41 Uhr   
Und so kam es, daß sie einen neuen Zeitpunkt ausmachten und er mit seiner Kutsche zu ihr eilte...sein Glück war unbeschreiblich, als er sie sah und noch größer wurde sein Glück, als sie seine Gefühle erwiederte... kurz darauf trafen sich Beide wiederum und wieder war es ein Treffen voller Freude... doch kaum wieder zurück, bemerkte er eine Veränderung an ihr... eine wohlbekannte, welche sie versprochen hatte, niemals wieder aufkommen zu lassen. Sie wurde schweigsam und grüblerich... und ihre Worte versiegten...
Wie eine Sturmflut der Schwärze brach es über ihn herein... hatte er sich täuschen lassen? Hatte ihn die Liebe endgültig verlassen?
Wiederum wurden Treffen verlegt..lange abgesprochen und fürderhin freudig zugesagt... mit lapidaren Äußerungen... und so kam das, wovor er sich immer gefürchtet hatte... er wurde böse.. böse auf sich, weil er sich hatte verleiten lassen, böse auf sie, weil sie ihn verleitet hatte... und schickte seine Gedanken in einer wahren Flugorgie an teuren Tauben zu ihr... unbedachte Worte, aber einer gewissen Ehrlichkeit nicht entbehrend...

Und wiederum sitzt er in seinem Zimmer... Hoffen und Bangen sich mischend... Das Herz schwer und schmerzend, wissend, daß auch sie noch seine Liebe empfindet... hoffend, daß alles sich richten läßt für das, was ihm immer wichtig war... Ihr Glück zu sein, bei Ihr zu sein... sie zu lieben wie Sie ihn... und endlich einmal nicht enttäuscht zu werden, die Schwärze und Trauer in seinem Herzen vergessen machen zu können...
Und so wartete er Tag um Tag... einsam und verlassen... seine Gedanken gehörten immer nur Ihr...

Und wenn er nicht gestorben ist, so wartet er noch heute.
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