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geschrieben am: 03.03.2003 um 09:19 Uhr
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Mein Traum
Ich träume seit langer Zeit immer wieder einen Traum.
Es ist ein beliebiger Tag nach der Sommerferienzeit.
Irgendwann Anfang September.
Vielleicht ein Samstag.
In vielen Städten, Orten, Dörfern und Weilern in Deutschland macht sich die oder der eine auf den Weg.
Macht sich auf, um eine Städtereise nach Berlin? zu unternehmen.
Von überlall her kommen Autos und Züge. In den Autos sitzen einzelne, Paare oder sogar mehrere Personen und so auch in den Zügen, die sich aus jeder Region dieses Landes auf einen einzigen Punkt zu bewegen.
Stille. Keine Hupkonzerte, keine Flaggen, keine Symbole, keine großen und lauten Worte.
Nein, ganz still.
So still, wie es in all den (vielen) Jahren des Leidens war, das sie(er) erdulden musste.
So still, wie es war, als sie (er) sich in diesem Grauen gegen ihren/seinen Untergang und all die vielen Tode gewehrt hat.
Wortlos bewegen sich diese vielen Menschen auf diesen Punkt zu.
Ich stelle mir vor, es ist dort, wo sich dieses Land seine neuen Pyramiden gebaut hat – Berlin.
Der Platz vor dem Reichstag, dem Kanzleramt, dem Potsdamer Platz – irgendwo dort.
Jeder trägt mit sich ein weißes Pappschild 42 x 30 cm. Oben drüber stehen in roter Farbe die Worte NIE MEHR, darunter ihr/sein Name/Alias, darunter die Anzahl der Stunden, in denen sie/er vergewaltigt und/oder missbraucht worden sind.
Jede(r) geht für sich allein dort hin. Jede(r) für sich allein, so wie sie(er) auch allein war, als sie(er) zum Objekt gemacht, als sie(er) erniedrigt und ihrer(seiner) Würde und Gesundheit beraubt wurde.
Keine Versammlung, kein Treffen, keine Demonstration.
Von Geisterhand gezogen, so wie wohl jede(r) wie von Geisterhand den Mund verschlossen bekam, als es geschah.
Am helllichten Tag, mitten in der Stadt. In der Dunkelheit, versteckt in Zimmern hinter Gardinen oder in Kellern, Abstellkammern oder Campingwagen.
Ich träume diesen Traum seit vielen Jahren. Ich habe mich niemals gewagt, diese Vorstellung auszudrücken. Sie ist so ....... verrückt.
Aber es ist- vielleicht - der einzige Weg, den ich nach so vielen Überlegungen gefunden habe, wie einigen von denen, die gezwungen werden uns zu folgen, vor ihrem Missbrauch bewahrt werden können.
Nein sagen, endlich nein sagen.
Vielleicht gehe ich eines Tages allein nach Berlin. Mit meinem Schild. Weil ich die Vorstellung nicht mehr aushalten kann, das es immer und immer wieder geschieht.
Am helllichten Tag, auch mitten in Berlin, Hamburg, Baiersbronn, Ahrweiler oder, oder, oder ..........................
Muss nicht einer den Anfang machen.?
Ich habe Angst bei diesen Gedanken.
(unbekannt wie die andren oben)
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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