| "Autor" |
Der Vater Tod |
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geschrieben am: 21.02.2003 um 20:09 Uhr
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Leise nähert sich der Schatten,
der dich überfällt, oh holde Maid.
Gemeint ist nicht das Alter,
auch nicht die Eitelkeit. Nein, der Mann
in schwarzer Kutte, leise nach dir winkend.
Hüllt er dich in weißes Linnen,
nimmt was er verlangt, lässt dich schreien.
Er kann dich nicht hören,
und nicht sehen. Kann dich schmecken,
und dich spüren.
Ja, die Angst in deinen großen Augen,
als er über dich gebeugt...
die mag er zu verspüren. Schade,
dass er dein hübsches Antlitz nicht erkennt.
Langsam holt er aus,
die Sense glänzt im Mondenschein.
Nein, mein Kind...
du brauchst nicht mehr zu schrein.
Geräuschlos fährt die Klinge durch das Fleisch,
rot färbt sich das Kopfsteinpflaster,
leises Glucksen, als dein Saft von dannen fließt.
Vermischt mit Wasser, Regenschauern,
findet es den Weg zum Abfluss hin,
schäumend, verblassend. Bald weiß keiner mehr,
wer du einmal warst, bist ausgelöscht.
Entfährt dem stummen Mann,
mit der Sense in der Hand,
grad nicht ein Lachen? Ja, er lacht!
Den Kopf gesenkt, sich stützend.
Blut tropft aus seinen leeren Augenhöhlen,
scheint er gar um dich zu weinen?
Nein... er trinkt von dir...
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