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Ode an den Schmetterling

Nutzer: Pijou
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geschrieben am: 12.08.2003    um 04:48 Uhr   
Ich würde dich gern in ein marmeladenglas stecken
Den Deckel zuschrauben, natürlich in ein leeres!
Ich würde dir Luftlöcher zum atmen in den Deckel bohren.
Aber nicht groß genug das du mir entwischen kannst!

Seit ich dich gefunden habe will ich dich behalten,
Wieso musst du auch immer von mir davonfliegen?!
Ich kann nicht anders, ich muss dich jetzt einsperren.
Du kriegst ja Luftlöcher, damit du atmen kannst!

Tagelang werde ich jetzt vor meinem Fenster sitzen.
Denn da werde ich dich hinstellen, damit du draussen siehst
Und ich werde dich beobachten wie du mit dem Kopf
Gegen den Deckel fliegst, und einen fühler aus dem Luftloch streckst.

Mir ist das egal. Ich stuppse deinen Fühler an.
Du ziehst ihn zurück, verlierst Halt und fällst auf deine Flügel
Mir ist das Egal. Schliesslich hast du Luftlöcher zum atmen
Und ich gebe dir Graß zum Essen.

Deine Flügel sind staubig geworden, haben Risse bekommen.
Dein dünner Rüssel ist eingerollt, deine beinchen starr.
Dein linker fühler ist abgeknickt, der andere Gerade.
So liegst du - tot - aif dem Boden meines Marmeladenglases.

Ich habe dir doch Graß gegeben! Habe dich beobachtet!
Habe dich vors Fenster gestellt! habe dich gern gehabt!
Du hattest doch Luftlöcher - zum atmen.
Oder hätte ich dich doch.. lieber nicht.. einsperren sollen?



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