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"Autor"

.. abschied ..

Nutzer: goamina
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geschrieben am: 12.03.2003    um 00:54 Uhr   
(zitat).. abschied ..

[..] nachdenklich geht sie das dunkle gässchen entlang, den blick durch die gegend schweifend sieht sie sich um. bilder der erinnerung in ihrem kopf - aufgewühlt und doch so klar.

einst vor vielen jahren hat sie diesen weg wohl täglich genommen, ohne sich auch nur einmal bewußt umzuschauen. damals - den blick stets am boden haftend. doch heute scheinen ihre augen alles in sich aufsaugen zu wollen - ein letzter blick auf >ihre< gasse. abgespeichert. ihre schritte führen sie sicher den schmalen weg entlang, auch wenn es jahre her sein muss, seit sie ihn das letzte mal gegangen. immer noch der selbe ausgewaschene kiesbelag, manches scheint sich wohl nie zu ändern.
an 'ihrer' kleinen holzbank angekommen setzt sie sich und verweilt für wenige momente - den blick gen himmel gerichtet. ~sternenhimmel~ - wie viele stunden hat sie schon auf dieser bank gesessen? wieviele pläne geschmiedet und doch verworfen? wie oft zum himmel geblickt und den unendlich vielen sternen entgegengelächelt. gedankenspiele an warmen sommertagen - mit strahlenden augen durchlebt. beinahe schon hatte sie diesen ort der stille und der dunkelheit vergessen - über die jahre hinweg.
ein leiser seufzer entweicht ihrer kehle. langsam steht sie auf, betrachtet den schattigen waldweg - auf dem einst die kleinen fledermäuse lautlos über ihren kopf huschten. heute - jahre später konnte sie keine ihrer kleinen freunde ausfindig machen. doch fledermäuse werden immer fliegen.

soll sie es wagen?

entschlossen blickt sie in die dunkelheit - bald 8 jahre muss es her sein, dass sie >diesen< weg zum letzten mal alleine gegangen. schaudernd bleibt sie stehen, betrachtet die schattenwesen die sie umgeben und geht zögernd, ein schritt dem anderen folgend, weiter. ['jetzt oder nie'] flüstert die stimme in ihrem kopf. jetzt - oder NiE.
ihr blick scheint am boden festzukleben doch zwingt sie sich dazu, sich umzusehen um alte erinnerungen, längst vergangener tage, mit neuen eindrücken zu übermalen. leise atmet sie ein, der geruch der sie umgibt scheint sie zu erdrücken. erinnerungen, blitzartig hervorgerufen - so nah. so verdammt nah und klar. damn. zaghaft bleibt sie stehen, blickt um sich, um dann leise den hof zu betreten. ihre gedanken spielen ihr wirre spielchen doch zwingt sie sich, einen moment stehen zu bleiben.
>jetzt< sieht alles so verändert aus, die bilder in ihrem kopf vermischt mit dem, was ihr auge in der dunkelheit wahrnehmen kann. nein, es ist nicht mehr das selbe gebäude. nein, die zeit hat sich gedreht. es wird nicht mehr von den selben 'untermietern' bewohnt. heute hängt kein herzblut mehr an dem, was einst so wichtig und zerstörerisch für sie war. sie lauscht den geräuschen, die aus diesem gebäude dringen. murmelt leise vor sich her. würde gerne anfangen zu rennen, wie sie es früher so oft getan - doch heute ist >SiE< stark - keine klare träne wird ihr körper hier versiegen - nein.
noch ein letzter blick in die umgebung, ein letztes spiel mit >diesen< gedanken an >diesem< ort und langsam dreht sie sich um, kehrt dem ort und ihrer vergangenheit, die sie mit ihm verbindet, den rücken zu, um ein letztes mal langsam gehend - nicht hastig rennend, den weg 'nach hause' einzuschlagen [..]

12.03.03

goa.
(/zitat)
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