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Krimi I

Nutzer: Nekir
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geschrieben am: 14.01.2004    um 22:14 Uhr   
Nummer eins: ein musikalischer Krimi

Als Ms. Kane in das Städtchen Barrington gezogen war, beschloss sie, dass ein Musizier-Zirkel wohl die beste Gelegenheit wäre, um Anschluss zu finden. Die damalige Leiterin des Zirkels, der sich immer Mittwochs von drei bis fünf traf, war Mrs. Bixby und in ihrem Haus fanden die Treffen der Musikliebhaber statt.
Mrs. Bixby war sehr erfreut zu hören, dass Ms. Kane ein Instrument spielte, und sie lud sie sogleich ein doch Mittwochs einmal zu ihnen zu stoßen.
Als Ms. Kane also am Mittwoch zum Haus der Bixbys ging, traf sie eine Dame, die einen Flötenkoffer bei sich trug. Es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls auf dem Weg zum Musizier-Zirkel war und Ms. Anderson hieß.
Der Musiktreff war kein reiner Damenzirkel und so lernte Ms. Kane, die die Hoffnung hegte bald eine Mrs. zu werden, neben vielen Damen auch einige freundliche Herren kennen.
Als sich um fünf Uhr die Runde langsam auflöste, war Ms. Kane mehr als froh nun zu ihr zu gehören, denn alle waren von ihrem Harfenspiel sehr angetan gewesen.
Nun nahm sie also regelmäßig am Zirkel teil und bald wurde sie mit Ms. Anderson besser bekannt als ihr lieb war. Sie redeten vertraut miteinander und verrieten einander ihre Geheimnisse und Wünsche.
So erfuhr Ms. Kane eines Tages, dass ihre Freundin in genau den Herren verliebt war, der sie selbst schon seit einiger Zeit regelmäßig nach Hause begleitete und der wohl ernstere Absichten hatte, worüber Ms. Kane sehr glücklich war. Als Ms. Anderson das erfuhr ging sie, ohne ein weiteres Wort, nach Hause.
Seit diesem Tag bestand ein ständiger Wettstreit zwischen den beiden Damen, allerdings nur auf musikalischer Ebene.
Es war üblich, sich nach einem Vortrag, sei es nun Gesang oder Spiel, über diesen zu äußern, ihn zu loben oder Kritik zu üben, welche aber nie persönlich gemeint war. Ms. Kane und Ms. Anderson war die Meinung der anderen ziemlich egal, es kam nur auf das Urteil des einen Herren, der Mr. Jones hieß, an.
Ms. Kane übte nun täglich wie besessen, um das Lob des Herren für sich zu gewinnen und sie konnte an nichts anderes mehr denken; genauso erging es ihrer Konkurrentin. Aber irgendwann kam ihr die Idee, dass es vielleicht vom Instrument abhängig war, wie er sie bewertete, denn seit neuestem schien er ihre ehemalige Freundin zu bevorzugen.
Ms. Kane war klar, dass nun andere Mittel gefragt waren.
Der nächste Mittwoch sollte die Entscheidung bringen: Ms. Kane erschien sehr früh, doch Ms. Anderson ließ auf sich warten. Um viertel nach drei entschied Mrs. Bixby, dass sie schon ohne sie anfangen müssten, doch ihre Hoffnung, Ms. Anderson könnte noch auftauchen, wurde enttäuscht.
Genauer gesagt tauchte sie erst wieder auf als ihre Haushälterin sie zwei Tage später im Wohnzimmer fand. Die Zeitung berichtete, sie hätte ihre Querflöte noch in der Hand gehabt.
Wie leicht es doch gewesen war, das Gift auf das Mundstück zu träufeln, dachte Ms. Kane, die nun Mrs. Jones hieß, und gab ihrem Mann einen Kuss.


