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geschrieben am: 29.01.2004 um 18:35 Uhr
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Was ich liebe...
Was ich liebe... Folglich könnten nun die halbherzigen Aufzählungen eines halbherzigen Menschen folgen, der ,folglich nur halbherzig, vermutlich gedankenlos, wahrscheinlich zu schnell und sicherlich halbherzig, auf eine ernstgemeinte Frage mit intimen Einschnitt antwortet, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden einen Gedanken daran zu verschwenden. Folglich würden Aussagen wie: „Ich liebe Fußball.“ ,“Ich liebe meine Auto.“ ,“Ich liebe Chinesisch.“ ,“Ich liebe es!“ kommen, doch setzt der Anfang einer ernstgemeinten Antwort „Ich liebe...“, auf eine ernstgemeinte Frage, nicht mindestens den kurzen Augenblick einer nachdenklich anmutenden Minute voraus?
Wenn ich, auf eine vorhergegangene Frage, einen Satz mit „Ich liebe...“ beginne muss ich, der Vorsicht gewähr gegeben, aufpassen nicht von emotional tanzendem Gesichtsmuskelzucken in stotterndes Haspeln zu fallen, denn um einen Satz mit „Ich liebe...“ beginnen zu können sollte und muss ich mir gezwungen zuerst die Frage stellen „Was ist Liebe eigentlich?“. Nun spielt in dem Wort Liebe nicht die sanftmütigste, aber liebevoll schwerfällig und vor allem direkteste Rolle eine Bande mit dem Wort Gefühl? Wer das einmal erkannt hat wird erkennen das auf „Ich liebe...“ nur Sachen folgen können die einen emotionalen Wert besitzen den kein Fußballer, kein Auto und nicht das tollste aller Chinamenüs ausmachen kann. Dem zur Folge sind dies wohl Sachen die uns trauriger oder glücklicher machen als andere, die wir für unersetzlich erachten, ohne die wir nicht leben könnten, die wir auf kurz oder lang unumstößlich und mit grausamer Ungeduld vermissen würden, Sachen die wir als unbezahlbar bezeichnen könnten und die wohl auch unbezahlbar sind. Sachen die wir nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen und die uns nur in bestimmten Lebenslagen gehören, die schwer zu halten, selten für ewig, aber nicht unmöglich sind. Dinge die wir auskostend genießen. Genuß. Als ich vor einiger Zeit, es kann kaum mehrere Monate her sein, einen liebestollen Dauergrinser, den ich unter Umständen zu meinen engsten Freunden zähle, eben eine Frage stellte die eine Antwort mit o. g. Satzanfang nach sich zieht erhielt ich die, mit einem konsequentem Lächeln bestrahlte, Antwort „Ich liebe die Liebe und die Liebe liebt mich!“. Zugegeben war das eine unbefriedigende Aussage und sicherlich nicht das worauf ich hinaus wollte, was mich aber nicht davon abhielt sie mit einem wortlosem Lächeln zu erwidern. Und doch liegt die kraftlose, nichtssagende Aussage, die ich bis hierhin als ‚nichts’ ansah, fernab jeglicher Fiktion, denn, wie ich kürzlich erkannt habe, liegt mehr Realität, mehr Wahrheit in diesem kleinem Satz als ich zu glauben in der Lage wäre.
Aber ich wusste noch nicht was ich heute weiß. Und ich ahnte gar nicht wie viel Detailfreude in der Antwort liegen kann, die ich, was ich keineswegs bedaure, noch immer nicht ohne Gesichtsmuskeltanzen und einer gewissen, mit rötlich untermalten Wangen, schüchternen Verlegenheit beantworten würde. Kurzum ist das unersetzlichste und wertvollste, dass ich momentan besitze, die Nähe eines bestimmten mir unersetzlich wertvoll erscheinenden Menschen (den ich an dieser Stelle zielstrebig und einem schwelgendem Säuseln mit „sie“ bezeichne). Also könnte ich, wohl noch immer ohne lange darüber nachzudenken, aber mit dem Unterschied nicht lange darüber nachdenken zu müssen, in einem schnellen Ton einfach und plump „Ich liebe sie!“ antworten, doch würde hinter den Kulissen dieser, augenscheinlich, unbedachten Antwort die eben schon angesprochene Detailfreude eine tiefschneidende Rolle spielen, denn eigentlich liebe ich alles an ihr („sie“).
Geändert am 29.01.2004 um 18:46 Uhr von Eolyth |
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