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Weiterleben

Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 13.09.2003    um 23:45 Uhr   
Weiterleben!
Manche werden heute
ohne viel Gerätschaft schon
so an die hundertachtzehn

Weiterleben!
Nicht dran denken
dass die Schwester erst
am Abend wieder kommt

Weiterleben!
Auch mit voller Windel
Würde Stolz und Haltung zeigen
merkt ja keiner
riecht ja keiner
ist ja keiner da!

Es ist ja niemals einer da!

Lama
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Nutzer: Nekir
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geschrieben am: 14.09.2003    um 17:26 Uhr   
Wie kommst du darauf ein gedicht über dieses thema zu schreiben? Hast du persönlich Erfahrung damit gemacht? Ich finde es schön, dass es auch noch menschen gibt die über etwas anderes als liebe tod und seelenschmerz schreiben können, ohne sich dabei lächerlich zu machen.
Unternehmt Gesten sinnloser Schönheit und spontaner Freundlichkeit!
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Nutzer: forenair
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geschrieben am: 15.09.2003    um 07:37 Uhr   
ja, das ist wohl die frage, ob es wirklich so erstrebenswert ist immer älter zu werden, wenn man eigentlich doch dann nur im wege ist.

wichtige gedanken !

dank @Lama :-)
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 15.09.2003    um 10:55 Uhr   
Nekir, persönliche Erfahrungen macht früher oder später jeder mit diesem Thema. Mir hat mal jemand gesagt, er sei fest davon überzeugt, daß Gott uns Krankheit, Schmerzen und Gebrechlichkeit nur deshalb schicken würde, weil sonst niemand Lust hätte abzutreten. Mit dem Gedicht soll Kritik am "Wahnwitz der Lebensverlängerung um jeden Preis" aus der Sicht des Betroffenen rüberkommen. Danke für deinen und Kommentar.

Forenair, ob man sich in so einer Situation nicht eine kräftige Portion Dementia wünschen würde?
Ich weiß es nicht. Auch dir danke.

Gruss Lama
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Nutzer: Mindiyana
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geschrieben am: 15.09.2003    um 23:56 Uhr   
(zitat) ob man sich in so einer Situation nicht eine kräftige Portion Dementia wünschen würde?
Ich weiß es nicht. (/zitat)
Also ich glaube nicht, Lama! Mein Vater war demenzkrank und er bemerkte und wusste, dass er nicht mehr "denken" konnte! Wie entsetzlich muss es sein, einen Gedanken verfolgen zu wollen und es geht nicht?? Das setzt dem sonstigen körperlichen Verfall ja noch die Krone auf ...

Mindi
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Nutzer: Ap0cAlYpTiCa
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geschrieben am: 16.09.2003    um 17:31 Uhr   
Hey Lama!

Ist mal wieder schön was von dir zu lesen. Richtig "Lama-Style" *gg*
Gruß
käuzchen
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Nutzer: caterpillar_w
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geschrieben am: 16.09.2003    um 22:23 Uhr   
ich frag mich warum viele leute sich überhaupt ein 'unendliches leben' wünschen. denken diese menschen denn nicht auch mal an die auswirkungen?
nicht nur das rentenproblem würde enorm steigen, sondern auch die eigenen gesundheitlichen und psyschoichen probleme steigen. das eine mit dem andern.
was für konsequenzen müssten man daraus denn ziehen? lauter alte, kranke menschen, die andere menschen ebenfalls unglücklich machen, weil sie die pflege am hals haben, oder weil die familie sich um das jeweilige mitglied sorgt, und sich allergrößte mühe gibt das leben noch ein wenig zu verschönern und dabei das eigene zu vergessen? daraus würden dann doch noch mehr krankheitsfälle folgen, nervliche krankheiten, wegen stress. überarbeitung. und leute die zwar um den toten verwandten trauern, sich aber andererseits auch darüber freuen eine große last losgeworden zu sein...

ok...der bogen wurde von mir jetzt ein wenig (ein wenig sehr ?) überspannt, aber für manche menschen sieht der alltag tatsächlich so aus. ih kenne selbst eine solche familie, in der die tochter ( ca. 50 jahre) in eine nervenklinik überwiesen wurde weil die pflege ihrer mutter sie so in anspruch genommen hatte.....

ich denke es ist eine persönliche entscheidung, wie alt man gerne werden MÖCHTE, ich persönlich möchte aber nie auf die pflege anderer angewiesen sein, auch deshalb, weil ich mich dann nichtmehr des lebens würdig fühle.
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Nutzer: Gast_metaMorphosis
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geschrieben am: 16.09.2003    um 23:39 Uhr   
Hm...ich kenne da so ne Geschichte (glaub aus Jim Hensons Geschichten aus der Gruft) in der wurde der Tod gefangen. Zuerst waren alle überglücklich usw. bis sich die Erde langsam mit dahinsiechenden Menschen überfüllte und schließlich der Tod wieder befreit werden musste. Die Moral? Nicht schwer zu ersehen...

Darum bewunder ich meine Oma (80) sehr - die nimmt alles ned so schwer und sagt: "So um die 5 Jahre will ich noch Leben, aber dann is Schluss."

Unsterblich zu sein wäre wahrscheinlich die größte Strafe auf Erden...man stelle sich vor man sieht Titanic zum zig tausendsten mal...mir hat einmal schon gereicht ;)

Well...zurück zum Thema: Beinahe geniales Werk das zum Nachdenken anregt - beinahe, da es den positiven Aspekt ganz verschweigt - Leni Riefenstahl zB hat bis kurz vor ihrem Tod (mit 101) noch fleißig gewerkelt...

pax vobiscum -=metA=-
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 17.09.2003    um 11:23 Uhr   
Meta, den positiven Aspekt wollte ich auch gar nicht rüber bringen. Das Gedicht soll beklemmend wirken.
Allerdings soll sich nicht die Aussage "verreckt doch" herleiten lassen. Um diese Interpretationsmöglichkeit zu vermeiden, habe ich absichtlich nicht die konkrete Er/Sie-Form genommen.

Ich wollte mich einfach mal in eine andere Generation hineindenken. In meinem Alter, mit dem Privileg der Jugend und Gesundheit im Rücken, sind doch viele zu sehr mit sich selbst beschäftigt und vergessen dabei, dass die Alten auch noch da sind, jedoch ist es gerade das Abgeschirmtsein vom Leben ( Altersheim, Kontaktmangel in der Familie, etc.) das den geistigen Horizont bei vielen Alten verengen lässt.

Grüsse Lama

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