| "Autor" |
Die Toten von Offenburg |
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geschrieben am: 30.01.2004 um 23:08 Uhr
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Zaghafte Schritte führen mich voran über die gepflasterten Straßen der Stadt, vorbei an den zahlreichen Geschäften, deren Schaufenster in liebevoller Detailarbeit zusammengestellt wurden. Doch das ist es nicht, was meine Aufmerksamkeit fesselt, denn es sind meine Ohren, die mich zum Verzweifeln bringen möchten.
Die einzigen Geräusche, die ich vernehme, sind die meiner eigenen Füße, meiner brauen Stiefel, die ich so gerne trage, wie sie auf den kühlen Stein treffen.
Ich schlucke fest, während meine Augen hektisch hin und her zucken und erfassen die Gesichter der Menschen, die der Stille verfallen sind.
Haben sie jemals ein Wort gekannt, frage ich mich zweifelnd, oder haben sie nur verlernt zu leben? Sind sie überhaupt noch lebendig. Ihre Augen erscheinen mir so tot. Jedes Gesicht gleicht dem nächsten. Gesenkte Häupter, starr blickende Augen, aufeinander gepresste Lippen.
Lebt ihr?
Mir scheint es, als würde ich in die Gesichter der Toten blicken, welche meine Blicke nicht erfassen, als wäre ich der Geist und nicht sie. Oder lebe ich schon in der Welt der verwunschenen Kinder, so dass ich nicht mehr sehen kann, was hier vorgeht?
Mein Atem geht schwer.
Die zarten Hände des Winterhauches streichen durch mein Haar, berühren es tröstend, doch es ist – wie immer – gefangen in einem Dutt. Du brauchst mich nicht versuchen aufzuheitern – ich werde nicht lächeln.
Ich kann nicht lächeln, während ich zwischen toten Lebenden wandle, die nur noch ihre eigene Schritte kennen und verlernten Worte an andere zu richten.
Mir ist so schwer ums Herz, als läge ein mattes, dumpfes Licht darum, das es schweigsam macht und mit Blei belädt. Hier sind nur meine Schritte, meine verdammten Schritte, die mich an mich selbst erinnern.
Bin ich nur ein letztes Klopfen gegen die Pforte des Lebens?
Sind alle anderen gestorben?
Die Stadt ist tot.
Die Stadt ist tot.
Die Stadt ist tot.
Bin ich tot?
~Das hoppelnde Jeanninchen~
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