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oOo der falsche Veradacht oOo |
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geschrieben am: 18.02.2004 um 12:24 Uhr
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Der falsche Verdacht
Vor langer, langer Zeit lebte in der fernen Stadt Gwychol, was soviel wie "Von den tausend Träumen" bedeutet, der junge Abenteurer Rhenald. Sein Heim war nicht etwa ein schönes Haus, oder eine trockene Hütte, sondern ein einfaches Zelt, das er auf dem Rücken seines zottigen Pferdes transportierte.
Die Bewohner der Stadt mieden Rhenald, denn es schien ihnen zu seltsam, dass jemand auf die Annehmlichkeiten eines festen Wohnsitzes verzichtete und tagein, tagaus auf einem Pferd durch die Gegend zog, nur um des Nachts eine Lichtung aufzusuchen und im Zelt zu übernachten. Außerdem ging Rhenald keiner Beschäftigung nach - er verkaufte keinen Fisch, schmiedete keine Schwerter, nähte keine Kleider und tat auch sonst nichts, um sich seine täglichen Mahlzeiten zu verdienen. Aber wer weiß - vielleicht aß er ja auch nichts.
So gingen die Jahre ins Land und die Städter hatten es schon längst aufgegeben, sich über den seltsamen Mann mit seinem Pferd zu wundern und nur hin und wieder, wenn Fremde der Stadt einen Besuch abstatteten und von merkwürdigen nächtlichen Überfällen erzählten, dachten sie wieder an Rhenald und schimpften mit zornig erhobenen Fäusten über den vermeintlichen Dieb.
Doch wenn am nächsten Morgen das Diebesgut auf einem ordentlichen Haufen am Marktplatz lag, waren alle Verdächtigungen vergessen - ebenso wie Rhenald. Das Wiederauftauchen der Besitztümer wurde als Fügung des Schicksals gesehen und die Gäste richteten den "ehrlichen Dieben", die scheinbar die Beute zurückgebracht hatten, zu Ehren ein großes Fest aus.
Und obwohl sich im Laufe der Zeit die Überfälle häuften, wurde das gesamte Diebesgut jedes Mal wieder zurückgebracht.
Aber der Hass und der Zorn wuchs in den Stadtbewohnern. Immer öfter wurden Stimmen laut, die sich dafür aussprachen, diesen feigen Tagedieb namens Rhenald den Wachen des Schlosses auszuliefern, welche ihn in den Kerker sperren sollten.
So lauerten Gruppen von Händlern und Edelmännern, von Bauern und und Rittern, die alle die ehrenvolle Aufgabe, die Stadt von einem dreisten Dieb zu befreien, übernehmen wollten, dem jungen Abenteurer auf, überfielen ihn und brachten ihn gefesselt zum Schloss, wo er den Rest seins Lebens verbringen sollte.
Noch am selben Tag kündigte der König ein großes Fest an, zu dem zahlreiche Gäste aus der Ferne erwartet wurden. Ihnen allen sollte vorgeführt werden, wie sich die Stadt Gwychol gegen Diebe zur Wehr setzte.
Kaum betraten die Fremden den Wald, der sich um die Stadt erstreckte, wurden sie überfallen und all ihres Besitzes beraubt. Zuversichtlich, dass alles wieder zurück gebracht werden würde ritten sie weiter zur Stadt, sprachen beim König vor und gesellten sich schließlich zu den feiernden Stadtbewohnern.
Doch der nächste Morgen brach an und von ihren Besitztümern war nichts zu sehen. Ebenso am nächsten Morgen und am Morgen darauf. Da eilten die erbosten Gäste zum Schloss um mit Rhenald zu reden, der ihnen das Versteck seiner Diebesbande, die dreist genug war, die Gäste des Königs zu überfallen und das Diebesgut zu behalten, verraten sollte...
