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geschrieben am: 15.02.2004 um 14:13 Uhr
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Lange nach Mitternacht, als die Dunkelheit sich schon lange über die Straßen ergossen hatte, hallten die einsamen Schritte eines Mannes durch die Gasse. Und in leichtem Nebel, umhüllt von der Kälte der Nacht, erschien die Gestalt.
Die Gedanken des Wesens, was da erschien, waren gefüllt von Hoffungen und Träumen, und die tiefe, sanfte
Stimme flüsterte in die Finsternis, er dachte an die Frau, oder was immer sie gewesen war, die noch vor wenigen Stunden reglos in seiner Badewanne lag. Den Kopf im Nacken liegend und die schneeweiße Haut befleckt mit dem Blut was sich schnell mit dem Badewasser vermischt hatte. Die Arme und Beine an den Seiten schlaff heraus hängend, die grünen Augen weit geöffnet.. „Der Allerschönste..“
Er hatte ihr sanft einen Kuss gegeben und war gegangen. Die Hände in den Taschen vergraben wenn auch nicht aus Verlegenheit noch aus Verlorenheit. Aus Bequemlichkeit. Aus der selben Bequemlichkeit, hervorgerufen durch denselben Geist, mit dem er sie getötet hatte. Wie oft hatte er davon geträumt dieses engelhafte Wesen von dieser Erde fort zubringen, dort hin, wo er sie am liebsten sah: Im Himmel und in den unzähligen Sternen.
Doch mit einem kühlen Anflug von Niedergeschlagenheit musste er nun, nachdem der langersehnte Akt abgeschlossen war, der Himmel vollkommen verdunkelt und mit tief hängenden, düsteren Wolken verhangen war. Seinem zarten Mund entwich ein kleiner Seufzer als er weiter seinen einsamen Weg durch die baufälligen Straßen und Gassen des Southends antrat. Immer wieder erwischte er sich, wie er vollkommen gelähmt von Erinnerung auf den alten Asphalt sah, grad so, als würde er es bereuen sie getötet zu haben.
Die Straßen waren vollkommen leergefegt.. und plötzlich blitzte etwas im schalen Licht einer der wenigen funktionierenden Laternen auf: Eine kleine Karte lag nun auf der Straße. Die Tarotkarte des Magiers. Er stürzte zu ihr und strich mit den Fingerkuppen leicht über die Pappe. Auf Knien hockend betrachtete er die Karte eingehend.. und ein Hauch von Lavendel drang an seine Nase und nun war er vollkommen sicher von wem sie stammte. ..er erhob sich etwas schwerfällig und setzte den Weg, wenn auch langsamer, wieder fort. Die Karte in der Jeanstasche steckend.
Er roch etwas.. Blut klebte noch immer an seinen zerkauten und zerschnittenen Fingern. Blut von ihm und von ihr. Ein dunkles Blut welches den stillen Vorwurf in sich trug, dass er etwas getötet hatte. Etwas, von einer unschuldigen Reinheit.
Er blieb an einer der Laternenmasten stehen, sich an dem kühlen Metall stützend blinzelte er hinauf in das unpersönliche Licht und erblickte, durch die halbgeschlossenen Augen einen kleinen, grünlichen Schmetterling.
Langsam begann es zu regnen. Erste Tropfen perlten über sein melancholisches Gesicht, sich ihren Weg über die Wimpern bis zum stoppeligen Kinn hinunter. Ein Glitzern lag in seinen Augen, vielleicht nur Reflektionen der Straßenlaternen in den Regentropfen. Und während das Nieseln sich in einen Sturzbach wandelte hob sich sein Blick abermals als er etwas Grünes auffunkeln sah, im schalen Lichtstrahl der nächsten Laterne.
Eine weiterer Schmetterling, etwas, was ihm wie aus Bosheit folgte nur um ihm zu zeigen was er getan hatte, was wartete.
Sie war so schön gewesen, es war schön gewesen sie zuküssen, schöner war es gewesen sie zu zerstören. Wieso könnten sie ihm nicht einfach lassen, was er getan hatte?
Aus seiner mit Blut besudelten Kehle drang ein leises Knurren doch noch immer zogen die kleinen Insekten im Licht der Laternen umher mit dem stillen Vorwurf des Mordes der sich in jeder Faser ihrer Flügel widerspiegelte, als Edward sie gefangen hatte und ihnen selbige, die kleinen bunten Flügel langsam ausriss.
Er hatte von etwas gelesen, was sie Orgasmus nannten. Er wusste nicht genau was es war, doch er war sich sicher, hätte er jemals so empfunden, dann beim Töten von ihr.
Diese Wärme die seinen Körper durchflutet hatte, er hatte gespürt wie sich sein Speichel im Mund sammelte. Es war das Schönste gewesen doch nun, da der Akt der Zerstörung beendet war, schien es wieder so leer in seinem Bauch. Vom Willen erfüllt diese Szene bis zum Ende seines Lebens durchzuspielen, vielleicht noch extremer zufühlen, ein erneutes Mal..
An diesem Punkt verlor er sich in Träumereien.
Ich habe lange genug darauf gewartet, dass jemand kommt, der mich so liebt wie ich bin.
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