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geschrieben am: 26.06.2004 um 22:02 Uhr
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Ein offenes Fenster, dritter Stock, kein Problem für seine Art. Lautlos gleitet er hinein, durch das große Fenster, ohne Müh. Sieht sie dort liegen in ihrem Bett, so ganz allein. Es ist schwül und sie schläft nackt. Zeitlos vergessen, ohne Grenzen zu ermessen, steht er dort auf dem Sims und betrachtet ihren ruhigen Schlaf. Im Mondlicht milchig weiß glänzt ihre makellos zarte Haut, und ihr Atem verführt ihn langsam, vom Fenster zu steigen und näher an ihr Bett heranzutreten. Wie kam er nur auf dieses Haus und wie sollte es gerecht sein, hier zu stehen, sie so zu sehen, wenn nicht der Grund dafür muss sein, das sie ihn selbst anrief, zu ihr zu kommen, um sie zu besuchen?
Vorsichtig beugt er sich über das Bett, betrachtet die junge Schönheit und kann sich nicht halten, muss sie selbst behalten, und fährt ihr langsam durch die schwarzen Haare, die so zart wie flüssige Seide durch seine Finger gleiten. Sie bemerkt ihn nicht, ist tief im Schlaf versunken und doch, so spürt er es ganz deutlich tief in seinem Innern, weiß sie das er hier, bei ihr ist. Sie wartet nur darauf, dass er ihr Gesellschaft leisten wird, dass er ihre sanfte Haut berührt, sie ganz langsam und zart mit seiner Hand verführt.
Und so legt er sich zu ihr unter die dünne Decke und noch einen letzten Augenblick überlegt er voller Ehrfurcht, ob er sich denn wirklich irren sollte. Kein Gedanke gefasst, kein Wille stark genug, und seine Hand bewegt sich langsam, deutlich, kühl und doch so zart über ihren nackten Bauch. Der kleine Hügel, nicht unansehnlich ehedem, viel mehr so wunderhübsch, bewegt sich mit jedem ihrer Atemzüge und windet sich ganz leicht unter seiner Hand. Seinen Blick, den kann er nicht mehr von ihr nehmen, seine Hand scheint wie fest verschmolzen mit ihrer eigenen, und darum fährt er langsam ihren Bauch hinauf zu ihren Brüsten, die selbst im Liegen ihre schöne Form bewahren und verlockend nach ihm eifern. Wie eine Feder so sanft, gleitet er einen dieser formschönen Hügel entlang, und die kühle Berührung seiner Hände lässt ihre Brustwarzen schnell wachsen, sich versteifen und prall sich dem Mondlicht entgegenstrecken.
Sein Verlangen steigert sich ins Unermessliche und doch, so weiß er, würde es doch nichts bringen, sich Falsches einzureden. Darum bemüht er sich, seine Hand zu lösen von den Hügeln ihrer sanften Natur, und beginnt seinen Weg weiter nach oben hin, zu ihrem Hals und ihrem wunderschönen Gesicht. Mit jedem Zentimeter, den er sich bewegt, wird ihre Haut, so scheint es ihm, noch zarter, sanfter und auch wärmer. Er fühlt ihr warmes Blut pulsieren, spürt, dass sie, so zart und jung sie auch sei, viel Kraft in ihren Adern hat.
Und mit einem Mal lässt seine Hand ab von ihrer Wanderschaft und er schlüpft aus dem Bett hervor. Seinen Blick jedoch, den kann er nicht von ihr lassen und so steht er da, vor ihrem Bett, und bewundert sie. Er weiß nicht ein noch aus, er steht hier wie die Katz vor der Maus, und doch, dem wird er sich bewusst, kann er nicht an ihr seinen Hunger stillen. In seinen Augen wie verzaubert, dreht sie sich auf die Seite in ihrem Bett, und jede einzelne ihrer Bewegungen ist für ihn ein Meer aus Schmerz und Verlangen zugleich. Unfähig, sich zu rühren, steht er da und wartet. Wartet auf den neuen Tag, der ihm sein Ende bringen wird, und doch, so wird er sich gewiss, wollt er nichts andres mehr, als mit ihrem Bild vor Augen heute noch zu sterben. So unerreichbar ist sie für ihn, mit seiner kalten Haut und seinem leblosen, Raubtierhaften Blick.
Sie mit ihrer zarten Haut, ihrer rosig weichen Haut und ihrem Atem, der so gleichmäßig und sanft ihren Körper erbeben lässt kann er nicht zerstören. Die Stunden verstreichen, er wird nicht weichen, und die Sonne erhebt sich in ihrem goldnen Glanz vor dem Fenster, weit weg noch ihre Strahlen, und selbst jetzt bringt er es nicht über sich, den Blick von ihr zu nehmen. Sein Blick gleitet noch ein letztes Mal zu den Zügen ihres Gesichtes, so lieblich und jung. Dann ist es geschehen, die Reiter der ersten strahlend Sonne Pracht fluten in das kleine Zimmer dieses Engels ein, und sie treffen ihn. Stürmen durch ihn hindurch, verbrennen ihn ohne Wiederstand und Gerechtigkeit. Nicht sehr viel mehr als die Asche im Wind bleibt von ihm über, und doch wird sie am nächsten Morgen, an der Stelle, an welcher ihr Verehrer stand, etwas von ihm finden. Denn im letzten Augenblick hat er’s bereut was er tat und schenkte ihr das einzige, das er noch konnt zustande bringen. Ein wacklig leuchtend, leicht geschliffen, rubinrot Herz lag da, sie fand es und verstand.
Balastritius Demoniclus
Geändert am 27.06.2004 um 12:33 Uhr von Balastritius |
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