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geschrieben am: 18.02.2004 um 12:26 Uhr
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... Aber wer auch immer das Wort an den Abenteurer richtete, bekam nur zu hören, dass er nicht der Anführer einer Diebesbande sei. Viele Gäste versuchten, die Worte aus ihm heraus zu bekommen. Sie drohten ihm, sie schmeichelten ihm, sie erpressten ihn - aber Rhenald schüttelte nur den Kopf und bestand weiterhin darauf, dass er nicht zu der Diebesbande gehöre.
So vergingen die Wochen und Rhenald wurde immer schwächer und schwächer. Schon bald war er nicht mehr in der Lage, den Fremden zur Befragung vorgeführt zu werden und so musste diese in seiner Zelle stattfinden. Aber nach wie vor war seine Antwort die selbe.
Bis eines Tages ein weiser Mann in der Stadt erschien, der ebenfalls beraubt worden war. Er hörte die Geschichten über den gemeinen Dieb, der im Kerker saß und seine letzten Atemzüge tat ohne zu gestehen, dass er der Diebesbande angehörte. So machte er sich auf den Weg ins Schloss um mit diesem Mann zu reden.
Der weise Mann saß lange am Bett Rhenalds, sah auf den Abenteurer herab und richtete schließlich das Wort an ihn: "Sag mir, Rhenald, weißt du, wo sich die Diebesbande aufhält?" Mit großer Anstrengung gelang es Rhenald mit dem Kopf zu nicken. "Und würdest du mich dorthin führen?"
Rhenald nickte erneut mit dem Kopf und sofort ließ der weise Mann starke Männer holen, die dem schwerkranken Rhenald helfen sollten, den Weg zu gehen.
Der Abenteurer führte sie durch den Wald. Leitete sie verschlungene Pfade entlang, bis sie sich einem Stimmengemurmel näherten. Da deutete Rhenald seinen Begleitern, den Rest des Weges alleine gehen zu wollen, richtete sich mit letzter Kraft auf und schritt voran.
Auf einer Lichtung sahen sie viele Männer, die sich um eine Feuer versammelt hatten und sich gegenseitig brüsteten, die meisten Reisenden überfallen zu haben.
Da trat Rhenald in den Lichtschein und mit einem Mal verstummten die Männer und richteten ängstliche Blicke auf den Mann, der in ihre Mitte getreten war. Als sie Rhenald erkannten, erinnerten sie sich an ihn als derjenige, der ihnen jahrelang ihre Beute geraubt und sie den Besitzern zurückgebracht hatte und ergriffen die Flucht, nicht ohne wilde Flüche über ihn auszustoßen.
Während die Männer, die Rhenald auf dem Weg durch den Wald gestützt hatten, staunend die Beute betrachteten, sank der Abenteurer erschöpft zu Boden und der weise Mann richtete leise das Wort an ihn: "Du warst derjenige, der die Besitztümer zurückgebracht hat, nicht wahr? Die Diebe waren die anderen, aber du warst derjenige, der verdächtigt wurde, nur weil die Menschen ihn nicht verstanden. Möge ihnen das eine Lehre sein, voreilige Schlüsse zu ziehen und über andere zu urteilen."
(quelle:Sternenfeder)
bluemele |
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geschrieben am: 18.02.2004 um 19:34 Uhr
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geschrieben am: 19.02.2004 um 10:51 Uhr
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...mhm,wohl wahr, irgendwas hat es schon. Mir gefällt's echt gut,ich weiß auch nicht *:o)
*smile* bluemele |
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geschrieben am: 19.02.2004 um 16:52 Uhr
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im marketing und in der politik wäre dieser robin hood gewiss nicht zu gebrauchen - da hier das motto gilt : "tue gutes und sprich darüber"
rhenald scheint sich wohl lieber die zunge abbeissen als die dinge zu klären, selbst wenn ihm das wasser schon mehr als zum hasl steht.
tut er doch nicht, weil er die menschen nicht vor den kopf stossen will, oder ? |
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