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geschrieben am: 05.06.2004 um 15:43 Uhr
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Aus gegebenem Anlaß nach langer Pause eine Fortsetzung mit 3Y !
Drei Ypsilon
Er war ein Caesar der modernen Zeiten,
kam, sah und siegte, nichts war ihm abhold.
Was auch sein Wille ihn verleiten
ließ, was er berührte, ward zu Gold.
Auch innerlich durch äußeres Glück Gepräge
war seine Haltung unumstößlich aufgeblüht:
es gäbe niemals vorbestimmte Schicksalswege,
ein jeder sei selbst seines Glückes Schmied !
Allein, verwöhnt das Glück doch solche
strahlend Gestalten über lange Zeiten,
dann blitzen wie bei Caesar plötzlich Brutus Dolche
und lassen machtlos alles Glück entgleiten.
Nun, unser Held sah nicht durch schicksalhaften Tod,
im Gegenteil, durch Leben bringendes Gebären
sein stets gewohntes Glück bedroht.
Denn Folgendes begann ihn zu beschweren:
Der Gattin - duldsam und ehelicher Pflicht ergeben -
erwuchs aus dem Beischlaf stets Fruchtbarkeit.
Sie schenkte scharenweise Kindern Leben,
alle gleichen Geschlechtes - zu seinem Leid !
Bald war es eine neunköpfige Töchterschar,
die liebend und reizend sich um ihn scharten.
Vom Weib, erneut in Hoffnung, daß sie gebar,
war wieder kein Kronensohn zu erwarten.
Doch wollte er dem Schicksalslauf
sich nicht so einfach kampflos beugen.
So stellte er Pläne und Verfahren auf,
um einen männlichen Erben zu zeugen.
Ganz klar, er mußte Einfluß nehmen
auf seinen Chromosomenfluß,
denn seine perlenden Samenstränen
enthielten nur x-Chromosomen-Erguß.
Aber gemäß Zygotenkunde
ergab nur den ersehnten Knaben
ein x- und y-Chromosom im Verbunde,
und y-Spezies waren nicht zu haben !
Gleichviel, er war der festen Meinung,
durch konzentrierte Gedankenflüsse
und gebündelte Willenskraftvereinung,
der fehlende Typus entstehen müsse.
Seitdem war er nun täglich gesichtet,
wie er in gesenkter Körperhaltung,
den Blick konzentriert auf die Hoden gerichtet,
sich übte in Zellkernumgestaltung.
Alle wissen, die dieses nüchtern betrachten,
daß telekinetische Methoden
sind durchaus nicht gänzlich zu verachten,
aber wirken sie bis in die Hoden ?
Ausgeschlossen, Humbug, Firlefanz !
Selbst esoterischst ausgerichtet,
verweist man diesen Glauben ganz
als Fantasie und nur erdichtet.
So könnte man die Geschichte nun,
als Beispiel tragischer Umnachtung
bedauernd zu den Akten tun,
wenn nicht bei weiterer Betrachtung
des Falles - welche Sensation ! -
passierte, was nie vorstellbar:
die Chromosominkarnation
vom y-Typus gelungen war !
Woran es lag, daß er es geschafft,
das wird wohl nie entschlüsselt werden.
Vielleicht eine derartige Willenskraft,
wie sie noch nie gesehen auf Erden !
Doch diese Kraft, die überaus
auslösend und effektvoll war,
schoß über ihr Ziel noch weit hinaus,
erschuf eine neue Formation sogar:
statt x und y als Zweiheit
ergab sich nun als Resultat,
ausschließlich y als Dreiheit,
ein übermännliches Triumvirat !
3 Y - das war gewaltig,
und nach Entbindung zeigte sich
ein Wesen, das war dergestaltig,
daß es keinem auf Erden glich:
Sämtliche Sinnesorgane und Glieder,
ob Zunge, Nase oder Finger,
hingen in Phallusformen nieder
(darunter ziemlich stattliche Dinger !).
Man beschloß, diesen riesigen Penishaufen,
der übrigens durchaus zufrieden erschien,
namentlich Trypsilon zu taufen.
Für die wissenschaftliche Doktrin
war es ein schwieriges Gebaren,
mit diesem Vorgang umzugehen.
"Psychrosomatisches Verfahren"
ließ man als Titel drüber stehen...........
Geändert am 05.06.2004 um 15:49 Uhr von Satan2004 Geändert am 05.06.2004 um 15:54 Uhr von Satan2004 Geändert am 08.06.2004 um 21:28 Uhr von Satan2004 Geändert am 11.06.2004 um 10:56 Uhr von Satan2004 Geändert am 30.08.2005 um 01:02 Uhr von Satan2004 |
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