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Im Spiegel

Nutzer: Gast_Pebbelz
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geschrieben am: 26.01.2004    um 13:53 Uhr   
Margret Steenfatt : Im Spiegel

"Du kannst nichts", sagten sie, "du machst nichts, aus dir wird nichts". Nichts. Nichts. Nichts. Was war das für ein NICHTS, von dem sie redeten und vor dem sie offensichtlich Angst hatten, fragte sich Achim, unter Decken und Kissen vergraben.
Achim schob sich halb aus dem Bett. Fünf nach eins. Wieder mal zu spät. Er starrte gegen die Zimemrdecke. - Weiß. Nichts. Ein unbeschriebenes Blatt Papier, ein ungemaltes Bild, eine tonlose Melodie, ein ungesagtes Wort, ungelebtes Leben.
Eine halbe Körperdrehung nach rechts, ein Finegrdruck auf den Einschaltknopf seienr Anlage.
Manchmal brachte Musik ihn hoch.
Er robbte zur Wand, zu dem großen Spiegel, der beim Fenster aufgestellt war, kniete sich davor und betrachtete sich: lang, knochig, graue Augen im blassen Gesicht, hellbraune Haare, glanzlos.
"Dead Kennedys" sagen: "Weil sie dich verplant haben, kannst du nichts anderes tun, als aussteigen und nachdenken."
Achim wandte sich ab, erhob sich, ging zum Fenster und schaute hinaus. Straßen, Häuser, Läden, Autos, Passanten, immer dasselbe. Zurück zum Spiegel, näher heran, so nahe, dass er glaubte, das Glas zwischen sich und seinem Spiegelbild durchdringen zu können. Er legte seine Handfläche gegen sein Gesicht im Spiegel, ließ seine Finger sanft über Wangen und Augen, Stirn und Schläfen kreisen, streichelte, fühlte nichts als Glätte und Kälte.
Ihm fiel ein, dass in dem Holzkasten, wo er seinen Kram aufbewahrte, noch Schminke herumliegen musste.
er fasste unetrs Bett, wühlte in den sachen im Kasten herum und zog die pappschachtel heraus, in der sich einige zerdrückte Tuben fanden. Von der schwarzen Farbe war noch ein Rest vorhanden. Achim baute sich vor dem Spiegel auf und malte zwei dicke Striche auf das Glas, genau dahin, wo sich seine Augenbrauen im Spiegel zeigten. Weiß besaß er reichlich. Er drückte eine Tube aus, find die weiche ölige Masse in seinen Händen auf, verteilte sie auf dem Spiegel über Kinn, Wangen und Nase und begann sie langsam und sorgfältig zu evrstreichen. Dabei durfte er sich nicht bewegen, sonst evrschob sich seine Malerei. Schwarz und Weiß sehen gut aus, dachte er, fehlt noch Blau. Achim grinste seinem Bild zu, holte sich das Blau aus dem Kasten und färbte noch die Spiegelstellen über Stirn und Augenliedern.
Eine Weile verharrte ervor dem bunten Gesicht, dann rücte er ein Stück zur Seite und wie im Spuk tauchte sein farbloses Gesicht im Spiegel auf, daneben eine aufgemalte Spiegelmaske.
Er trat einen Schritt zurück. holte mit dem Arm weit aus und ließ seine Faust in die Spiegelscheibe krachen. Glasteile vielen herunter, Splitter verletzten ihn, seine Hand find an zu bluten. Warm rann ihm das Blut über den Arm und tröpfelte zu Boden.
Achim legte seinen Mund auf die Wunde und leckte das Blut ab. Dabei wurde sein Gesicht rot verschmiert. Der Spiegel war kaputt. Achim suchte sein Zeug zusammen und kleidete sich an. Er wollte runtergehen und irgendwo seine Leute treffen.


*schweigend rausgeht*
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Nutzer: Gast_Foren
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geschrieben am: 26.01.2004    um 14:19 Uhr   


*anschaut und versucht mit einem lächeln dir ein kleines grinsen abzunehmen*

Ich finde dies wunderschön...schön geschrieben und gut an die mensche gebracht....

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Nutzer: Gast_Pebbelz
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geschrieben am: 27.01.2004    um 14:09 Uhr   
Wow... ich hätte nicht gedacht, dass überhaupt irgendjemand sich traut auf diese geschichte zu antworten. *dir ein Lächeln schenkt* ;-) Als ich diese Geschichte gehört hab, ich weiß nicht... sie hat mich irgendwie überrascht (?), berührt..
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Nutzer: Isegrimm
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geschrieben am: 27.01.2004    um 14:51 Uhr   
stimmt pebbelz, berührend ist es wirklich *schmunzelt*
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Nutzer: Gast_Pebbelz
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geschrieben am: 27.01.2004    um 18:18 Uhr   
*g* nya... :-) in dem sinne schon.
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