| "Autor" |
wie man intelligente Ferien macht - Essay |
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geschrieben am: 05.07.2004 um 18:38 Uhr
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Wie man intelligente Ferien macht
Fragt man mich, welcher Urlaub auf mich den größten Eindruck gemacht hat, verweise ich auf die sagenhaften Wochen in Italien letztes Jahr. Nach zwei Wochen Kultururlaub unter der erbarmungslosen Sonne der Toskana fuhren wir für weitere sieben Tage gen Nord-Osten.
Während die Herrschaften auf Fahrer- und Beifahrersitz damit beschäftigt waren sich einen Weg durch toskanische Bauerndörfer zu suchen, hatten mein Bruder und ich nicht mit Landkarten aber mit der Langeweile zu kämpfen.
In dem Bewusstsein, dass mir eine volle Woche ereignisloser Strandurlaub bevorstand, sparte ich mir die verbliebenen ungelesenen Schmöker auf und begnügte mich damit die Umgebung anzustarren derweil mein Nachbar und Leidensgenosse seine Computerzeitschriften auswendig lernte. So aus dem Fenster blickend blieb die Veränderung der Landschaft natürlich nicht unbemerkt: Langsam wurden Dörfer zu Städten und Weinberge wichen Einkaufsstraßen. Als auf einmal das Meer in Sicht kam hörte auch mein Bruder auf seine Illustrierten zu hypnotisieren und betrachtete verzückt dieses eindeutige Indiz auf Strandurlaub. Doch je näher wir unserem Ziel mit dem klangvollen Namen „Cesenatico“ kamen desto länger wurde sein Gesicht: überall sprossen Hotels wie Pilze aus dem Boden und schließlich wurden sie zum einzigen Panorama, vom Meer einmal abgesehen.
Als uns von den vorderen Sitzen angedeutet wurde nun wäre es nicht mehr weit, kam bei meinem Bruder und mir Panik auf und ich fragte mich, ob es noch schlimmer kommen konnte als eine Woche auf dem Teutonengrill verbringen zu müssen. Es konnte, wie sich herausstellte als wir unser Hotel näher in Augenschein zu nehmen.
Auf dem Weg zum Speisesaal, in dem wir unser Abendessen, Das uns laut Halbpension zu stand, einzunehmen gedachten, schlug und bereits ein ohrenbetäubender Lärm entgegen und wir hatten beim Eintreten das Gefühl soeben das Tor zur Hölle geöffnet zu haben. Zu erst noch spielte ich mit dem Gedanken vielleicht versehentlich im Spielzimmer für die Kleinkinder gelandet zu sein, doch als uns ein glutäugiger Latino-Kellner lächelnd einen Tisch zuwies, der höchstens für zwei aber nicht für vier Personen gedacht sein konnte, traf uns die Erkenntnis mit der Wucht eines fallenden Ambosses.
Noch im Schockzustand beobachteten wir die Kinder (eindeutig in der Überzahl); wie sie mit dem Besteck Mikado spielten, um die Tische herum Verfolgungsjagden inszenierten und das taten, was sie am besten konnten: schreien.
Ungläubig testeten wir die scheinbare Sorglosigkeit und Immunität der Eltern gegen den Lärm: Meine Mutter klopfte mit dem Löffel an ihr Glas, wie um eine Rede einzuleiten, doch niemand verstummte. Ich versuchte mich laut rufend mit meinem Bruder zu unterhalten, doch niemanden scherte es und schließlich stimmte mein Vater aus vollem Halse das Lied des Gefangenenchores aus Nabucco an, doch wurde er keines Blickes gewürdigt während wir begeistert Beifall klatschten.
Jedes Mal wenn ich jemandem von unserem Urlaub an der Adria, habe ich diese Szene vor Augen, denn die allabendlichen Geräuschorgien waren wohl mit der wichtigste Grund für die intelligentesten Ferien, die ich je gemacht habe. Nie habe ich mich intensiver mit der mitgebrachten Lektüre beschäftigt, nie wurde mein Körper mehr gestählt als bei Balancieren auf dem streifen Sand zwischen dem Meer und dem letzten Liegestuhl am Strand. Nie habe ich besser eine Fremdsprache gelernt als während der allnächtlichen Animation im Nachbarhotel der ich auch meine beeindruckende Kenntnis sämtlicher italienischer Kinderlieder und Schlager zu verdanken habe. Nie wurde mein erzieherisches Können mehr trainiert als an den Abenden im Speisesaal und nie habe ich mehr über eine fremde Kultur gelernt als in den Stunden, dien ich wie eine Sardine am Strand liegend verbracht habe, neben Mädchen, die Rubens nie gemalt, höchstens mitleidig angeschaut hätte.
Zusammenfassend gesagt: Noch nie so viel gelernt, noch nie so intelligenten Urlaub gemacht wie letztes Jahr.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 05.07.2004 um 19:34 Uhr
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*lol*
danke, destiny, für dein verständnis und dein Mitleid. Nein, wir waren alle sehr überrascht, einschließlich meine Eltern und wir haben einen Film über Cesenatico gedreht mit dem titel : so wollen wir nie wieder ferien machen. Ein war schon ne einmalige erfahrung, muss ich sagen....hatte was.
Nekir |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.07.2004 um 03:01 Uhr
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hoffentlich gabs wenigstens kostenlos nachschlag :-)
wobei die toscana wirklich supergegenden hat. und ein gang zum bürgermeister oder dem dorfpfarrer soll bei solch krassen gastunfreundlichkeiten wahre wunder wirken .. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.07.2004 um 11:37 Uhr
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cesenatico :-)) ha - da war ich auch 99 zur abschlussfahrt.
O.O also gemuese reis suppe (die wir uebrigens auch jeden zweiten tag als vorspeise hatten) ist ja nichts gegen unsere fingerkuppen große schwarze kaefer in den fruehstuecksbroetchen. was die leute danach auf einmal keinen hunger mehr hatten..... tz... fggg
ciaooo cesenatico ciaoooo .... perle der adria ...
*summ*
z.o.e |
| I will wear whatever and blow whomever I want as long as I can breathe and kneel... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.07.2004 um 11:38 Uhr
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| lol Wahrlich ein toller Urlaub... und cih glaube du hast deine Schwäche für Essays entdeckt?! *grinst*W eiterso... lese sie sehr gern! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.07.2004 um 20:10 Uhr
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*lol* ich hab ja nicht gewusst, dass noch andere Menschen außer mir mit diesem Reiseziel gequält wurden, verdamt....ich bin nicht allein!!
Ja, Napa, dann will ich mal was von dir lesen in nächster Zeit, ja? Wie isses denn mit deinem Essay über den Alex, mh?
freu mich schon. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.07.2004 um 14:36 Uhr
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| Hab net wirklich weitergeschrieben...v ielelicht mach ich es noch uende...v ielleicht auch net :D |
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