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geschrieben am: 14.01.2004    um 22:15 Uhr   
Krimi II
Und nummer zwei: ein krimi, mit dem ich einen Preis gewonnen habe (man soll sich zwar nicht loben, aber naja):

Außer ihr war niemand zu Hause. Dachte sie. Sie hörte die Diele im Flur knarzen. Die eine vor ihrem Zimmer, um die jeder aus der WG automatisch einen Bogen machte. Jetzt war jemand darauf getreten. Ihre Gedanken rasten. Hatte Matthias mal wieder irgendeine Frau abgeschleppt, die jetzt allein aufgewacht war und das Klo suchte? Hatte Susi schon wieder vergessen, ihre Katze in den Hof zu lassen? Da! Sie zuckte zusammen, als plötzlich noch ein Knarzen zu hören war. Diesmal direkt hinter ihr. Sie stand wie angewurzelt da und konnte sich nicht bewegen. Sie lauschte. Ein zuerst leises, sehr schweres Atmen knapp hinter ihr. Es klang keuchend und schnaufend als wäre jemand gerannt. Das Atmen wurde lauter und immer lauter. Sie hörte es jetzt ganz deutlich hinter sich. Jemand musste jetzt fast mit der Nasenspitze ihren Hinterkopf berühren. Sie spürte den warmen Atem an ihrem rechten Ohr. Er keuchte immer noch und röchelte ekelhaft. Sollte sie sich umdrehen? Der Jemand konnte mit gezogener Pistole dort stehen oder mit einem Messer oder sonst irgendeiner Waffe. Es war besser wenn sie stehen blieb.
Ihre Neugier brachte sie fast um und sie wollte unbedingt wissen, wer es war. Der da hinter ihr stand und ihr Kopfschmerzen bereitete. Vielleicht war Lucien von seiner „Nachtwanderung“ zurückgekommen und wollte ihr, sternhagelvoll, einen Schrecken einjagen. Außerdem, wenn es ein Einbrecher war, dann war es tausendmal wichtiger ihn zu erkennen als hier rumzustehen und zu hoffen von einer Waffe, die nicht existierte, eines Jemanden, der nicht existierte, nicht abgeknallt zu werden.
Trotzdem sollte sie sich langsam, ganz langsam umdrehen, sonst würde er vielleicht eher zustechen als sie erwartete, und dann wüsste sie schon gerne für wen sie ihr leben lassen musste. Sie bewegte zuerst ihre Füße. Ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter, nach links. Doch dann, bevor sie ihren Körper ganz drehte, kam ihr ein anderer Gedanke, weil sie langsam die Panik in sich hochsteigen fühlte. Sollte sie einfach losrennen? Einfach geradeaus in ihr Zimmer? Nein, am besten ins Bad, denn da steckte der Schlüssel, aus „Sicherheitsgründen“ ( Männer können nämlich nicht klopfen), immer. Andererseits, wenn er wirklich einen Revolver hatte, könnte er ihr hinterher oder das Schloss aufschießen. Es war hoffnungslos. Ihre Angst wurde immer schlimmer, denn es war jetzt viel zu spät um wegzurennen. Durch ihr plötzliches Stehen bleiben hatte sie den Typ gewarnt. Wie lange stand sie wohl schon? Ihr kam es so vor als ob sie schon vor einer Stunde hier angewurzelt wäre. Sie war dumm. Während wie hier stand, könnte der Typ sämtliche Wertsachen an sich nehmen. Halt, warum war sie sich eigentlich so sicher, dass es ein Mann war? Vielleicht wegen dem röchelnden Atem, den sie jetzt erneut vernahm. Sofort gefror sie zu Eis. Sie spürte es zuerst in den Füßen. Eine eisige Kälte, die wie ansteigendes Wasser langsam ihre Waden hochkroch. Jetzt setzte sie sich in ihren Kniekehlen fest und schon war sie an ihrem Bauchnabel angelangt. Als die Kälte an ihrem Herzen angelangt war, kam es ihr so vor als würde ein kurzer, aber bitterer Kampf zwischen Heiß und Kalt stattfinden. Ihr Kopf war so heiß als würde er gleich überkochen und ihr Bauch schien aus Eis zu bestehen. Der Kampf dauerte nur eine heftige Zehntelsekunde lang. Dann spürte sie ihren Körper und den stechenden Schmerz in ihrer Brust nicht mehr. Ihr ganzer Körper war wie aus Eis gemeißelt und starr wie ein lebloser Eiszapfen.
Sie starb.

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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 14.01.2004    um 23:51 Uhr   
Ich finde beide gut.

Die erste Short-Story gefällt mir persönlich besser. Schön fies, das mit dem Mundstück. kicher

sweety
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geschrieben am: 15.01.2004    um 19:15 Uhr   
danke, sweety, ich spiele selber dieses instrument und weiß, was da rauszuholen ist *es*
Nekir
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