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geschrieben am: 13.03.2003 um 22:16 Uhr
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Bald schon, kam sie in das Alter, in dem Mädchen sich das erste mal verlieben, so kam es auch bei ihr. Sie verliebte sich. Das erste mal, sollte es nicht sein, der Junge hatte kein Interesse an ihr, das tat ihr weh, aber sie verkraftete es. Darauf folgte eine Beziehung, mit einem gleichaltrigen Jungen, sie glaubte ihn zu lieben, jedoch merkte sie irgendwann, dass dies nicht so war, wurde unglücklich und eines Tages, machte sie etwas, was wohl ihr Leben lang das größte Geheimnis bleiben würde, was sie hat. Sie nahm das Taschenmesser in die Hand, drückte die Klinge in ihre Haut und schnitt. Völlig abwesend und nicht imstande zu wissen, geschweige denn zu verhindern, was sie da tat. Bald darauf, ging ihre Beziehung mit dem Jungen zu Ende, das Mädchen wurde immer trauriger und langsam, ganz langsam, nannte niemand sie Sonnenschein, denn das Lächeln wurde seltener und blasser. Einer Freundin vertraute sie sich an, sie schrieben sich lange Briefe, dachten jede für sich viel nach, wurden mit der Nase direkt daraus gestoßen, dass die Welt vielleicht doch nicht so war, wie sie es sich immer vorstellten. Ihre Freundin bat sie, so etwas wie mit dem Messer, nie wieder zu machen, und das Mädchen hielt sich zunächst auch daran, doch unglücklich blieb sie. Bald schon, sollte sie sich ein weiteres Mal verlieben, diesmal, war der Junge aber nicht so alt wie sie, sondern fast 4 Jahre älter. Damals war sie grade 14 geworden, und er war 17. Sie schwebte auf Wolke 7, dachte, sie hätte endlich wieder glück in ihrem Leben. Mit ihm konnte sie reden, ihm konnte sie sich anvertrauen, wenn auch zuerst noch sehr zaghaft, zu lange hatte sie schon geschwiegen. Zu dieser Zeit, redete sie schon kaum mehr mit ihrer Mutter, welche mittlerweile schon einen Nervenzusammenbruch hatte und Depressionen, und grade als das Mädchen so sehr verliebt war, lag ihre Mutter mit einer lebensgefährlichen Blutvergiftung im Krankenhaus... doch das Mädchen störte es nicht sonderlich, war vielleicht anfangs ein wenig geschockt, gewöhnte sich jedoch schnell an den Gedanken, ihre Mutter ein paar Wochen nicht zu sehen. Die Liebe des Jungen, gab ihr Kraft und Mut, sie dachte, sie hätte jemandem gefunden, mit dem sie gerne sehr viel Zeit verbringen würde. Doch wieder, kam alles anders als sie es sich wünschte. Bald schon verlor der Junge das Interesse an ihr, verließ sie, meldete sich nie mehr, brach den Kontakt vollends ab. Das tat dem Mädchen so sehr weh, dass sie keinen anderen Ausweg sah, als wieder zu dem Taschenmesser zu greifen. Ihr damaliger Spitzname, war schon längst vergessen, denn mit der Zeit, wurde ihr Gesicht immer dunkler und sie fühlte sich immer mehr zum Dunklen hingezogen. Sie dachte viel nach, sehr viel, hatte zum ersten Mal Gedanken, die sie sonst nie für möglich gehalten hätte, Gedanken wie: „Wenn ich mir selbst weh tun kann.... zu was bin ich dann noch fähig?“ Und in ihrem Kopf, formten sich zeitweise kranke Bilder, die ihr Angst machten. Wiederrum, verliebte sie sich. Gewann durch diesen „Mann“- denn es war kein Junge mehr – neuen Halt, glaubte sie würde es vielleicht schaffen, doch noch glücklich zu werden. Durch ihn, kam sie in Kontakt mit Dingen, die ihr früher nie bekannt waren, Begriffe wie „Melancholie“, „Suizid“ und „schwarz sein“, bekamen ganz neue Bedeutungen für sie. Waren es vorher nur Worte die sie einmal gelesen hatte, aber dich nichts hatte darunter vorstellen können, so definierte sie sich langsam aber selber selbst damit. Der „Mann“ den sie liebte, wollte sich nicht auf eine Beziehung mit ihr einlassen, obwohl er sie, wie er sagte, sehr gern hatte. Das Gesicht unseres früheren „Sonnenscheins“, wurde mit der Zeit verbitterter, sie weinte oft, tauschte bald das stumpfe Taschenmesser gegen Rasierklingen aus, musste sich selbst oft in depressiven Zuständen wiederfinden, die kranken Phantasien reiften in ihrem Kopf heran, schon bald dachte sie täglich darüber nach, wie sie sich umbringen könnte. Und Niemand, hatte auch nur eine Ahnung wie sehr sie leidet. Ihre Arme und Beine übersäht von Narben, eine feste Mauer durch die kein Laut von ihr dringt um sie herum und ein aufgesetztes Lachen, das allen eine heile Welt vorspielte, so eben, wie fast jeder Mensch durch die Welt läuft, nur um zu verstecken wie er wirklich ist.
Hätte man mir diese Geschichte vor ungefähr 2 Jahren gezeigt, hätte ich mitleid mit dem Mädchen gehabt.
Heute weiß ich, dass Selbstmitleid auch keinen Sinn hat.
~Just the way of life~ |
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